Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten
Innenstadt
Icon Pfeil nach unten

Augsburg: Augsburger Klimaaktivisten sind bei Protest gegen Abriss von Lützerath dabei

Augsburg

Augsburger Klimaaktivisten sind bei Protest gegen Abriss von Lützerath dabei

  • |
  • |
  • |
    Zahlreiche Aktivisten sind bereits nach Lützerath gereist - auch aus Augsburg.
    Zahlreiche Aktivisten sind bereits nach Lützerath gereist - auch aus Augsburg. Foto: Henning Kaiser, dpa

    In diesen Tagen ist der kleine Weiler Lützerath in Nordrhein-Westfalen im Fokus der Öffentlichkeit. Mehrere Tausend Menschen haben dort bereits in den vergangenen Tagen an Protesten gegen die geplante Räumung teilgenommen. Der Energieversorgungskonzern RWE möchte dort den Braunkohletagebau Garzweiler ausdehnen. Klimaaktivisten aus Augsburg sind auch vor Ort oder machen sich demnächst auf den Weg. Es sind aber auch Aktionen in Augsburg geplant. 

    Seit Herbst 2021 war die Augsburger Studentin Toni bereits drei Mal in Lützerath. Es habe immer einen besonderen Grund dazu gegeben, sagt sie. Mal war es eine Großdemo gegen den Abriss, mal ein Festival mit verschiedenen Workshops. "Es ging aber auch darum, sich zu vernetzen und den Ort vor der Räumung zu sichern", erklärt sie. Das passiere etwa durch den Bau von Baumhäusern. In den kommenden Tagen will Toni mit weiteren Klimaaktivisten nach Nordrhein-Westfalen fahren. Sie geht davon aus, dass bis dahin womöglich ein Zaun um den kleinen Weiler errichtet wurde und ein direkter Zugang gar nicht mehr möglich sein wird. In der Nacht von Montag auf Dienstag gilt die Mahnwache und damit die geschützte Versammlung als beendet.

    Viele Aktivisten fahren zur Groß-Demo in Lützerath am 14. Januar

    "Dann wird es ein Ersatzcamp in der Nähe geben", berichtet die Studentin. Dort werden sich die Aktivisten treffen. Die Augsburger Studentin will sich nicht an Aktionen beteiligen, sondern die Strukturen in dem Camp unterstützen. "Ich werde kochen, Toiletten putzen und den Gesa-Support unterstützen." Gesa-Support heiß: In Gewahrsam genommene Aktivistinnen und Aktivisten, die wieder frei kommen, werden betreut. "Die Solidarität ist sehr groß. Es fährt auch niemand alleine hin. Jeder hat eine Bezugsgruppe, zu der er Kontakt hält, damit man vor Ort geschützt ist und auch sicher wieder nach Hause kommt", sagt sie. Sie könne maximal eine Woche vor Ort bleiben, andere planten einen kürzeren oder aber auch längeren Aufenthalt. "Viele fahren auch nur für zwei Tage zur Großdemo am 14. Januar hin."

    Mitglieder im Augsburger Klimacamp nehmen Sachspenden entgegen

    In Augsburg und Bayern sind ebenfalls Aktionen geplant, bestätigt Ingo Blechschmidt, Mitinitiator des Augsburger Klimacamps. Er schätzt, dass bereits zehn Augsburger Klimaaktivisten vor Ort sind und sich weitere zehn Aktivistinnen und Aktivisten demnächst auf den Weg machen. Kommende Woche werde ebenfalls eine Abordnung unterwegs sein. Er weist darauf hin, dass im Augsburger Klimacamp Sachspenden, wie geladene Powerbanks, kleine Töpfe, Eddings sowie Nüsse und Schokoriegel für die Besetzung Lützeraths gesammelt und von den Aktivisten dorthin gebracht werden. 

    Klimaaktivisten aus ganz Deutschland setzen sich vehement gegen den Abriss Lützeraths ein. Sie sind der Meinung, dass durch die geförderte Braunkohle Deutschland seinen Beitrag zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze aus dem Pariser Klimaabkommen verfehlen würde. Sie fordern deshalb, dass die Räumung gestoppt und die Braunkohle unter Lützerath im Boden bleiben soll. Außerdem fordern sie einen bundesweiten Kohleausstieg, der kompatibel ist mit der 1,5-Grad-Grenze – sowohl im Rheinland als auch in Ostdeutschland.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden