Newsticker
RKI-Chef Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten"
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Schimpansenhaltung im Augsburger Zoo bleibt Streitfall

Augsburg

30.11.2020

Schimpansenhaltung im Augsburger Zoo bleibt Streitfall

Akemo ist einer von drei Schimpansen im Augsburger Zoo.
Bild: Bernd Hohlen

Plus V-Partei und Augsburg in Bürgerhand kritisieren das Vorgehen von Zoo-Direktorin Barbara Jantschke in Sachen Schimpansenhaltung. Tierschützer demonstrieren vor der Kongresshalle.

Die V-Partei und die Wählervereinigung Augsburg in Bürgerhand kritisieren das Vorgehen des Zoos bei der Haltung der drei Schimpansen. Wie berichtet setzt der Zoo auf einen Umbau der bestehenden Schimpansenanlage, statt die Affen in eine Auffangstation abzugeben. Die Anlage erlaubt aktuell keine artgerechte Haltung und wäre auch nach einem Umbau recht klein. Im Stadtrat kritisierte Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand) das Vorgehen von Zoochefin Barbara Jantschke. Die von ihr vorgebrachten Begründungen gegen eine Abgabe in die Auffangstation in Wales seien unzureichend. Roland Wegner (V-Partei) kritisierte, dass Affen in Augsburg nie artgerecht haltbar seien. Der Innenbereich des Schimpansenhauses sei mit seinen 80 Quadratmetern eine "trostlose Bude".

Schimpansen im Augsburger Zoo: Tierschützer demonstrieren

Um die Frage, dass beim Tod eines Affen kein neues Tier nach Augsburg kommen könne, weil das Haus auch nach dem Umbau zu klein sei, komme man nicht herum. Auch hier seien Jantschkes Aussagen zu dürftig. Das Geld für den Umbau könne man sich bei einer Abgabe der Schimpansen sparen und lieber in Artenschutzprojekte vor Ort investieren, statt "eine zweite JVA Augsburg zu bauen, die sich Zoo nennt", so Wegner. Vor der Kongresshalle, wo der Stadtrat tagte, demonstrierten am Donnerstag auch einige Tierschützer.

Wegen der Corona-Krise bekommen die Tiere im Augsburger Zoo aktuell keinen Besuch. Umso neugieriger haben manche von ihnen auf unseren Fotografen reagiert ...
23 Bilder
Corona-Krise: Ein besonderer Rundgang durch den Augsburger Zoo
Bild: Ulrich Wagner
 

Zoodirektorin Jantschke war in die Sitzung gekommen, um Fragen zu beantworten, doch da das Thema ganz zum Schluss nach 21 Uhr aufgerufen wurde, war sie nicht mehr anwesend. Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) sagte, das Gehege werde auch nach einem Umbau nicht optimal sein, aber Verbesserungen bieten. Dies sei besser als eine Abgabe der Tiere in eine Auffangstation. Man werde weiterhin versuchen, die Affen in einen anderen wissenschaftlich geführten Zoo abzugeben. Das Thema soll nun noch einmal im Aufsichtsrat des Zoos besprochen werden.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren