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Augsburg

12.12.2019

Warum das "Bayerische Haus am Dom" demnächst schließt

Jörg Zobel gibt das Restaurant „Bayerisches Haus am Dom“ auf.
Bild: Ina Marks

Plus Bei zwei Restaurants in der Innenstadt gibt es Veränderung: Das "Bayerische Haus am Dom" schließt, im Lechviertel wird ein Lokal an bekannte Wirtsleute übergeben.

Zum Jahreswechsel stehen in Augsburgs Gastronomie Veränderungen an. Ein Restaurant im Domviertel schließt seine Pforten. Ein weiteres Lokal im Lechviertel wird von neuen Betreibern übernommen, die als Wirte bereits bekannt sind.

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Jörg Zobel mag nicht mehr. Elf Jahre lang hat der gelernte Restaurantfachmann das „Bayerische Haus am Dom“ in der Nähe des Obstmarktes geführt. Augsburger und Touristen kamen in das Wirtshaus, um bayerisch-schwäbisch zu essen. Im Sommer war der kleine Biergarten beliebt. „Zu uns kamen auch viele Firmen, die ihren Gästen aus dem Ausland die bayerische Wirtschaft nahe bringen wollten“, meint der 51-Jährige. Stolz erzählt er, dass das „Bayerische Haus am Dom“ auch in ausländischen Reiseführern mit guten Bewertungen aufgeführt wird. „Touristen, die uns besuchten, haben uns das gerne gezeigt.“

"Bayerisches Haus am Dom" in Augsburg schließt bald

Traurig sei er jetzt schon, meint der 51-Jährige. Denn am 26. Dezember ist der letzte Tag, an dem die Wirtschaft geöffnet hat. Er fügt hinzu: „Aber es ist die richtige Entscheidung.“ Zobel traf sie, weil er mit seinem Mietverhältnis nicht mehr zufrieden war. In dem Vertrag, so erzählt er, habe gestanden, dass er sich selbst um sämtliche Instandsetzungen und Reparaturen zu kümmern hat. So einen Kontrakt würde er wohl heute mit seinen Erfahrungen nicht mehr unterzeichnen.

Warum das "Bayerische Haus am Dom" demnächst schließt

Wie Zobel berichtet, hat er in den vergangenen Jahren viel Geld in den Betrieb gesteckt. Weitere Investitionen wären angestanden. Zobel wollte deshalb den Vertrag ändern. Er sagt, er wäre dafür bereit gewesen, zehn Prozent mehr Pacht für Rücklagen zu zahlen. Aber es sei zu keiner Einigung darüber gekommen. So zog der Gastronom bereits vergangenes Jahr für sich einen Schlussstrich.

Während der einjährigen Kündigungsfrist orientierte sich Zobel neu. In Schwabmünchen eröffnete der Wirt das Restaurant „Zur Wertachau“. Eine Pension gehört dazu. Etliche seiner Augsburger Stammgäste wollen ihn dort künftig besuchen, sagt Zobel. Auch ein Teil seines Personals nimmt er mit. „Dass das Neue so gut läuft und Mitarbeiter bei mir bleiben, macht den Abschied für mich leichter.“

Das "Bohème" in der Altstadt wird ab Januar von zwei Brüdern geführt

Auch in der Altstadt naht eine Trennung. Maria und Erhard Schwarz geben das Kaffeehaus „Bohème“ in neue Hände. Sechs Jahre lang bot das Ehepaar mit seinem Team Kaffee und Kuchen sowie deutsche Küche in dem Lechviertel an.

Maria und Erhard Schwarz betreiben aktuell noch das Kaffeehaus „Bohème“. Sie übergeben das Lokal im Lechviertel zum Jahreswechsel.
Bild: Ina Marks

Das „Bohème“ ist prominent gelegen. Hier am Vorderen Lech kommen viele Augsburg-Besucher auf dem Weg von der City-Galerie in die Stadtmitte vorbei. Auch etliche Touristen sind in dem beschaulichen Eck mit dem plätschernden Lechkanal unterwegs. Im Sommer zieht vor allem der Garten des Bohème, in dem man unter einer alten Kastanie sitzt, Gäste an. „Der Zeitpunkt, um ein Geschäft zu verkaufen, ist nie der richtige“, sagt Erhard Schwarz.

Aber er werde im Januar nun einmal 65 Jahre alt. Da überlege man sich schon, wie lange man noch bis zu 14 Stunden am Tag arbeiten will. „Gastronomie ist Knochenarbeit.“ Seine Frau und er wollen sich ab nächstem Jahr mehr Zeit für sich, für Familie und Freunde nehmen. Eben für alles, was in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist.

Betreiber des "Il Tartufo" sehen in der Übernahme eine neue Aufgabe

Maria und Erhard Schwarz sei wichtig gewesen, dass das Lokal in ihrem Sinne weitergeführt werde. „Das Bohème soll das Bohème mit seiner deutschen Küche bleiben.“ Aus rund hundert Bewerbern, erzählen sie, hätten sie sich ihre Nachfolger ausgesucht. Es sind zwei Brüder, die in der Altstadt bereits ein Lokal betreiben.

Leo und Mentor Barisha führen seit rund zwölf Jahren das italienische Restaurant „Il Tartufo“ am Hinteren Perlachberg. Das wollen sie auch weiterhin tun. Im „Bo- hème“ sehen sie eine neue Aufgabe. Bis auf neue Öffnungszeiten soll alles beim Alten bleiben, betont der 44-jährige Leo Barisha. Er kümmert sich in erster Linie um das zusätzliche Projekt.

„Wir werden abends länger geöffnet haben, außerdem wird es keinen Ruhetag mehr geben.“ Für den Gast werde sich nicht viel ändern, betont Noch-Inhaber Erhard Schwarz. Ihre Nachfolger übernähmen Personal und Küchenteam.

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