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Musik

07.05.2020

Neues vom Duo Elin-Sakas

Christian Elin und Maruan Sakas
Bild: Thomas Radlwimmer

Christian Elin und Maruan Sakas sind musikalische Feingeister. Auf ihrer neuen CD „Mittsommernacht“  beweisen sie blindes Einverständnis.

Gute bis hervorragende Jazzmusiker sind und waren in Augsburg beheimatet: Stefanie Schlesinger und Alexandrina Simeon, um mit den Damen zu beginnen, Tim Allhoff, Christian Stock und Wolfgang Lackerschmid, um mit Herren fortzufahren. Nachdrücklich empfiehlt sich nun einmal mehr der Sopransaxophonist und Bassklarinettist Christian Elin für die Führungsgruppe Augsburger Jazzer. Wobei das mit dem Jazz ja mittlerweile so eine Sache ist: Längst lebt er stark auch von den Einflüssen der Welt- und der Neuen Musik, und kaum ein ernst zu nehmender Jazzer wird die Ohren verschließen vor der Genialität Bachs mit ihren Ordnungsstrukturen und ihrer Seele, vor Pentatonik und Kirchentonarten.

Musikalische Intelligenz und Sinnlichkeit

Erst recht nicht Christian Elin, der nun zusammen mit dem Pianisten Maruan Sakas seine zweite CD veröffentlicht hat: „Mittsommernacht“(Raccanto, 20,08 Euro). Die Elfminuten-Komposition steht im Zentrum des Albums – und funktioniert in ihrer Traumverlorenheit auch in einer Frühlings-, Herbst- und Winternacht. Hier verdichten sich Melancholie, Kontemplation und Verinnerlichung – Christian Elin und Maruan Sakas musizieren – nach gründlicher akademischer Ausbildung übrigens – in blindem Einverständnis.

Möchte man die Grundhaltung der neuen CD umreißen, dann muss auf die austarierte Balance zwischen Reflexion und Spieltrieb, musikalischer Intelligenz und Sinnlichkeit, Formgestaltung und Sich-treiben-lassen, Groove und ungebundener Metrik verwiesen werden. Hier sind musikalische Freigeister am Werk, offen gegenüber aller Tonkunst, die nicht mit dem Erwartbaren, mit dem Klischee arbeitet. Christian Elin, 1976 in München geboren, heute in Augsburg lebend, und Maruan Sakas, der 1985 in Erlangen geborene Dresdner Hochschulprofessor, verknüpfen die Kunst der Architektur mit der Kunst so eloquenter wie emotionaler Rhetorik.

Eröffnet wird das Album mit einer Anspielung, die sitzt: „E-C-M-S“ nennt sich der erste Titel, und jeder noch nicht konditionierte Liebhaber von Musik denkt da an das Münchner Plattenlabel ECM – vielleicht mit dem Zusatz „Superiore“. Gemeint aber sind mit den vier Buchstaben in erster Linie die Initialen der beiden Musiker – wenn auch mit triftigem Verweis auf den „introspektiven“ Stil von ECM. Vielleicht kreuzen sich die Wege noch einmal tatsächlich. Wundern würde es nicht.

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