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Radleck

28.03.2013

„Rudi“ ist ’ne echte Marke

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2 Bilder
Hier schraubt der Chef selbst: Rudi Abenthum geht auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden beim Zusammenbau der Fahrräder ein.
Bild: Plössel

Wo der Chef noch selbst schraubt. Nach intensiver Beratung entstehen in der Werkstatt ganz individuell zugeschnittene Zweiräder

Bismarckviertel/Textilviertel Wo du hinschaust, überall heißt es „Rudi“. Der Schriftzug über der Tür lautet so, das Dekor auf den Fahrradrahmen ebenfalls, sogar der Chef hört auf diesen Namen. Auch sonst ist der gelernte Werkzeugmachermeister, was seiner Auskunft nach Zweiradmechanikermeister einschließt, auf Individualität gemünzt. Und diesbezüglich ist „Rudi“ im Bismarckviertel ’ne echte Marke.

Seit er mit seinem Radleck kurz entschlossen von der Schäfflerbachstraße an die Einmündung Alpenstraße umzog, ist Rudi Abenthum wieder ein zufriedener Fahrradhändler. Während er sich vorher über die Einquartierung großer Händler ins Textilviertel, davor über die Unannehmlichkeiten rund um den Bau der Tramlinie aus Hochzoll hatte ärgern müssen, ergriff er die Flucht und sagt heute: „Das Bismarckviertel ist das Beste, was mir passieren konnte.“ Schließlich sei es irgendwie „fahrradaffin“, um nicht zu sagen „fahrradphil“. An seinen früheren Standort erinnert mittlerweile nur noch ein kleines Schild. Dem Vernehmen nach wird in das Haus an der Einmündung Schäfflerbachstraße noch im April ein Kosmetiksalon einziehen.

Der einstige Einzelkämpfer bewältigt sein Arbeitspensum heute mit zwei geringfügig Beschäftigten. „Hier schraubt der Chef selbst“, heißt es, wenn er die „nahezu unendlichen Möglichkeit“ auf die an ihn herangetragenen Kundenwünsche zuschneidet. Und die Vorstellungen werden seiner Erfahrung nach immer individueller.

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Die Räder von Rudi sind nicht vorkonfektioniert – sprich, nicht von der Stange. Von der Farbe bis zur Bremse kann sich der Kunden sein Rad zusammenstellen lassen. Im Vorgespräch eruiert Rudi Abenthum nicht nur, welche Rahmengröße erforderlich ist, sondern auch, ob der spätere Fahrer lieber aufrecht oder sportlich vornübergebeugt sitzt, ob er ins Gelände geht oder ausschließlich in der Stadt fährt. Danach richtet sich beispielsweise ob er eine Federung braucht und wie viele Gänge er benötigt – ob 21, oder ob für seine Zwecke sieben ausreichen sind. Auch die Bremse kann ganz nach Belieben ausfallen, mit Rücktritt oder durchlaufend.

Trotz ständigen Wandels irgendwie zeitlos

Radfahren ist laut Abenthum absolut im Trend. Der momentane Renner ist das „E-Bike“, das er jedoch nicht im Angebot hat. „Die mache ich nicht“, sagt er, „weil für mich ein Rad etwas Mechanisches ist.“ Während sich die Technik natürlich ständig weiter entwickle, nennt er seine Räder trotzdem „irgendwie zeitlos“. So sei Rudi zwar nicht geschützt, aber dennoch eine Marke.

Ein „Rudi“ ist in mehr als 30 Farben erhältlich – von „melone“ bis „ferrarirot“, von metallic-blau bis schwarz. Nach Beobachtung Abenthums wollen es die Kunden eher schlicht. Der Grund: Wenn sie die Farbkombination selbst aussuchen können, empfinden sie es „wertiger“ – auch deshalb, weil es ihnen länger gefalle.

Doch die Sonderwünsche haben nicht nur ihren Preis, sondern auch ihre Wartezeit. Wer sich für ein „Rudi“ entscheidet, das erst noch „gepulvert“ und lackiert werden muss, kann es nicht gleich mitnehmen. In der Regel dauere es von der Bestellung bis zur Lieferung drei bis vier Wochen. Das lange Warten auf den Frühling hat unter diesen Umständen sogar etwas Gutes.

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