1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. So sollen Hunderte Fujitsu-Mitarbeiter einen neuen Job bekommen

Augsburg

18.07.2019

So sollen Hunderte Fujitsu-Mitarbeiter einen neuen Job bekommen

Die Fujitsu-Beschäftigten hoffen, schnellstmöglich einen neuen Arbeitgeber zu finden. Denn Im September 2020 wird der Standort in Augsburg geschlossen. Nun soll eine eigene Stellenbörse helfen, den Absprung zu schaffen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Für die Beschäftigten von Fujitsu gibt es eine eigene Stellenbörse. An teilnehmenden Unternehmen mangelt es nicht. Das Problem bei der Jobsuche liegt woanders.

Spätestens im September 2020 werden rund 1000 Beschäftigte in Augsburg ihren Job verlieren. Dann schließt der japanische Computerhersteller Fujitsu seinen Standort in der Bürgermeister-Ulrich-Straße. Von den ursprünglich rund 1500 Betroffenen konnten rund 350 Mitarbeiter entgegen erster Annahmen nun doch bei Fujitsu bleiben und für manche wurde der Weg in den (Vor)Ruhestand möglich. Doch die anderen rund 1000 Mitarbeiter brauchen einen neuen Arbeitgeber.

Um ihnen möglichst frühzeitig eine berufliche Perspektive bieten zu können, hat die „Augsburger Allianz für Arbeitsplätze“, ein Gremium aus Wirtschaftskammern, Arbeitsagentur, Gewerkschaften und Stadt, deshalb eine eigene Stellenbörse für die Betroffenen initiiert. Ein Modell, wie es sich zuletzt auch bei der Standortschließung des Lampenherstellers Ledvance bewährt hat.

Werkshalle für Fujitsu-Börse frei geräumt

Zahlreiche Unternehmen kamen damals, um ihre Hilfe und offene Stellen anzubieten. Mit großem Erfolg. Noch einmal intensiver war die Rückmeldung jetzt bei Fujitsu. 89 Firmen werden sich und ihre Angebote am Montag präsentieren, in einer Werkshalle auf dem Fujitsu-Gelände, die dafür extra komplett frei geräumt wurde, wie Pressesprecher Michael Erhard sagt.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Unter den 89 teilnehmenden Unternehmen sind viele renommierte Mittelständler aus Augsburg und der Region, aber auch große Namen wie MAN Energy Solutions, Hosokawa Alpine, die Wafa GmbH, das Deutsche Patent- und Markenamt oder auch die Lechwerke. „Wir hätten noch mehr Unternehmen mit ins Boot holen können, aber irgendwann mussten wir aus organisatorischen Gründen stoppen“, erzählt Arbeitsamt-Chefin Elsa Koller-Knedlik. Bei der Auswahl habe man darauf geachtet, möglichst für alle Qualifikationen sowie Altersstrukturen Angebote dabei zu haben. Denn diesbezüglich gibt es in der Belegschaft eine große Bandbreite.

Fujitsu-Mitarbeiter in Augsburg müssen wieder lernen, sich zu bewerben

Die Agenturchefin ist dennoch zuversichtlich, dass sich für viele der erwarteten rund 850 Beschäftigten am Montag neue Perspektiven auftun werden. Gibt aber auch zu bedenken: „Die Vermittlung in eine neue Arbeitsstelle ist aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage gerade die kleinere Herausforderung. Vielmehr geht es um emotionale Aspekte.“ Gemeint sind die Hürden, die es zu nehmen gilt, wenn man sich nach vielen Jahren erstmals neu bewerben muss, oder wie es gelingen kann, Fujitsu-spezifische Qualifikationen auf andere Einsatzfelder zu übertragen.

Deshalb handelt es sich bei der Veranstaltung am Montag auch nicht um eine reine Stellenbörse, sondern vielmehr um einen Aktionstag. Es wird Vorträge zu den Themen „Selbstvermarktung“, „Bewerben leicht gemacht“ und „Existenzgründung“ geben. Auch ein Sprecher der Rentenversicherung wird vor Ort sein und über Chancen und Risiken des vorgezogenen Ruhestands berichten. Es gilt, Hemmungen abzubauen und die Beschäftigten barrierefrei mit Personalverantwortlichen in Kontakt zu bringen.

Jobbörse ist nicht der letzte Rettungsanker

Einige der Beschäftigten setzen daher große Hoffnungen auf den Aktionstag der „Allianz für Arbeitsplätze“. Vor allem die Hilfestellung rund um das Thema Bewerbung wird geschätzt, hört man aus dem Umfeld. Als letzten Rettungsanker müsse man den Aktionstag aber nicht betrachten, gibt Karl Bayerle von der städtischen Wirtschaftsförderung mit auf den Weg.

„Die Veranstaltung ist der erste Aufschlag, einer von mehreren Bausteinen auf dem Weg in einen neuen Job“, sagt er. Unter anderem wird es eine Beschäftigungsgesellschaft geben, die alle jene auffängt, die auf dem Arbeitsmarkt ad hoc nicht fündig werden. „Das ist eine wesentliche Erleichterung im Vergleich zu Ledvance, wo es diese Einrichtung nicht gab“, schildert Elsa Koller-Knedlik.

Schönreden will sie die Lage dennoch nicht. Für jeden Einzelnen sei ein Arbeitsplatzverlust eine emotionale Herausforderung. Nun sei es Aufgabe der Allianz für Arbeitsplätze, dabei Hilfestellung zu leisten.

Lesen Sie auch: Das steckt hinter der „Allianz für Arbeitsplätze“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren