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Benno-Ohnesorg-Theater

11.07.2018

Doblers Lesebühne zum letzten Mal in dieser Spielzeit

Franz Dobler, Autor und Gastgeber des Benno-Ohnesorg-Theaters im Hoffmannkeller
Bild: Silvio Wyszengrad

Die letzte Ausgabe des Benno-Ohnesorg-Theaters zieht sich in die Länge

Während sich Frankreich gegen Belgien zum Halbfinal-Sieg durchkämpfte, brachten die beiden sich zäh in die Länge ziehenden Halbzeiten der letzten „Benno-Ohnesorg-Theater“-Ausgabe im Hoffmannkeller nur wenig (Erkenntnis)-Gewinn. Gerne würde man sich an dieser Stelle der Äußerung des Gastgebers Franz Dobler anschließen: „Ich muss nicht alles kommentieren“. Man muss und kann wohl auch nicht immer alles verstehen, sinnhaft oder anregend finden. Mit seinen Gedichten „Magazin“ und „Springkraut“ sowie dem Titelsong „Ausziehen“ von Chris Imler umklammerte Dobler diese letzte Politshow-Lesebühne der Spielzeit, zu der rund 25 Zuschauer zu einer Art Abschied ins Kellergewölbe des Theaters gekommen waren.

Michael Wildenhain führt ins Pegida-Ambiente

Der mehrfach ausgezeichnete Autor und frühere Hausbesetzer-Aktivist Michael Wildenhain (Jahrgang 1958) war aus Berlin nicht allein mit einem von Seehofer handsignierten Rucksack an den Lech angereist. Er, seit Mai des Jahres Vorsitzender des Landesverbands Berlin VS, berichtete von der aktuell im Deutschen Schriftstellerverband kontrovers geführten Debatte über mögliche Ausschluss-Verfahren von AfD-Mitgliedern. Mit Ausschnitten aus seinen Romanen „Das Singen der Sirenen“ (2017 nominiert zum Deutschen Buchpreis) und „Träumer des Absoluten“ (2008) führte Wildenhain auf politische Gleise. Zunächst ging es ins schaurige Pegida-Ambiente nach Dresden, später warf er einen detaillierten Blick mittenhinein auf die in den 80er-Jahre verzweifelt nach „Gegengesellschaft“ suchenden Hausbesetzer.

Nach aktuellen Formen von Rebellion suchte dann auch die in Bayern geborene britische Multi-Künstler Anna McCarthy. Musste es denn unbedingt sein, dass sie die vielen Seiten ihrer noch nicht in der endgültigen Form publizierten analytischen Streitschrift „How To Start A Revolution“ sowie das mit einem Video untermalte, und damit noch stärker irritierende Poem „Drink Cold Piss Warm“ komplett auf Englisch vortrug? Ob das Provokation oder künstlerisches Credo war, bleibt dahingestellt und ist subjektiv bis subversiv zu werten.

In jedem Fall machte es den Abend, der im Untertitel verspricht, dass „es nicht ganz blöd sein“ wird, definitiv noch anstrengender und hinterließ doch ein blödes Gefühl. Schade!

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