1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Top beim Kino, Flop bei den Kulturausgaben

Städte-Rangliste

04.08.2012

Top beim Kino, Flop bei den Kulturausgaben

Augsburg landet in einem bundesweiten Vergleich auf Rang 10

Nicht nur die Schüler haben in den vergangenen Tagen einen Überblick über ihre Leistungen erhalten. Augsburg hat ebenfalls ein Zeugnis bekommen: ein gutes. Im Kulturstädteranking 2012, das das Hamburgerische WeltWirtschafts Institut (HWWI) im Auftrag der Berenberg Bank nun veröffentlichte, landet Augsburg im Vergleich der 30 größten deutschen Städte auf dem zehnten Platz.

Das Ergebnis ist an sich schon nicht schlecht, in einzelnen Bereichen kann die Stadt mit ihrem Angebot sogar andere Großstädte wie Berlin, Hamburg oder München übertrumpfen. So bietet Augsburg im bundesweiten Vergleich ihren Bewohnern und Gästen die meisten Kinoplätze, bei der Anzahl der Theater- und Opernsitzplätze rangiert sie auf dem zweiten Platz. Ein Überblick.

lÖffentliche Kulturausgaben Die Ausgangslage ist erst einmal ernüchternd. Augsburg landet hier im unteren Drittel, auf Platz 21 – allerdings immer noch vor München (Rang 22) und Nürnberg (Rang 23). Kulturreferent Peter Grab steht im Verwaltungshaushalt ein Budget von 30 Millionen Euro zur Verfügung. Sparrunden laufen aber.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

lBibliotheken Bei den laufenden Ausgaben für Bibliotheken kann Augsburg ebenfalls nicht punkten. Platz 23 heißt es in der Rangliste, in der Stuttgart Platz 1 belegt, Berlin und Aachen die rote Laterne tragen. „Der Ankaufsetat ist ein altes Problem von uns“, weiß auch Grab, freut sich aber über die Anzahl der aktiven Bibliotheksnutzer. Knapp 100 Personen je 1000 Einwohner besuchen eine öffentliche Bibliothek. Das bedeutet Platz 12, noch vor Hamburg, Köln oder Frankfurt. „Bei dieser guten Platzierung wirkt sich unsere Neue Stadtbücherei aus“, so Grab.

l Kino und Theater Absoluter Spitzenreiter in der Anzahl der Kinoplätze ist Augsburg. Den 1. Platz gibt es für rund 21 Kinoplätze je 1000 Einwohner, bei Schlusslicht Duisburg sind es gerade einmal sieben. Und auch bei den Theater- und Opernsitzplätzen (inklusive Musicals) ist Augsburg auf dem zweiten Rang ganz vorne mit dabei. 24 Plätze je 1000 Einwohner werden den Augsburgern geboten. Bevölkerungsstarke Städte wie Berlin (Platz 24), München (Platz 18) und Hamburg (Platz 17) können da nicht mithalten. „Allerdings sagt diese Erhebung auch nichts über die Qualität der Theater aus“, sagt Jan Wedemeier, wissenschaftlicher Mitarbeiter des HWWI.

Die Nachfrage ist jedenfalls vorhanden: Augsburg erreicht mit seinen Besucherzahlen der Spielzeit 2009/2010 den 5. Platz. Stuttgart ist erneut der Primus, Nürnberg belegt Rang 23. Grab: „Das ist unser Dilemma. Die Stadt muss viele Plätze finanziell unterstützen, das kostet uns überdurchschnittlich viel Geld. Erfreulich ist, dass das Angebot bei den Einwohnern ankommt. Deshalb nehme ich auch den Freistaat in die Pflicht und fordere, dass er sich noch mehr engagiert.“

lMuseumsbesuche In diesem Bereich schneidet Augsburg mit seinem siebten Rang ebenfalls überdurchschnittlich gut ab. Das spiegelt sich allerdings nicht in den Zahlen der Gästeankünfte wider. Hier belegt Augsburg den 19. Platz. „Die Stadt kann mit ihrer über 2000-jährigen Geschichte und ihrem guten Museumsangebot punkten. Allerdings kommen nach wie vor vor allem Tagestouristen zu uns, viele Gäste übernachten in München“, sagt Grab.

lKulturwirtschaft Dazu zählt das HWWI Musik-, Film-, Rundfunkwirtschaft, Buch- und Kunstmarkt, Designwirtschaft, Architektur und Pressemarkt. Das Institut sieht darin einen bedeutenden und expandierenden Wirtschaftszweig. An Augsburg geht diese Entwicklung nicht vorbei: Die Umsätze, die in diesem Bereich generiert werden, katapultieren Augsburg auf den sechsten Platz. Vier Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten haben 2011 in diesem Sektor gearbeitet (Platz 13).

„Augsburg hat als mittelgroße Stadt mit dem zehnten Rang ein sehr gutes Endergebnis erzielt“, so Jan Wedemeier. Es gebe ein breites kulturelles Angebot, das auch nachgefragt werde. Das spreche für eine interessierte Bildungsschicht. „Ein attraktives und vielfältiges Angebot bietet Lebensqualität, die die Wohnortwahl von Menschen und damit die Position von Städten im Wettbewerb um Fachkräfte beeinflusst“, sagt er.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren