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Augsburg

18.11.2017

Sie ließ sich typisieren und rettete wohl ein Leben

Martina Brielmaier hat sich bereits typisieren lassen und wurde tatsächlich auch zur Spenderin.
Bild: Michael Hochgemuth

Martina Brielmaier wurde zu einer Stammzellenspenderin. Warum die 55-Jährige es wichtig findet, dass viele Menschen am Samstag in den Kongress am Park kommen.

Irgendwo gibt es eine Frau, der Martina Brielmaier mit einer Stammzellenspende wohl das Leben gerettet hat. Das sei ein schönes Gefühl, sagt Brielmaier. Die 55-Jährige will mit ihrer Geschichte zeigen, wie wichtig eine Typisierung sein kann. Am Samstag nämlich wird eine große Typisierungsaktion im Kongress am Park veranstaltet. Sie wird für den leukämiekranken Gerhard Zinnecker organisiert, der unbedingt einen Spender braucht.

Der 70-Jährige Mann aus Steppach arbeitet seit über 50 Jahren beim Roten Kreuz Augsburg-Stadt. Er hilft ehrenamtlich anderen Menschen. Nun braucht der sympathische Senior selbst Hilfe. Im Sommer hatte er die schreckliche Diagnose erhalten: Blutkrebs. Seitdem hat Zinnecker schon einige Chemotherapien hinter sich gebracht. Doch retten kann ihn nur eine Stammzellenspende. Deshalb veranstalten seine Kollegen an diesem Samstag eine Typisierungsaktion im Kongress am Park. Martina Brielmaier kann nur empfehlen, dorthin zu gehen.

Für Brielmaier war klar, dass sie hilft

„Es ist so eine gute Sache. Man kann auf eine einfache Weise einem anderen Menschen vielleicht das Leben retten“, betont die Chefärztin der Inneren Medizin und Akutgeriatrie am Diako in Augsburg. Die Medizinerin muss es wissen. Schließlich hat sie sich privat auch registrieren lassen und wurde so zur Retterin. Blutspenderin sei sie schon immer gewesen. Vor 15 Jahren habe sich sich als potenzielle Stammzellenspenderin registrieren lassen. Dabei wählte Brielmaier die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB). Eine andere Möglichkeit wäre die DKMS, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, gewesen. „Beim Typisieren passiert nicht viel. Das geht über ein Stäbchen mit einer Speichelprobe oder mit einer Blutprobe. Das ist harmlos“, erzählt sie aus eigener Erfahrung. Einige Jahre später klingelte ihr Telefon. Es sei jetzt so weit. Sie käme wahrscheinlich als Spenderin in Frage, hieß es am anderen Ende der Leitung.

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Für Brielmaier war klar, dass sie hilft. Die Ärztin wurde nun selber umfassend untersucht: Ihr Blut, das Herz, die Lunge. „Zu dem Zeitpunkt kann man noch absagen. Sobald der Empfänger aber medizinisch auf die Übergabe vorbereitet wird, gibt es kein Zurück mehr.“ Fünf Tage lang wurde Martina Brielmaier dann mit einer Substanz gespritzt, die die Stammzellen-Bildung stimuliert.

Empfänger nicht kennen gelernt

Nebenwirkungen gebe es keine, sagt sie. „Der ein oder andere hat vielleicht Gliederschmerzen, wie bei einer Grippe. Aber das ist ja nicht schlimm.“ Bei der Stiftung AKB sei sie dann rund vier Stunden an einem Gerät gehangen. „An dem einen Arm wurde mir Blut abgenommen. Im Gerät wurde das Blut gefiltert, so dass die Zellen, die gebraucht werden, abgesondert werden. Am anderen Arm kommt das Blut dann wieder rein“, erklärt sie vereinfacht den Vorgang. Die Stammzellen würden in einem Beutel aufbewahrt. Rund fünf Jahre ist es nun her, dass Brielmaier gespendet hat. Bislang hat sie den Empfänger nicht kennen gelernt. Sie wäre dazu bereit gewesen. „Aber offenbar wollte er oder sie es nicht.“ Jeder, der gesund ist, könne zum Helfer werden, betont sie – gerade in Hinblick auf die anstehende Typisierungsaktion in Augsburg. „Auch wenn an dem Tag für Herrn Zinnecker kein Spender gefunden wird, die Spender werden weltweit registriert und können vielleicht jemand anderem helfen.“ Das sieht auch der erkrankte Gerhard Zinnecker so. „Wenn der passende Spender für mich nicht dabei ist, dann hoffentlich für jemand anderen. Da gehe ich gerne als Zugpferd voran“, sagt der Betroffene selbstlos.

Typisierungsaktionen in Augsburg

Die Typisierungsaktion findet am Samstag, 18. November, von 11 bis 16 Uhr im Kongress am Park, Gögginger Straße 10, statt. Der zeitliche Aufwand ist gering, es wird ein wenig Blut abgenommen. Durchgeführt wird die Aktion von der AKB, dem Bayerischen Roten Kreuz, Kreisverband Augsburg-Stadt, und dem Blutspendedienst des BRK. Schirmherr ist Oberbürgermeister Kurt Gribl.

Infos online unter www.akb.de. Zu einer weiteren Typisierung laden Turnverein Augsburg und DKMS am Samstag, 18. November, zwischen 10 und 15 Uhr ein. Ort: Gabelsbergerstraße 64 in Göggingen.

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