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Augsburg

06.09.2018

Plärrer: Das Kult-Karussell "Leopardenspur" steht zum Verkauf

Dieses Bild gehört zum Plärrer dazu: Lachende und kreischende Volkfestbesucher in der „Leopardenspur“. Jetzt steht sie zum Verkauf.
Bild: Annette Zoepf

Das Karussell ist seit gut 40 Jahren eine Institution auf dem Plärrer. Doch die Zukunft des Kult-Fahrgeschäfts ist ungewiss.

Generationen von Augsburgern haben hier schon ihre Runden gedreht. Die „Leopardenspur“ auf dem Plärrer ist auch ein Klassiker für Verliebte. Schließlich rutscht man durch die Fliehkräfte automatisch ganz eng zusammen. Seit über 40 Jahren betreibt der Schausteller Michael Heindel, 71, das Fahrgeschäft. Doch die Zukunft der beliebten Plärrer-Attraktion ist offen. Er will das Karussell verkaufen.

Seit über 40 Jahren betreibt der Schausteller Michael Heindel die Leopardenspur.
Bild: Silvio Wyszengrad

Michael Heindel hatte die Leopardenspur mit seiner Frau Waltraud betrieben. Sie starb im Februar im Alter von 70 Jahren. Seither bekommt er zwar Unterstützung von seinen Töchtern und deren Familien. Doch die Töchter arbeiten beide erfolgreich in anderen Berufen – als Rechtsanwältin beim Augsburger Bistum und im Marketing beim Roboterhersteller Kuka. Die „Leopardenspur“ werden sie beide nicht übernehmen. Deshalb sucht Michael Heindel derzeit auf einer einschlägigen Verkaufsplattform im Internet einen Käufer für die Berg- und Talfahrt. Auch seinen Wohnwagen und einen Wagen, in dem Mitarbeiter schlafen können, bietet er dort zum Verkauf an.

Um jeden Preis will Michael Heindel aber nicht verkaufen

Er will allerdings nicht um jeden Preis verkaufen. In das Fahrgeschäft hat er im Lauf der Jahre viel Geld, Arbeit und Leidenschaft investiert. Daher müsse das Angebot schon passen, sagt Michael Heindel. Karusselle dieses Typs gibt es zwar häufiger, oft laufen sie unter dem Namen „Musikexpress“. Als „Leopardenspur“ mit der entsprechenden Dschungeldekorartion ist es aber einmalig – ein Unikat. Unter Augsburger Schausteller hat er sich bereits umgehört. Hier gibt es bislang aber keinen Interessenten. Eine Anfrage aus Amerika hat er bekommen. Allerdings könnte der Transport viel zu kostspielig sein. Sollte das Karussell aber an einen Interessenten gehen, der nicht aus der Region kommt, könnte das aktuelle Gastspiel auf dem Plärrer womöglich auch das Letzte sein.

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86 Bilder
Feuerwerk und Feiernde: Das war Freitag auf dem Plärrer los
Bild: Michael Hochgemuth

So weit ist es allerdings noch nicht. So lange er das Karussell nicht verkauft hat, wolle er es auch weiter betreiben, sagt Michael Heindel. Dass es abgebaut und zusammengepackt in einer Lagerhalle steht, das kann er sich nicht vorstellen. Eine Möglichkeit wäre auch, sagt er, dass er eine Art Partner oder Geschäftsführer findet, der die Leopardenspur vorerst gemeinsam mit ihm weiterbetreibt. Mit seiner Frau habe er sich im Kassenhaus und am Steuerpult regelmäßig abwechseln können. So hatte er genug Pausen – mit über 70 spüre er eben irgendwann seine Knochen und müsse ausruhen.

Er kennt an der Leopardenspur jede Schraube

Ganz überraschend kommen die Verkaufspläne von Michael Heindel nicht. Schon vor zwei Jahren, als Waltraud Heindel noch lebte, kündigte das Paar an, dass es mit der „Leopardenspur“ nicht ewig so weitergehen werde. Bereits damals sagten sie, dass sie das Karussell in ein paar Jahren wohl verkaufen werden, weil sich in der Familie keine Nachfolge ergibt.

In jungen Jahren hatte Michael Heindel zuerst ein Kinderkarussell betrieben. Doch das war ihm auf Dauer etwas zu langweilig. Deshalb erfüllte er sich im Alter von 30 Jahren einen Traum und ließ die „Leopardenspur“ nach seinen Wünschen anfertigen. Er kennt daran jede Schraube. Aus Altersgründen sei es nun aber an der Zeit, sagt Michael Heindel, auch über einen Abschied von dem Karussell nachzudenken.

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