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08.07.2010

Star-Dirigent an der Wertach verewigt

Oberhausen Paul Ben-Haim gehört zu den wichtigsten Komponisten und Dirigenten Israels. Von 1924 bis 1931 arbeitete der Musiker als Kapellmeister am Augsburger Stadttheater. Jetzt wurde ein Weg an der Wertach nach ihm benannt.

"Er ist zwar kein echter Hettenbacher, hat aber in der Kargstraße gelebt", sagt Getrud Kellermann in ihrer Festrede. Sie ist Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Kellermann verwies auf die "fadenscheinige Entlassung" des Kapellmeisters in Augsburg. Begründet wurde dies mit der Wirtschaftskrise. Die Vorsitzende sieht allerdings viel mehr die Berufung eines neuen Intendanten im Jahr 1931 als Ursache. "Er war Mitglied der NSDAP."

Für Augsburgs Operndirektor Ralf Waldschmidt zeigt sich im Schicksal Ben-Haims die "problematische Vernetzung von Theater und Politik." Die Entlassung Ben-Haims bezeichnete er als Geschichte von Schuld und Versagen und einen großen Verlust.

Angestoßen wurde die Benennung eines Weges von Wilhelm-Georg Burkert, dem Initiator der Augsburger Egk-Tage. Die Musikveranstaltung hat heuer das Thema "Werner von Egk und Zeitgenossen". Die beiden Musiker seien zwar keine engen Freunde gewesen, hätten sich aber gekannt, sagt Burkert. Anlässlich des 25. Todestages Ben-Haims im vergangenen Jahr engagierte er sich für die Namensgebung. Dem Vorschlag stimmte der Augsburger Stadtrat am 17. Dezember 2009 zu.

Auf Burkerts Bemühungen gehen bereits zwei andere Benennungen für Fußwege im Zentrum Oberhausens zurück: für die Musiker Werner Egk und Joseph Dantonello. "Wir sind der Stadtteil mit den meisten Musikernamen", betont der Initiator nicht ohne Stolz.

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