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02.02.2009

Streik stoppt heute Bus und Tram

Der Augsburger Nahverkehr steht heute: Seit Mitternacht streiken die Fahrer der Augsburger Verkehrsgesellschaft (AVG), einer Tochter der Stadtwerke, für 24 Stunden. Städtische Busse und Straßenbahnen bleiben in ihren Depots.

Betroffen dürften rund 180 000 Fahrgäste sein. Berufstätige und Schüler können allenfalls auf die Regionalbusse des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV) oder die Bahn ausweichen. Ein späterer Schulbeginn ist nicht vorgesehen, allerdings soll bei Prüfungen Rücksicht auf den Streik genommen werden (siehe Nachgefragt). Studenten dürfen sich aber nicht auf den Streik berufen, wenn sie zu spät zu einer Klausur kommen, so die Uni. Am Mittwoch soll der Verkehr wieder normal laufen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die 6 500 Beschäftigten in den kommunalen bayerischen Verkehrsbetrieben 9,5 Prozent mehr Lohn. Auch in München und Nürnberg wird heute gestreikt. In Augsburg arbeiten etwa 450 Fahrer bei der AVG. Zusätzlich in Streik treten die Beschäftigten in den Depots und im Gleisbau. Anders als beim Warnstreik 2006, als es in Augsburg teils erboste Fahrgastreaktionen gab, hat Verdi den Ausstand diesmal deutlich früher angekündigt.

In Augsburg gibt es bei den Fahrern unterschiedliche Gehaltsgefüge. Fahrer, die in den vergangenen Jahren eingestellt wurden, bekommen weniger Geld als altgediente Kräfte. Doch auch deren monatliche Zuschläge werden abgeschmolzen - jedes Jahr um 40 Euro. Dies war der Preis dafür, Alt- und Neufahrer in einen gemeinsamen Tarifvertrag zu bekommen (wir berichteten). Zwar wurde die Lohneinbuße bisher über eine Einmalzahlung aufgefangen, aber die Gewerkschaft will ein verbrieftes höheres Monatsgehalt. "Es wird Zeit, dass es etwas mehr wird", so Hans Blöchl von Verdi Augsburg.

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Während es in München einen Notfahrplan gibt, geht in Augsburg gar nichts. In der Landeshauptstadt wird ein Teil des Nahverkehrs von Privatunternehmen im Auftrag der Stadt gefahren. Diese Privatfahrer streiken nicht. "In Augsburg hingegen sind alle Fahrer bei der AVG beschäftigt", so Stadtwerkesprecher Jürgen Dillmann.

Dass es zu einem Verkehrschaos kommt, ist unwahrscheinlich. "Aus der Erfahrung vergangener Streiks vermuten wir, dass gravierende Folgen ausbleiben werden", so Polizeisprecher Robert Göppel. Vermutlich liegt dies auch daran, dass die Vorrangschaltung an Ampeln für die Tram wegfällt. Somit bleiben für die Autos die Ampeln länger grün.

Berufstätige und Schüler werden heute, wenn sie nicht laufen, radeln oder mit dem Auto fahren, auf die AVV-Regionalbusse oder die Bahn mit ihren innerstädtischen Haltepunkten umsteigen müssen (siehe Grafik). "Auffangen können die Regionalbusse den Streik nicht", sagt Josef Schmid vom AVV. Die Busse mit den dreistelligen Nummern aus dem Umland fahren im üblichen Takt (je nach Linie und Uhrzeit Takte zwischen einer Viertelstunde und mehreren Stunden), stoppen aber nicht an jeder städtischen Haltestelle. "Je näher sie der Innenstadt kommen, desto voller werden sie sein. Irgendwann passt wohl keiner mehr rein", vermutet Schmid.

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