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Augsburg

20.05.2015

Sanierung des Eisstadions kostet die Stadt 38 Millionen Euro

Das Curt-Frenzel-Stadion zählt zu den schönsten Eisstadien in Deutschland. Die Endabrechnung geht von 38,1 Millionen Euro aus, sollten die letzten Arbeiten bewilligt werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Ursprünglich sollte die Sanierung des Curt-Frenzel-Stadions noch 25 Millionen Euro kosten. Doch sie wird viel teurer. Jetzt gibt es erstmals Zahlen zur Kostenexplosion.

Die Modernisierung des Curt-Frenzel-Stadions kommt die Stadt teuer zu stehen: In der morgigen Sitzung des Stadtrats werden nach Informationen unserer Zeitung aktuelle Zahlen genannt, die das ganze Ausmaß der Kostenexplosion offenlegen. Sollten die Stadträte die letzten Projekte absegnen, die mit dem Umbau zusammenhängen, ergibt sich ein Gesamtbetrag von 38,1 Millionen Euro. Mit einer Zustimmung ist zu rechnen. 35 Millionen Euro sind bis jetzt investiert worden.

Die Stadt hofft gegenwärtig, dass sie vom Gesamtbetrag zumindest noch 5,1 Millionen Euro abziehen kann. Eine Klage gegen die Architekten läuft. Es blieben dann immer noch 33 Millionen Euro von städtischer Seite zu stemmen. Es sind bei einem Vergleich acht Millionen Euro mehr, als die ursprüngliche Planung vorgesehen hatte. Mit 25 Millionen hatte man mal kalkuliert.

Kosten für "Baupfusch" werden eingeklagt

Der Betrag von 5,1 Millionen wird von den Architekten eingeklagt, die für den „Baupfusch“ während des Umbaus verantwortlich sein sollen. Die Geschichte ist bekannt: Es war im Oktober 2010, als auf den Zuschauerrängen ein Aufschrei zu hören war. „Wir wollen den Puck sehen“, skandierten Fans der Panther. Ab diesem Tag hatte Augsburg ein massives Problem, das sich bundesweit zur Lachnummer entwickelte: Für zig Millionen Euro wurde ein Eisstadion umgebaut, in dem Besucher nichts sahen. Da die Sicht auf neu erbauten Tribünen zu schlecht war, mussten die Tribünen abgerissen werden. Im zweiten Anlauf passte es dann. Ein neuer Architekt wurde gewonnen. Während des Umbaus, der sich über mehrere Jahre hingezogen hat, wurden auch immer mehr Wünsche geäußert. Diese verteuerten das Projekt weiter.

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Als der Stadtrat im April 2009 den Auftrag zum Umbau gab, war ein Betrag von 16,2 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt genannt worden. Der Gesamtmasterplan (er beinhaltete die kompletten Umbauten) hatte ein Volumen von 25 Millionen Euro. Da das Eisstadion in städtischer Hand ist, gab es keine staatliche Förderung beim Umbau. Den Hauptanteil der Kosten trägt die Stadt Augsburg. Die städtischen Töchter Stadtsparkasse und Stadtwerke beteiligten sich ebenfalls, teils durch Spenden. Auch private Spendengelder flossen ein, um unter anderem die Eisbahn II zügig fertigzustellen.

Der Betrag von 16,2 Millionen Euro war nötig, um das Eisstadion DEL-tauglich zu machen. Es waren die baulichen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Augsburger Panther weiterhin in der höchsten deutschen Spielklasse, der DEL (Deutsche Eishockey-Liga), spielen können. Entscheidender Punkt: Das früher offene Stadion musste komplett eingehaust werden.

Noch immer ist nicht alles erledigt

Wie sind nun die Mehrkosten von über acht Millionen Euro zur ursprünglichen Planung zu erklären: Es sind mehrere zusätzliche Arbeiten ins Sanierungsprogramm aufgenommen worden. So die Erneuerung beider Kältetechnikanlagen auf den Eisbahnen I+II, die LED-Beleuchtung wurde erneuert, für die Belange des Amateursports wurden die Ausstattungen verbessert, die sicherheitstechnischen Anforderungen stiegen, die Außenanlagen wurden erweitert. Mit ein Grund für die Kostenexplosion war auch die längere Bauzeit mit damit verbundenen Kostensteigerungen.

Und noch immer ist nicht alles erledigt. Am Donnerstag werden sich die Stadträte nochmals mit einem Gesamtpaket von 3,1 Millionen Euro befassen, das letztlich von der bisherigen Kostensumme von 35 auf 38,1 Millionen Euro führt. Diese 3,1 Millionen sollen auf drei Haushaltsjahre verteilt werden. 1,4 Millionen werden kurzfristig bereits in diesem Jahr fällig.

Im Innenbereich des Eisstadions passt alles. Größter Ausgabeposten ist der Bereich „Restarbeiten“. Es geht unter anderem um Auflagen, die das Amt für Brand- und Katastrophenschutz gestellt hat. Arbeiten sind bei Zugängen und Außenanlagen nötig. Es muss eine strengere Abgrenzung der Augsburger Fans von den Anhängern der gegnerischen Mannschaft geben. Im Vorfeld des Stadions an der Blauen Kappe wird der Vorplatz ausgebaut. Bauzäune werden durch Stahlgitterzäune mit Toren ersetzt.

Zudem wird der Gehweg an der Senkelbachstraße ausgebaut. Wie lang sich der Umbau bereits hinzieht, zeigt sich daran, dass das umgebaute Eisstadion bereits im September 2013 feierlich eingeweiht wurde. Oberbürgermeister Kurt Gribl sprach damals von einem „Schmuckkästchen“. Morgen wird im Stadtrat wieder einmal übers Geld gesprochen. "Kommentar

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