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Coronavirus

22.05.2020

Studie aus Augsburg: Lungenschäden führen zum Tod von Covid-19-Patienten

Nach einer neuen Studie des Augsburger Universitätsklinikums ist die Todesursache bei Covid-19-Patienten offenbar eine irreversible Schädigung der Lunge.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Die Todesursache bei Covid-19-Patienten geht auf eine irreversible Schädigung der Lunge zurück. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Augsburg.

Für bundesweite Aufmerksamkeit hatten jüngst die Aussagen des Hamburger Pathologen Professor Klaus Püschel gesorgt, der nach der Obduktion von an Covid-19 verstorbenen Patienten gesagt hatte, dass alle Vorerkrankungen aufgewiesen hätten. Eine nun veröffentlichte Augsburger Studie weist in eine ähnliche Richtung.

Ein Ärzteteam um die Pathologin Dr. Tina Schaller von der Uniklinik Augsburg hatte seit dem 4. April 19 Obduktionen an verstorbenen Patienten mit Covid-19 vorgenommen. Die Ergebnisse der ersten zehn Obduktionen wurden mittlerweile in der renommierten Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association publiziert. Das Ergebnis lautet zusammengefasst: Das Lungengewebe war irreversibel geschädigt. Ursache dafür war das Virus – und nicht etwa die maschinelle Beatmung der Patienten (was aber immer wieder diskutiert wird).

Corona-Studie: „Alle Patienten litten an schweren Grunderkrankungen“

Dies konnte schon deshalb als Ursache weitgehend ausgeschlossen werden, da mehr als die Hälfte der Patienten gar nicht künstlich beatmet wurde. Die massiv beeinträchtigte Sauerstoffaufnahme der Lungen führte schließlich zum Tod der Erkrankten. „Die wichtigste Erkenntnis aus der ersten Analyse ist, dass die beschriebenen Lungenschädigungen offensichtlich nicht eine Komplikation der Beatmung darstellen. Alle Patienten litten an schweren Grunderkrankungen, die jedoch nicht unmittelbar zum Tod führten“, ergänzt Professor Bruno Märkl, Direktor des Instituts für Pathologie und Molekulare Diagnostik des Universitätsklinikums Augsburg.

In den übrigen Organen konnten keine augenscheinlich schweren Veränderungen nachgewiesen werden. Die zehn Patienten hatten ein Durchschnittsalter von 79 Jahren, wobei sie insgesamt zwischen 64 und 90 Jahre alt waren. Sie hatten im Schnitt vier Vorerkrankungen, überwiegend handelte es sich um Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch die Uniklinik Ulm vermeldet ganz aktuell wissenschaftliche Erkenntnisse: Virologen haben dort das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß am Freitag mit. Es sei allerdings noch nicht klar, ob sich das Kind wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im ebenfalls renommierten Fachjournal The Lancet.

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