1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Platz für hunderte Wohnungen: Pläne für ein neues Quartier am Plärrer

Augsburg

21.10.2019

Platz für hunderte Wohnungen: Pläne für ein neues Quartier am Plärrer

Für dieses Areal an der Holzbachstraße neben dem Plärrergelände und dem ehemaligen Telegrafenamt gibt es eine Menge Pläne.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Das Areal an der Holzbachstraße in Augsburg mit dem ehemaligen Telegrafenamt, der Pakethalle und dem Parkplatz soll neu gestaltet werden. Was ist geplant?

An der Holzbach-/Badstraße neben dem Plärrergelände soll auf dem großen Parkplatz und dem angrenzenden Areal der Posthalle in einigen Jahren ein neues Quartier mit Wohnungen, Supermarkt, Büros und Praxen entstehen. Während des Plärrers wird das Areal seit Jahren als Parkplatz für Besucher genutzt. Auch Flohmärkte fanden dort statt.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Geplant sind laut einem Rahmenkonzept, das mehrere Investoren mit der Stadt erarbeitet haben, 110 Neubauwohnungen, 270 Studentenapartments, ein Boardinghouse mit 120 Apartments sowie 85 eher luxuriöse Wohnungen, die im ehemaligen Telegrafenamt an der Stadtjägerstraße entstehen sollen.

Bis es so weit ist, wird aber wohl noch etwas Zeit vergehen. Die Planungen für das Telegrafengebäude sind schon relativ weit gediehen. Die Firma Klausbau möchte dort Wohnungen, Mini-Apartments und loftartige Wohnungen unterbringen. Geförderte Wohnungen wird es in diesem Bereich nicht geben, allerdings gab es wohl eine Verständigung mit dem Sozialreferat, dass dort ersatzweise Wohnraum für junge Leute entstehen wird. Klausbau hofft, spätestens Anfang 2021 mit dem Umbau des Hauses beginnen zu können. Unter anderem muss auch eine Tiefgarage mit 100 Stellplätzen gebaut werden.

Pläne in Augsburg: Hunderte Wohnungen am Plärrer

Noch deutlich länger dauern wird es auf dem Teil des Areals, der an die Bahnstrecke angrenzt und auf dem heute die Pakethalle der Post aus den 1980er Jahren steht. Die Post wird die Halle als Mieter längstens bis 2023 nutzen. Die Halle, in der auch eine Autovermietung und ein Fitnessstudio untergebracht sind, soll dann abgerissen werden. Das Areal gehört dem Allgäuer Bauunternehmen Geiger. Hier sollen 380 Wohnungen/Studentenapartments entstehen sowie 120 weitere Apartments in einem Boardinghouse. Dabei handelt es sich um einen hotelähnlichen Betrieb, wobei die Zimmer dort länger vermietet werden, etwa für Geschäftsreisende, die für ein Projekt mehrere Wochen oder Monate in der Stadt sind. Geplant sind dort fünf- und sechsstöckige Gebäude.

Zur Bahnlinie und zur Holzbachstraße mit dem Plärrergelände hin ist ein L-förmiges riegelartiges Gebäude vorgesehen, das als Lärmschutz für die dahinterliegenden Häuser dient. Vorgesehen ist in diesem Bereich auch eine Kita. 30 Prozent der Wohnungen in dem Bereich müssen als geförderte Wohnungen mit einer Bindungsdauer von 40 Jahren gebaut werden. Das würde auch nicht so gut verdienenden Augsburgern das Wohnen zur Miete dort ermöglichen. Allerdings ist nicht gesagt, dass Familien, Angestellte und Rentner dort etwas davon haben werden – laut Gesetz fallen auch Studentenapartments, wie sie geplant sind, unter den Begriff des geförderten Wohnraums.

Auf der momentan unbebauten Fläche, die als Parkplatz dient, soll ein Supermarkt entstehen. Er wird in einem drei- bis viergeschossigen Gebäude an der Badstraße untergebracht. Oben sind Büros und Praxen vorgesehen. Um das Quartier nach außen hin erkennbar zu machen, ist am Holzbach der Bau eines siebenstöckigen Hauses geplant. Dort sollen weitere Büros untergebracht werden. Die Überlegungen, das Areal zu bebauen, gibt es schon seit Jahren. Ein großes Thema waren dabei immer Altlasten. Auf dem Gelände war in den Jahren 1863 bis 1930 das sogenannte Gaswerk II untergebracht. Untersuchungen haben ergeben, dass Altlasten bis in eine Tiefe von 30 Metern nachweisbar sind. Zudem wurde auf dem Areal Kriegsschutt abgelagert und später eine Autowerkstatt betrieben.

Der Bereich rund um den Plärrer dürfte sein Gesicht stark verändern

Laut Stadt ist vorgesehen, das Erdreich nahe der Oberfläche im Zuge der Aushubarbeiten zu untersuchen und zu entsorgen. Die tiefer gelegenen Verschmutzungen sollen nicht ausgegraben werden. Durch ein trichterförmiges System von Dichtwänden und einem Durchlass mit Grundwasserfilter ist laut Stadt geplant, die Altlastensanierung ohne 30 Meter tiefe Baugrube hinzubekommen. Die Kosten dafür waren bei Voruntersuchungen vor drei Jahren mit 3,5 Millionen Euro beziffert worden. Eine Komplettsanierung mit Aushub wäre – so ein Gutachten, das über zehn Jahre alt ist – auf 25 Millionen Euro gekommen.

Der Bereich rund um den Plärrer dürfte mit den Planungen sein Gesicht in den kommenden Jahren stark verändern. Im Gespräch ist seit vergangenem Jahr auch eine Bebauung des ehemaligen Lederle-Areals an der Langenmantelstraße. Das frühere Möbelhaus soll abgerissen, der Parkplatz bebaut werden. 150 Wohnungen sind im Gespräch. Saniert wird aktuell das ehemalige Telekom-Gebäude an der Langenmantelstraße. Dort ziehen staatliche Behörden ein.

Lesen Sie auch: Wem gehört die Stadt? Das sind Augsburgs große Vermieter

Lesen Sie auch: Wohnungen für 800 Menschen: So soll das Cema-Areal mal aussehen

Lesen Sie auch: Wie sich Augsburger günstige Mietwohnungen schaffen wollen

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren