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05.03.2009

Statt Chapel kommt wohl eher der Container

Pfersee In Pfersee spitzt sich die Situation bei den Kindertagesstätten zu: Plätze sind Mangelware. Neubaugebiete wie das Sheridan-Gelände verschärfen das Problem noch, zumal dort das von vielen Familien einkalkulierte Westpark-Bildungshaus noch auf sich warten lässt. Voraussichtlich mit einem Provisorium in Fertigbauweise (Container) für zwei Gruppen soll zum kommenden Kindergartenjahr der Engpass etwas abgefedert werden.

Die Alternative, die Sheridan-Chapel als Betreuungsstätte umzubauen, scheint hingegen vom Tisch zu sein. Laut Gabriele Kühn vom Kompetenzzentrum Familie (Kofa) hat eine erste Prüfung ergeben, dass dieses Gebäude "eher nicht" für diesen Zweck geeignet sei. Der Jugendhilfeausschuss hatte vor kurzem die Verwaltung beauftragt, diese Option zu untersuchen.

Dass in Pfersee die Situation prekär ist, bekommt auch Renate Nigg vom Familienstützpunkt Nordwest zu spüren. Derzeit seien alle Einrichtungen voll, der Abgleich für das kommende Kita-Jahr erfolge im April, sagt sie. Nigg und ihr Team koordinieren die Angebote in der gesamten Region. "Im nächstgelegenen Kriegshaber sind die Häuser ebenfalls belegt." Eine Einrichtung, die die Problematik hautnah zu spüren bekommt, ist die direkt am Sheridan-Gelände in der Bürgermeister-Bohl-Straße gelegene Columbus-Kindertagesstätte der evangelischen Gemeinde St. Paul. Dort wurde in den vergangenen Monaten ein Teil des Dachgeschosses umgebaut. Seit Montag ziehen zwei Krippen-Gruppen mit insgesamt 24 Kleinkindern sukzessive ein. "Wir sind aber schon seit Monaten ausgebucht", dämpft Pfarrer Heinz-Friedrich Peschke vom Trägerverein Hoffnungen von Eltern.

Der Ausbau des Hauses, das sich im Besitz der Stadt befindet, schlug nach Angaben von Eva Hermanns vom städtischen Fachbereich Kindertagesstätten mit 320 000 Euro zu Buche. Vom Freistaat seien dafür 195 000 Euro Zuschuss zu erwarten.

Statt Chapel kommt wohl eher der Container

Weiterer Ausbau angeregt

In dem großzügigen Gebäude, das derzeit noch eine schulvorbereitende Einrichtung beherbergt, steht theoretisch noch ein weiterer Dach-Trakt zur Verfügung. In einem Schreiben an Bildungsreferent Hermann Köhler und seinen Sozial-Kollegen Max Weinkamm regt Jens-Holger Ziegler vom CSU-Ortsverband Pfersee an, diese Option bei ihren Planungen zu berücksichtigen.

Sowohl Pfarrer Peschke als auch Columbus-Leiterin Marion Tauchmann winken ab. Bei jetzt schon 124 Mädchen und Buben würde ein Zuwachs den Rahmen des pädagogisch Sinnvollen sprengen. Dem pflichtet Kofa-Leiterin Kühn bei: "Wir wollen keine Kinderfabriken, sondern kleine, dezentrale Einrichtungen."

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