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Musik

05.03.2020

Eine Stradivari für Nachwuchs-Geigerin

Nathalie Schmalhofer mit „ihrer“ Stradivari.
Bild: Ludwig Schmalhofer

Plus Es klingt wie ein Märchen: Nathalie Schmalhofer bekommt ein Stipendium in Kanada und hält plötzlich eine wertvolle Geige in der Hand.

Leopold Mozart hätte seine Freude daran gehabt, denn seine Heimatstadt Augsburg kann heute eine Reihe von jungen Musikern vorweisen, die bereits überregional gefragt sind und nicht nur von seiner Violinschule profitieren. Zur Förderung dieser Talente tragen auch die städtische Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg, das Leopold-Mozart-Zentrum (LMZ) und die Strohmayr-Stiftung bei, die Stipendien vergibt. Man kann durchaus mit Stolz sagen: Augsburg hat hier eine Spitzenstellung.

Zum Kreis junger Künstler gehört auch die Geigerin Nathalie Schmalhofer. Der Name ist in der Region bestens bekannt: Ihr Vater Ludwig spielt Viola bei den Augsburger Philharmonikern und ist Dozent am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg, ihre Mutter Marie ist Sopranistin und eine gefragte Gesangspädagogin und Dozentin für Gesang – ebenfalls am LMZ – und schließlich ist Bruder Andreas als Cellist erfolgreich. Nathalie hat bereits zahlreiche, auch internationale Preise und Auszeichnungen erhalten. In letzter Zeit gab sie mehrere Violinkonzerte in der näheren Umgebung, die bei Publikum und Rezensenten sehr gut ankamen.

Doch nun ist für sie ein ganz besonderer Traum in Erfüllung gegangen. Nathalie Schmalhofer hatte von Freunden gehört, dass der Chef einer großen Firma in Quebec frankokanadische Künstler fördert. Da Nathalie mütterlicherseits Frankokanadierin ist, schickte sie ihm einen Brief und wurde einige Zeit später nach Kanada eingeladen. Bei der ersten Begegnung mit dem Firmenchef wurde sie gefragt, wie sie sich mit zwei Staatsangehörigkeiten fühle. Nathalie hatte die perfekte Antwort parat: „Ich habe das Beste aus beiden genommen.“

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Der Mäzen war von der Darbietung sehr beeindruckt

Damit war der Funke schon übergesprungen und Nathalie durfte vorspielen. Der Mäzen war offensichtlich von der Darbietung sehr beeindruckt, denn nun ließ er eine ganz bestimmte Geige holen, die Nathalie als Leihgabe erhalten sollte. Die junge Künstlerin war überwältigt, als sie die Violine in Händen hielt: Es war eine „Stradivari“ von 1720!

Diese Geige mit der typischen goldbraunen Farbe wurde in Cremona von Omobono Stradivari, einem der Söhne von Antonio Stradivari, der mit dem berühmten Vater zusammenarbeitete, gefertigt. Ein paar Jahre später war die Decke der Geige von Bergonzi, dem berühmtesten Mitarbeiter Stradivaris, erneuert worden.

Doch das war noch nicht alles: Zu dieser einzigartigen Leihgabe erhielt Nathalie auch noch einen wertvollen Hill-Bogen. Mit der großzügigen Leihgabe ist verbunden, dass die Firma Canimex aus Drummondville, Quebec/Kanada, stets als Sponsor genannt werden muss und jeder Auftritt inklusive Foto der Firma mitgeteilt wird.

Die nächste Gelegenheit für einen derartigen Auftritt gibt es am 28. März um 19.30 Uhr im Rokokosaal der Regierung von Schwaben. Nathalie Schmalhofer spielt dann auf „ihrer“ Stradivari, zusammen mit James Maddox am Klavier, Werke von Beethoven, Janáček, Brahms und Ravel. Es ist ihr Preisträgerkonzert, da sie 2019 den ersten Musikförderpreis des Bezirks Schwaben erhalten hat. Karten dafür gibt es bei Toccata, Philippine-Welser-Straße 9, oder im Kulturamt der Stadt Bobingen, Rathausplatz 1. Danach ist Schmalhofer wieder am 12. Juni um 19 Uhr im Schaezlerpalais zu hören, dort spielt sie Beethovens „Pastorale“ in der Fassung für Streichsextett sowie Schönbergs „Verklärte Nacht“. Karten für dieses Konzert gibt es an der Museumskasse.

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