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Verkehr

22.10.2014

Wird langsames Radeln auf Friedhöfen erlaubt?

Die Stadt denkt über eine Regelung nach. An der Diskussion entzündet sich überraschend politischer Streit

Die Stadt will das Fahrradfahren auf städtischen Friedhöfen erlauben – allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit. Bisher habe es sich um eine „Grauzone“ gehandelt, so Umweltreferent Reiner Erben (Grüne). Nachdem der Ordnungsdienst im vergangenen Jahr verstärkt kontrolliert hatte, kam heraus, dass es vor allem eine Gefährdung der Friedhofsbesucher gab, wenn die Radler schnell unterwegs waren.

Die Stadt will die Regelung mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Westfriedhof ein Jahr lang ausprobieren. Dies sei etwa für ältere Friedhofsbesucher sinnvoll, die das Grab mit dem Rad besuchen. Offensichtlich hatte es Probleme gegeben, weil der Ordnungsdienst bei seinen Einsätzen auch auf gebrechliche Senioren gestoßen war, die die Wege innerhalb des Friedhofs mit dem Rad zurücklegen.

Hinzu kommt, dass Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung sehr wohl ein Fahrrad benutzen. Das sorge für Verwirrung, so Anette Vedder, Leiterin des Grün- und Friedhofsamtes. Man müsse sich mit der Thematik auseinandersetzen, schon allein, weil die Stadt im Westfriedhof eine Radachse plant, um Sheridan- und Reesepark mit ihren Radwegen zu vernetzen.

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Eine generelle Freigabe sei aber noch nicht sinnvoll, so die Stadträte Stefan Quarg (SPD) und Peter Uhl (CSU) im Umweltausschuss des Stadtrats. „Wir müssen mit den Thematiken von Fall zu Fall umgehen“, so Quarg. Es dürfe keinen „Krieg zwischen Radlern und Trauernden“ geben. Auf dem Ostfriedhof bestehe etwa die Gefahr, dass dieser von Kuka-Mitarbeitern als Abkürzung missbraucht werde. Dies sei unter den Koalitionären intern so beraten worden, erklärte Quarg im Ausschuss.

Die Opposition klagte daraufhin, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Offenbar entscheide die Koalition im Hinterzimmer für sich allein, so Christian Pettinger (ÖDP) und Thomas Lis (AfD). Quarg konterte scharf: Die Opposition fordere Transparenz, jetzt bekomme sie diese eben auch. Alles andere sei „doppelbödig“.

Allerdings erklärte auch SPD-Stadträtin Gabriele Thoma, sie fühle sich „überholt“ vom Koalitionsausschuss. Dies ist kein offizielles Gremium, sondern ein regelmäßiges Treffen der Koalitionäre zur Abstimmung, das es auch schon unter Vorgängerregierungen gab. Offenbar war die Entscheidung nicht an alle Stadträte aus dem Regierungslager weitergegeben worden.

Weil CSU und Pro Augsburg noch Beratungsbedarf anmeldeten, wurde das Thema im gestrigen Umweltausschuss aber noch einmal vertagt. CSU-Stadtrat Peter Schwab merkte etwa an, dass Probleme programmiert seien, weil sich Schrittgeschwindigkeit kaum messen lasse.

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