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Plärrer-Bilanz

16.04.2018

Was Besucher von einem früheren Plärrer-Start halten

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Am Wochenende gab es noch einmal Sonnenschein und die Besucher auf dem Plärrer und auf der Dult ließen nicht lange auf sich warten. Sowohl Schausteller, Festwirte als auch Beschicker ziehen eine positive Bilanz.
Bild: Michael Hochgemuth

Plärrer und die Dult haben von dem schönen Wetter profitiert. Doch am Ende bleibt eine Frage offen - Schausteller-Chef Josef Diebold will das Gespräch suchen.

Im Gegensatz zum Frühjahrsplärrer im vergangenen Jahr gab es diesmal Sonne satt. Das Wetter bringt nicht nur Josef Diebold, Chef des schwäbischen Schaustellerverbands, ins Schwärmen. „Die Schausteller sind nicht zufrieden, sie sind sogar sehr zufrieden mit dem Plärrer“, betont er am Sonntag auf Anfrage. „Traumhaft“ seien die beiden Wochen gewesen, die ruhig und friedlich abgelaufen waren. Festwirt Thomas Kempter vom Binswanger-Zelt spricht ebenfalls von einem „guten Plärrer“. Dank des Wetters sei auch der Biergarten seines Zelts immer gut besucht gewesen, die Gäste hätten fröhlich gefeiert. Ende gut, alles gut, heißt es also am letzten Tag auf dem Plärrer. Doch an einer Stellschraube könnte noch gedreht werden, wenn es nach Schaustellern und Festwirten ginge.

Dann würde der Beginn des Frühjahrsplärrers künftig vom Ostersonntag auf den Nachmittag des Karsamstags vorverlegt werden. Die katholische Kirche zeigt sich einer Änderung gegenüber durchaus offen. Aber in der evangelischen Kirche herrscht Skepsis. Am Karsamstag sei Raum für Abschied nehmen und Trauern, meint man beim evangelischen Dekanat Augsburg. Die Tage von Karfreitag bis Ostern seien die höchsten christlichen Feiertage. Josef Diebold will nach Abschluss des Plärrers das Gespräch mit den Kirchen suchen, sagt er gegenüber unserer Redaktion.

Die Besucher auf dem Plärrer am Wochenende haben dazu unterschiedliche Meinungen. Theodoras Lazaridis, der sich selbst als begeisterten Plärrergänger bezeichnet, hält nichts von einem früheren Start. „Am Karsamstag wird auch nicht mehr los sein. Die Leute bleiben am Osterwochenende generell überwiegend daheim“, ist der 41-Jährige überzeugt.

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Helmut Schnurrer glaubt sogar, dass manche Schausteller mit ihren Ständen am Samstag gar nicht fertig sind. „Da kommt ja teilweise noch der TÜV.“ Die Tradition, am Ostersonntag mit dem Plärrer zu beginnen, sollte erhalten bleiben, findet Besucherin Ljuba Wagner. Schon allein wegen des christlichen Glaubens.

Plärrer-Besucher: Sogar die Dult darf am Karsamstag starten

Das sehen drei weitere Plärrerbesucher ganz anders. Das Ehepaar Sandra und Stefan Rummelhagen genießen zusammen mit dem Königstreuen Udo Aichmeyer am Samstagnachmittag die Sonne auf dem Volksfest. Die drei sitzen bei Bier und Wein beieinander. Alle sind sie dafür, den Start vorzuverlegen. „Wir sind beide Christen“, betont die 50-jährige Rummelhagen. „Der Karfreitag ist für uns wichtig. Aber samstags haben doch sowieso alle Geschäfte geöffnet. Warum also nicht auch der Plärrer.“ Ehemann Stefan Rummelhagen spricht sogar von einer Benachteiligung der Schausteller. „Jeder andere darf an dem Tag Geschäft machen, nur die Schausteller nicht.“ Er könne das nicht nachvollziehen. Seine Frau findet den Ostersonntag als ersten Plärrer-Tag sogar viel unglücklicher gewählt. „Da sind doch die meisten im Gottesdienst.“

Stefan und Sandra Rummelhagen und Udo Aichmeyer (Mitte) sind für einen früheren Plärrer-Start. Dafür haben sie ihre Gründe.

Für Udo Aichmeyer, der Vorsitzender der Augsburger Königstreuen und Katholik ist, dauert die Karwoche nur bis Karfreitag. „Samstag ist ein normaler Tag. Sogar die Dult darf am Karsamstag starten. Wo ist da der Unterschied?“ Aichmeyer verweist darauf, dass in sämtlichen anderen bayerischen Städten die Volksfeste ebenfalls am Karsamstag eröffnen. Dann sei das auch in Augsburg machbar, so der Mann in Tracht mit dem Zwirbelbart.

Apropos Dult. Von den trockenen und sonnigen Tagen profitierten auch die Beschicker der Dult, die ebenfalls am Sonntag zu Ende ging. „Dank dem Wetter und des guten Sortiments ziehen wir eine sehr positive Bilanz“, berichtet Manuela Müller-Manz, Vorsitzende der Marktkaufleute und Schausteller. Besonders an den Wochenenden sei es auf der Dult voll gewesen. Allerdings sei die Besucherzahl in der zweiten Woche etwas zurückgegangen, als die Frühjahrsmesse afa startete. Müller-Manz bedauert es, dass auch noch mit dem Plärrer drei Großveranstaltungen zusammentreffen. „Das ist etwas viel Angebot für eine Stadt wie Augsburg.“

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