Wettbewerb

18.09.2019

Ein Anbau fürs Architekturmuseum

Der Siegerentwurf von Mäckler Architekten sieht einen schlanken Anbau an der Seite der Buchegger-Villa vor. Unter der roten Terrasse vor der Villa ist die neue Sonderausstellungsfläche des Museums untergebracht.

Fünf Büros haben Pläne für ein neues Gebäude neben der Buchegger-Villa im Thelottviertel vorgelegt. Der Entwurf von Mäckler Architekten hat die Jury komplett überzeugt

Positive Nachrichten für das Architekturmuseum: Mit einem Anbau soll das Museum im Thelottviertel in Augsburg eine zeitgemäße Ausstellungsfläche bekommen und an Attraktivität gewinnen. Die Arno-Buchegger-Stiftung, der unter anderem die historische Villa des Architekten Sebastian Buchegger gehört, präsentiert nun einen überzeugenden Entwurf für einen Zusatzbau von Mäckler Architekten aus Frankfurt am Main. Fünf Büros hatte die Stiftung aufgefordert, Pläne für einen möglichen Museumsbau vorzulegen.

Der Anbau direkt neben der historischen Villa im Thelottviertel geschieht in einem sensiblen architektonischen Bereich. Die Häuser der Gartenstadt, die Sebastian Buchegger plante und erbaute, stehen unter Denkmalschutz. Ein schmaler, direkt am Haus liegender Bereich auf der Gartenseite der Villa wurde gemeinsam mit der Unteren Denkmalschutzbehörde als möglicher Baubereich ausgewiesen. Mäckler Architekten sieht nun ein Gebäude vor, das am Rand dieser Fläche steht und den Blick auf die Villa von der Gartenseite aus nicht verstellt. Die Ausstellungsfläche wird in ein Kellergeschoß verlegt, das parallel zur Villa verläuft. Das Dach dieses Geschoßes dient als Terrasse.

Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Winfried Nerdinger spricht von einer „in höchstem Maße überzeugenden Lösung“. Um die Zustimmung und den Abstand zu den den anderen Entwürfen zu unterstreichen, hat sie nur noch zwei dritte Preise ausgelobt.

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Das neue Gebäude von Mäckler Architekten wird die Farbigkeit und Materialität der Villa aufnehmen, gleichzeitig in der Formensprache aber auch einen Unterschied deutlich machen. Markant ist vor allem das Dach, das seine Form wechselt: Auf der Straßenseite hat das Gebäude einen spitz zulaufenden Giebel, auf der rückwärtigen Seite hat das Gebäude mit seinem noch spitzer zulaufenden Doppelgiebel fast schon eine sakrale Anmutung.

Die Jury lobt auch das Raumkonzept des Gebäudes. „Die durchdachte und intelligente Anordnung und Abfolge der Räume in einem relativ kleinen Bauwerk ist besonders gelungen“, sagt Oliver Kautz, Vorstand der Arno-Buchegger-Stiftung. Mit möglichst wenig Haustechnik und einer stabilen Ziegelbauweise soll das Gebäude langlebig und wartungsarm sein. Nur ein Baum aus dem Garten der Villa wird diesem Neubau zum Opfer fallen, was die Jury ebenfalls lobend hervorhebt. Der Entwurf achte in besonderem Maße die historische Substanz.

Notwendig macht diesen Anbau die historisch gewachsene Situation des Architekturmuseums. Es ist in der historischen Villa des Architekten untergebracht, die unter Denkmalschutz steht. Das Gebäude wurde nie als Museum konzipiert, es gibt dort keine zusammenhängende Ausstellungsfläche. Bisher dienten die Wohnräume im Erdgeschoss als Schaufläche. Fortan soll in der Villa eine Dauerausstellung zu Sebastian Buchegger und dem Thelottviertel untergebracht werden, die Sonderausstellungsfläche, samt Eingangsbereich, Seminarraum und Cafeteria befindet sich in dem Neubau.

Kautz rechnet damit, dass die Bauarbeiten dafür Ende 2020 beginnen können. Wenn dann alles nach Plan und ohne größere Verzögerungen laufe, könne das Gebäude im Frühjahr 2022, spätestens im Herbst 2022 eingeweiht werden. Für die Baukosten veranschlagt Kautz momentan einen sehr niedrigen siebenstelligen Betrag, wie er sagt.

Der reguläre Betrieb des Architekturmuseums endet im Dezember dieses Jahres vorerst (wir berichteten). Dann läuft der Vertrag zwischen dem Architekturmuseum der TU München und der Buchegger-Stiftung aus. Die Stiftung sucht nun einen neuen Träger, der dann im Neubau und der Villa künftig das Architekturmuseum Augsburg-Schwaben betreiben wird. Allerdings könne Kautz da noch nicht konkreter werden. „Vorstellbar ist, dass das Museum in einem Teilbetrieb bereits im Jahr 2021 wieder eröffnet“, sagt Kautz. Vielleicht sei es aber auch sinnvoll, erst mit der Fertigstellung des Neubaus das Haus im Thelottviertel wieder zu eröffnen.

Bevor der Neubau nun tatsächlich angegangen werden kann, müssten die Pläne des Entwurfes allerdings erst mit der Unteren Denkmalschutzbehörde durchgegangen werden.

zum Wettbewerb gibt es im Internet auf der Seite buchegger-stiftung.de

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