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Augsburg

15.11.2016

Was wird aus Straßen mit brauner Vergangenheit?

Die Dr.-Mack-Straße wurde nach einem Arzt benannt, der in der Zeit der Nationalsozialisten Zwangssterilisationen vornahm.
Bild: Silvio Wyszengrad

2013 forderten die Grünen: Bei Streitfällen soll geprüft werden, ob die Namensgeber in das System der Nationalsozialisten verstrickt waren. Was wurde daraus?

Wer ins Bezirkskrankenhaus fährt, muss durch die Dr.-Mack-Straße. Die Straße, die nach dem Arzt Max Mack benannt wurde, der in der Zeit der Nationalsozialisten Zwangssterilisationen vorgenommen haben soll. Mit dem Kinofilm über das Schicksal des Jungen Ernst Lossa hat sich nun ein Leser unserer Zeitung an diese Straße und an ein Thema erinnert, das die Grünen-Stadtratsfraktion 2013 angestoßen hatte. Damals forderten die Grünen, eine Kommission einzusetzen, die sich mit kritischen Straßennamen aus der NS-Zeit befassen soll. Ist seitdem etwas geschehen?

Die Kommission gibt es schon längst. Die strittigen Straßennamen allerdings auch noch. Bislang hat sich hier nichts geändert. Es gibt sie also noch, die Bürgermeister-Widmeier-Straße in Haunstetten etwa. Xaver Widmeier wurde 1919 Bürgermeister von Haunstetten. 1933 trat er aus der SPD aus und der NSDAP bei. Nach Informationen der Grünen war er in der NS-Zeit am Ausbau des KZ-Außenlagers Haunstetten beteiligt.

Auch die Hans-Watzlik-Straße (benannt nach dem Schriftsteller, der Loblieder auf Adolf Hitler schrieb) in Lechhausen oder die Professor-Messerschmitt-Straße (Flugzeugbauer) im Univiertel haben ihre Namen behalten, um weitere umstrittene Beispiele zu nennen. Die strittigen Namen sind immer noch auf Straßenschildern präsent. Das Thema ist aber nicht vergessen, betont Thomas Weitzel auf Nachfrage. Doch wie der Kulturreferent der Stadt Augsburg sagt, muss erst noch eine andere Aufgabe beendet werden. „Wir widmen uns den Stolpersteinen und den alternativen Erinnerungszeichen. Das ist unser primäres Ziel, das wir zum Abschluss bringen müssen.“

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Wie sollen Gedenktafel aussehen?

Stelen und Tafeln sollen neben am Boden verlegten Stolpersteinen in Augsburg in Zukunft an Holocaust-Opfer erinnern. Doch wie sollen sie aussehen? Dazu läuft derzeit noch ein offener Wettbewerb. Laut Weitzel steht er vor der Finalisierung. „Tolle Entwürfe“, so Weitzel, wurden von Agenturen eingeschickt. Ende November soll darüber entschieden werden. Dann wird der Sieger-Entwurf dem Stadtrat vorgestellt. Weitzel rechnet im Dezember mit einem Stadtratsbeschluss. „Bevor diese Alternativen nicht stehen, können die Stolpersteine nicht verlegt werden“, erklärt er die zeitliche Abfolge.

Im Frühjahr des kommenden Jahres dann sollen die Erinnerungszeichen und die Stolpersteine in der Stadt angebracht werden. Dann wolle man sich den umstrittenen Straßennamen zuwenden. Auch das wird keine leichte Aufgabe. Da ist sich der Kulturreferent schon jetzt sicher. „Das wird eine intensive Diskussion, die kontrovers geführt wird.“ Zum einen seien unter den umstrittenen Namen auf den Straßenschildern Grenzgänger, bei denen der historische Bezug nicht eindeutig klar sei. Zum anderen würde man Straßennamen heutzutage nicht einfach so austauschen. „Denn einen Namen einfach zu löschen, kann auch bedeuten, die Geschichte auszublenden“, sagt Weitzel. Eine mögliche Lösung wäre auch, einen Namen in den richtigen Kontext zu stellen. Mit einem zusätzlichen Schild etwa.

Gründe fordern Kriterien

Das sieht auch Grünen-Stadträtin Verena von Mutius so. Ihrer Meinung nach müssten zunächst Kriterien aufgestellt werden, wann ein Straßenname problematisch ist. Dann erst sollte die Bewertung erfolgen. „Allerdings ist bei manchen Straßen klarer, dass eine Umbenennung erforderlich ist“, sagt sie. Die Dr.-Mack-Straße am Bezirkskrankenhaus ist für die Grünen-Politikerin solch ein Beispiel.

Dass die Kommission mit dem Thema Stolpersteine und Erinnerungszeichen in den letzten Monaten viel zu tun hatte, sieht sie auch so. „Aber die kritischen Straßennamen in Augsburg sind nach wie vor ein wichtiges Thema. Das müssen wir vorantreiben.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

16.11.2016

in Deutschland ist ein Werner Von Braun ein sogenanter Krigsverbrecher !!! in den USA ist er immer noch ein Graoßer Forscher und Wissenschaftler mit den Höchsten Auszeichnungen !! sogar von den Britten hat er einen Orden in den 60 jahren bekommen !!! das ist das Hirnverbrante denken der Deutschen !!! sie Sind keine Christen !!! sie können nicht Vergeben !!! sie wollen die Oberlehrer der Ganzen Welt sein !!! und jetzt kommt wieder die frage ??? warum wir wohl so beliebt sind bei unseren Nachbarn !!! auser natürlich als Geldgeber !!!! es gibt auch noch andere Farben auser schwarz und weiß !!! das sollten sich vor allem die leute der Grünen Partei merken !!! denn wie war es den in der Vergangenheit mit einem Brutalen Schläger Joschka Fischer ??? der dann sogar Ausenmenister war ??? dann muß man auch diesen Nahmen eines Kleinkrimminellen aus allen registern streichen ????

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16.11.2016

ein wenig wirr ist es schon was Sie da schreiben - finden Sie nicht?

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15.11.2016

Sollte man solche Forderungen der Grünen und anderer progressiver Kräfte nicht besser unter der Rubrik: " Sachen zum Lachen" veröffentlichen? Mich amüsiert sowas jedenfalls köstlich, aber hauptsache politisch korrekt.

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16.11.2016

Die Grünen sorgen doch immer für eine gewisses Amüsement - es fallen halt zu viele drauf rein.

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15.11.2016

Autobahnén sperrenn ,sind ja angeblich von Adolf,da sieht man wie bescheuert die Deutschen sind ,die Welt lacht über uns

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15.11.2016

Es gibt keine Straßen mit "brauner Vergangenheit". So ein Schmarrn.

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15.11.2016

Zitat von der Seite http://www.kriegsreisende.de/neuzeit/sacco-roma.htm

Mit der rohesten Einfalt schrieb der Ritter Schertlin in seinen Aufzeichnungen: "Den 6. Tag May haben wir Rom mit dem Sturm genommen, ob 6.000 Mann darin zu todt geschlagen, die ganze Stadt geplündert, in allen Kirchen und ob der Erd genommen was wir gefunden, einen guten Teil der Stadt abgebrannt."

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15.11.2016

Sebastian SCHERTLIN von Burtenbach hat unter anderem die Sacco di Roma ab dem 06.05.1527 zu verantworten. Wie kann man einem solchen Massenmörder eine zentrale Straße in Augsburg widmen?

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