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15.05.2020

Stadtrat ermöglicht Kurzarbeit

Die Sozialfraktion übt harsche Kritik

Der Stadtrat hat am Donnerstag die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass bei der Stadtverwaltung wegen der Corona-Krise Kurzarbeit eingeführt werden kann. Betroffen wäre aber nur ein minimaler Teil der Beschäftigten, sagt Personalreferent Frank Pintsch ( CSU). Bei knapp 6800 Beschäftigten komme das Instrument allenfalls für 57 Mitarbeiter des Bäderamtes sowie weitere 13 Mitarbeiter der Sing- und Musikschule infrage, und auch das nur nach nochmaliger Prüfung der Situation. Hintergrund ist, dass momentan nicht absehbar ist, wann Bäder wieder öffnen dürfen und wann es in der Musikschule wieder Chorunterricht gegeben werden kann.

Es gehe, so Pintsch, um ein „absolutes Randthema“. Die Stadt stehe zu ihren Beschäftigten. Man habe Personal, das durch die Corona-Krise betroffen war, meist anderweitig eingesetzt. Kita-Mitarbeiter, die nicht in der Notbetreuung tätig waren, wurden etwa an die städtische Corona-Hotline beordert. Die Büchereimitarbeiter hätten die Zeit der Schließung genutzt, um Revisionsarbeiten zu erledigen und neue Ausleihkonzepte zu entwickeln. Und auch aus dem Bäderamt wurden mehrere Mitarbeiter an die Museen als Empfangspersonal oder als Helfer ans Hilfsprojekt der Augsburger Tafel vermittelt. Man bemühe sich, so Pintsch, für möglichst viele Mitarbeiter eine Lösung zu finden. Inzwischen seien so gut wie alle Mitarbeiter wieder regulär im Einsatz.

Für die möglicherweise von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter wird es auf eine Zahlung von 95 Prozent des Nettogehalts hinauslaufen. Die Stadt würde 40000 Euro pro Monat sparen. Pintsch bezeichnete Kritik an der Kurzarbeit von SPD und Linken als ungerechtfertigt. Sie verunsichere Mitarbeiter.

Von der Sozialfraktion, die im Stadtrat gegen Kurzarbeit stimmte, kam harsche Kritik. Die Stadt verabschiede sich vom Prinzip, ein verlässlicher Arbeitgeber zu sein. Die Stadt spare sich kaum etwas, bringe aber Unruhe indie Belegschaft. „Die geplante Anordnung von Kurzarbeit ist absolut realitätsfremd“, so Fraktionschef Florian Freund (SPD). Grundsätzlich gebe es an vielen Stellen fast chronischen Personalmangel. Die Einführung von Kurzarbeit bedeute fürs Personalamt zudem Mehraufwand und verursache Kosten für Software-Umstellungen. Außerdem sei absehbar, dass Bäder irgendwann öffnen würden. Die Kurzarbeit bedeute einen Imageschaden für die Stadt als Arbeitgeber.

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