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Augsburg

15.04.2016

Wie oft schießt die Augsburger Polizei bei Einsätzen?

Bei Polizeieinsätzen wird nur selten geschossen, zeigt die Statistik. (Symbolbild)
Bild: Friso Gentsch, dpa

Warnschüsse wie beim Banküberfall am Montag in Augsburg sind selten. Aus einem anderen Grund greifen Beamte öfter zur Waffe.

Die Anspannung der Polizisten war groß, als sie am Montag in der Innenstadt einen Bankräuber verfolgten. Der Mann hatte eine Pistole bei sich. Würde er damit schießen? Als die Beamten den Täter in der Nähe des Roten Tors zu Fuß verfolgten, feuerten sich deshalb auch mehrere Warnschüsse ab. Dass Polizisten zu diesem Mittel greifen, kommt selten vor – im gesamten vorigen Jahr war es im Bereich des Augsburger Präsidiums nur ein Mal der Fall.

Bankräuber ließ sich zunächst offenbar nicht mal durch Warnschüsse stoppen

Für den Einsatz der Dienstpistole, die bayerische Polizei benutzt die P7 des Herstellers Heckler & Koch, gibt es strenge Vorgaben. Im Gesetz steht, die Waffe darf nur genutzt werden, wenn andere Mittel nicht zum Erfolg führen. Der Bankräuber vom Montag ließ sich zunächst offenbar nicht mal durch Warnschüsse stoppen. Den Polizisten gelang es dann aber, den Mann festzuhalten und zu überwältigen. Seine Waffe war eine Schreckschusspistole.

Wenn die Polizisten Warnschüsse abgeben, dann schießen sie meist in die Luft, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Das Risiko, dass ein Unbeteiligter durch ein herabfallendes Projektil getroffen wird, sei gering. Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit, in eine geeignete Fläche zu schießen – etwa in die Erde. Aber das sei auch mit Risiken behaftet. Es ist möglich, dass das Projektil an einem Stein oder anderen Gegenständen abprallt. Grundsätzlich, sagt Siegfried Hartmann, müsse der Polizeibeamte darauf achten, dass durch den Warnschuss niemand in Gefahr gebracht wird.

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Bild: Silvio Wyszengrad

Polizisten wurden mit der Axt bedroht

Gezielte Schüsse auf Menschen sind noch seltener als Warnschüsse. Ein Beispiel ist ein Fall in Merching im Kreis Aichach-Friedberg im Jahr 2013. Damals hatte sich ein 34-jähriger Mann die Dienstwaffe eines Polizisten geschnappt und auf zwei Streifenbeamte geschossen. Einer der Beamten schoss zurück – dabei starb der 34-Jährige. Im Jahr 2012 erschoss ein Polizeibeamter in Aichach einen 47-jährigen Mann, der die Polizisten mit einer Axt bedrohte. Die Staatsanwaltschaft entschied in beiden Fällen: Es war Notwehr.

Weitaus häufiger schießen die Polizisten, wenn es um gefährliche, verletzte oder kranke Tiere geht. Das zeigt die Statistik des Augsburger Polizeipräsidiums. Im vorigen Jahr haben Polizisten in Nordschwaben in insgesamt 60 Fällen geschossen. 134 Schüsse wurden dabei abgegeben. Warnschüsse fielen nur in einem Fall. In Großsorheim im Kreis Donau-Ries, wo mehrere Täter einen Bankautomaten gesprengt hatten und bei der Flucht mit einem Auto einen Beamten anfuhren. In allen anderen Fällen ging es darum, Tiere zu töten. Etwa Wildtiere, die bei einem Verkehrsunfall angefahren worden sind oder Wildschweine, die sich mit ihrer Rotte in die Stadt verirrt haben.

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