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Augsburg: Alt und neu: Warum sich Augsburgs Verkehrsschilder ändern

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Alt und neu: Warum sich Augsburgs Verkehrsschilder ändern

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    Vom Pferde-Fuhrwerk bis zum Geisterradler: Wie sich Beschilderungen im Straßenverkehr verändern, sieht man in an einer großen Wand im städtischen Schilderdepot an der Schwimmschulstraße.
    Vom Pferde-Fuhrwerk bis zum Geisterradler: Wie sich Beschilderungen im Straßenverkehr verändern, sieht man in an einer großen Wand im städtischen Schilderdepot an der Schwimmschulstraße. Foto: Silvio Wyszengrad

    Nein, es war kein Schildbürgerstreich. Kürzlich entfernten Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamtes ein seltsam aussehendes Verkehrsschild, das an der Hans-Böckler-Straße im Stadtteil Lechhausen stand. Darauf waren ein Pferde-Fuhrwerk, ein Traktor und ein schwarzer Pfeil abgebildet. Das Schild wies darauf hin, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge eine andere Route nehmen müssen. Allerdings: Die Zeit, in der Bauern mit Pferdegespannen unterwegs waren, ist in Augsburg schon lange vorbei. 

    Das Schild mit Pferde-Fuhrwerk stammt von 1968. "In der heutigen Zeit ist es nicht mehr notwendig, für den landwirtschaftlichen Verkehr gibt es ein Zusatzzeichen mit Schrift", erklärt Herbert Diesenbacher im städtischen Schilderdepot an der Schwimmschulstraße. Im Depot hat das veraltete Verkehrszeichen einen neuen Platz an einer großen Wand bekommen. Dort kann man Relikte aus der fast unüberschaubaren Welt der Verkehrsschilder entdecken. Laut ADAC gibt es in Deutschland über 400 verschiedene Verkehrszeichen. Auch an Augsburgs Straßen kommen regelmäßig alte weg, neue werden montiert. Das hat verschiedene Gründe. 

    Beschilderung in Augsburg: Manche freuen sich über ein Halteverbot

    Diesenbacher ist Meister für Verkehrstechnik. Er kann einiges darüber erzählen, wie viel Arbeit die Beschilderung in einer Großstadt macht. "Wir sind jeden Tag mit mehreren Lkw unterwegs, auch bei Wind und Wetter." Im Depot an der Schwimmschulstraße neben dem Plärrer-Gelände lagern Hunderte Verkehrszeichen und warten auf ihren Einsatz. Momentan sind die Mitarbeiter beispielsweise damit beschäftigt, die angeordnete Beschilderung für Volksfeste und für die Dult vorzubereiten und hinaus auf die Straße zu bringen. Das ganze Jahr über gibt es viele Veranstaltungen zu beschildern, angefangen bei Festen über Märkte bis hin zu Demonstrationen. 

    Was sagen Anlieger dazu, wenn wieder mal ein Halteverbot in ihrer Nachbarschaft aufgestellt wird? "Reaktionen gibt es schon, aber sie sind alle im Rahmen", sagt Diesenbacher. Er erlebt nicht nur Anwohner, die ein Halteverbot kritisch sehen, sondern auch andere, die sich darüber freuen. Darüber hinaus gibt es Schilder in Augsburg, die so manchem Passanten Rätsel aufgeben dürften. 

    Design von Verkehrsschildern geht mit der Zeit

    Diesenbacher meint: "Eigentlich ändert sich bei Verkehrszeichen relativ wenig." Das Design hat sich im Lauf der Jahre und Jahrzehnte aber doch deutlich gewandelt, das kann man an der großen Wand mit den ausgemusterten "Raritäten" sehen. Früher waren auf Verkehrsschildern Dampfloks zu sehen. Heute sind es Triebwagen. Auf Schildern für den Radverkehr sah man früher radelnde Menschen, heute ist es nur noch das Fahrrad. Auch Mütter mit Kindern auf dem Schild für Fußgängerweg sehen heute anders aus. Diesenbacher erwartet, dass bald ein neuer Katalog mit Verkehrszeichen herauskommt und fragt sich, ob sie "gegendert" werden. Auf der Straße gilt der Grundsatz: Alte Verkehrszeichen bleiben so lange gültig, bis sie durch neue ersetzt werden. Das ist etwa dann der Fall, wenn sie zu stark verwittert sind oder wenn sie bei Verkehrsunfällen beschädigt wurden.

    Dieses Schild erklärt die Verkehrsregeln in einer Fahrradstraße.
    Dieses Schild erklärt die Verkehrsregeln in einer Fahrradstraße. Foto: Silvio Wyszengrad

    In Augsburg sind auch neue Schilder hinzugekommen. Beispielsweise das Zeichen für "Fahrradstraße". Selbst Fachleute sagen, dass es für Autofahrerinnen und Autofahrer manchmal schwierig sein kann, sich auszukennen. "Die Leute machen ihre Fahrprüfung, dann kommen Änderungen und sie wissen nicht, welche neuen Regeln gelten", so ein Experte der Stadt. In Augsburg setzt man inzwischen darauf, geltende Vorschriften mit weiteren Hinweisschildern im Straßenraum sichtbar zu machen. So installierte das Tiefbauamt zur Radlwoche 2022 große gelbe Hinweisschilder an verschiedenen Fahrradstraßen, etwa an der Konrad-Adenauer-Allee, die als Fahrradstraße vom Theodor-Heuss-Platz zum Königsplatz führt. Die neuen Schilder informieren direkt vor Ort über die Regeln: Tempo 30 für alle, 1,5 Meter Abstand beim Überholen, nebeneinander Fahren für Radlerinnen und Radler erlaubt.

    Eigene Schilder an Augsburgs Straßen gegen Geisterradler

    Manche Schilder an Augsburgs Straßen sehen aus, als ob sie aus dem amerikanischen Science-Fiction-Film "Ghostbusters - Die Geisterjäger" stammen. Sie zeigen ein schlumpfiges weißes Gespenst mit Fahrrad in einem roten Kreis, eine weiße Hand und die schriftliche Aufforderung "Geisterradler Stop". Was hat es damit auf sich? Diese Schilder seien in einer gemeinsamen Aktion der Polizei, der Stadt und der Verkehrswacht im Rahmen einer landesweiten Kampagne angebracht worden, informiert Markus Furnier im Tiefbauamt. Ziel sei, den Radverkehr in Augsburg sicherer zu machen. Die Aktion richte sich direkt an die Radfahrer – mit Piktogrammen an Radwegen, auf denen Radfahrer häufig die falsche Seite nutzen. 

    Damit Verkehrszeichen immer gut sichtbar bleiben, steht im Depot an der Schwimmschulstraße ein ganzer Schrank voller Reinigungsmittel. Es sind Spezialreiniger. Sie werden nicht nur gebraucht, um witterungsbedingten Schmutz zu entfernen. "Parkscheinautomaten und bestimmte Schilder werden oft verschmiert oder beklebt", sagt Diesenbacher. Besonders häufig werden nach seinen Beobachtungen die Richtungspfeile bei Halteverboten unkenntlich gemacht.

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