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Augsburg

29.01.2019

Uni-Klinik: Hier entsteht der neue Medizin-Campus

An dieser Stelle an der Steppacher Straße entsteht der neue Medizin-Campus in Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner/Montage: Robin Sonntag

Das Großprojekt der Universität neben der Uniklinik steht vor einem entscheidenden Schritt. Jetzt wird das Grundstück vorbereitet. Doch die Zeit ist knapp.

Der neue Medizin-Campus der Universität Augsburg geht in die Realisierungsphase. Die Planungen der ersten beiden Neubauten für Forschung und Lehre neben der Uniklinik laufen auf vollen Touren. Erste Vorbereitungen werden nun auch vor Ort sichtbar: Ab dem 1. Februar soll zunächst das Baufeld hergerichtet werden. Schon bald werden weitere wichtige Schritte folgen.

Der Zeitplan ist knapp. Die ersten Augsburger Medizin-Studenten werden diesen Herbst ihr Studium antreten – vorerst im ehemaligen Gebäude der Kinderklinik, das umgebaut wird. Doch mittelfristig wird auf dem Areal zwischen Krankenhaus und dem Stadtberger Virchow-Viertel ein eigener Campus entstehen. Über den aktuellen Stand des Großvorhabens informiert nun das Staatliche Bauamt: Diesen Freitag starten die vorbereitenden Rodungsarbeiten. Dabei sollen Gehölze und einzelne Bäume südlich der bestehenden Straßenbahnhaltestelle gefällt werden. Um den Eingriff in die Natur für die Neubauten auszugleichen, sind Ausgleichsflächen rechtlich vorgeschrieben.

Der Medizin-Campus entsteht westlich der Uniklinik

Mit der Anlage dieser neuen Naturräume sei bereits im Dezember 2018 begonnen worden. Die Arbeiten starteten westlich der Uniklinik und des zukünftigen Medizin-Campus entlang der Steppacher Straße. Dort sieht der Bebauungsplan vor, dass auf einem Areal von 6,5 Hektar ein ehemaliger Acker landschaftlich modelliert und bepflanzt wird. Nach Angaben des Staatlichen Bauamtes werden dort eine Salbeiwiese und Hecken entstehen, auch Einzelbäume und ein Eichenwäldchen sind vorgesehen. Darüber hinaus werden für den Artenschutz notwendige Eidechsenhabitate angesiedelt, kleinere Gewässer und Hochstauden angelegt.

Auch der nächste konkrete Schritt hin zum neuen Medizin-Campus steht schon fest: Die gerodeten Bereiche werden anschließend auf Kampfmittel untersucht. Außerdem werden archäologische Sondierungen vorgenommen. Diese Arbeiten erfolgen ergänzend zu den großflächigen archäologischen Untersuchungen im vergangenen Jahr.

Bereits im April 2018 war der Architektenwettbewerb für die ersten beiden Neubauten der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg entschieden worden. Der Auftrag ging an den ersten Preisträger, die Berliner „BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH“. Die Architekten planen nun zum Einen das neue Lehrgebäude für Medizinstudenten. Es wird Raum für Hörsäle, Seminar- und Praktikumsräume haben, dazu eine Medizinische Fachbibliothek. Auch das Dekanat der Medizin-Fakultät und das Institut für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin bekommen dort Räume. Der zweite Neubau ist das künftige Forschungsgebäude. Dort wird das Institut für Theoretische Medizin (ITM) unterkommen. Außerdem soll es dort Platz für Labore, Praktikumsräume und einen sogenannten „Post-Mortem-Bereich“ mit der Anatomie geben.

Die Kosten für den Campus liegen bei 140 Millionen Euro

Wenn es keine Verzögerungen gibt und der Landtag das Projekt finanziell durchwinkt, werden ab 2020 die Bagger für die ersten Neubauten auffahren. Nach dem aktuellen Zeitplan sollen sie bis zum Jahr 2023/24 fertig sein. Die Kosten liegen bei 140 Millionen Euro. Augsburgs Unipräsidentin Sabine Doering-Manteuffel freut sich, dass die Vorbereitungen rasch vorangehen. „Der Bau unseres neuen Medizincampus ist ein wichtiger Ausbauschritt für die Universität.“

Bis die ersten Gebäude für die medizinische Forschung und Lehre fertig sind, werden die neuen Augsburger Medizinstudenten und Professoren aber noch mit einer Übergangslösung leben müssen. Laut Medizin-Gründungsdekanin Martina Kadmon werden es „schon sehr gute, ja fast ideale Lösungen“ sein: Im Sommer soll erst einmal die ehemalige Kinderklinik in unmittelbarer Nachbarschaft des Universitätsklinikums bezogen werden. Dort werden dann im Herbst die ersten 84 Medizinstudierenden begrüßt. „Es ist ein Meilenstein, auf den wir gespannt und voller Vorfreude hinarbeiten“, sagt Kadmon.

Ein Thema könnte aber noch für Ärger sorgen: die Parkplatzfrage. Nach dem rechtsgültigen Bebauungsplan müssen auf dem Medizin-Campus nur 150 Stellplätze angelegt werden. Aus den Nachbarstädten Stadtbergen und Neusäß kam bereits der Einwand, dass diese Zahl zu gering sei. Die Stellplätze müssen nicht nur für Studenten und Lehrpersonal, sondern auch für bis zu 1000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung reichen. Schon heute ist der Parkplatz am Uniklinikum zu bestimmten Zeiten übervoll. Das Staatliche Bauamt teilte nun mit, dass die vorgeschriebenen 150 Parkplätze bereits am Anfang des Campus-Projekts gebaut werden.

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