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Augsburg

19.06.2020

Philharmonikerin klagt gegen den Augsburger Staatstheater-Intendanten

Eine Spendenaktion des Orchestervorstandes der Augsburger Philharmoniker (Bild) ist der Anlass der Auseinandersetzung.
Bild: Mercan Fröhlich

Plus Agnes Malich vom Augsburger Orchester will eine Ermahnung von André Bücker nicht hinnehmen. Es geht um eine Spendenaktion.

Für Agnes Malich, die stellvertretende Konzertmeisterin der Augsburger Philharmoniker, hat die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) Klage gegen den Intendanten das Staatstheaters Augsburg, André Bücker, eingereicht.

Wehren wollen sich die Geigerin Malich und die DOV vor dem Arbeitsgericht Augsburg gegen eine Ermahnung des Intendanten, die infolge der Philharmoniker-Spendenaktion „Kultur hält zusammen“ schriftlich ausgesprochen worden war. Diese Spendenaktion, die vom Orchestervorstand stellvertretend für die Philharmoniker im April organisiert und nach einem ersten erfolgreichen Schritt ausgeweitet wurde, hat zum Ziel, die in der Corona-Epidemie finanziell bedrängten freien Künstler und Kulturinstitutionen Augsburgs durch Spendenmittel zu unterstützen.

Agnes Malich

Am Freitag teilte der DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens mit, dass man sich zu der Klage entschlossen habe, „nachdem die Konzertmeisterin Agnes Malich auch in ihrer Funktion als Mitglied des Orchestervorstands von Staatsintendant André Bücker schriftlich für ihren ehrenamtlichen Einsatz in der Corona-Pandemie gemaßregelt wurde.“ Dieses Vorgehen sei absolut inakzeptabel gegenüber einer in Abstimmung mit dem Chefdirigenten und unter Schirmherrschaft der Augsburger Oberbürgermeisterin durchgeführten Spendenaktion.

"Dies finde ich sehr ehrenwert"

Ebenfalls am Freitag äußerte sich André Bücker gegenüber unserer Zeitung zu den Beweggründen seiner Ermahnung, die er – im Gegensatz zu einer Abmahnung – für arbeitsrechtlich nicht relevant erklärt: „Es geht selbstverständlich nicht darum, dass ich Agnes Malich wegen ihres Engagements für die freien Künstler Augsburgs ermahnt habe. Dies finde ich sehr ehrenwert.“ Ihm, Bücker, sei es vielmehr um die Art und Weise gegangen, mit der die Spendenaktion betrieben wurde. Bücker: „Es wurde Geld aus der Orchesterkasse verwendet, es wurden im Namen des Staatstheaters öffentlich Projekte und Kooperationen der Philharmoniker verkündet, ohne dass dies mit der Leitung des Theaters abgesprochen war.“ Aber auch das – „zwar nicht schön“ – habe er noch als gegeben hingenommen.

André Bücker

Es geht um die Sponsoren des Theaters

Tätig geworden mit seiner Ermahnung sei er, Bücker, erst, als er erfahren habe, dass im Namen der Philharmoniker auch Sponsoren des Theaters angesprochen wurden. Da habe er sich gesagt: „Jetzt muss ich tätig werden, das geht nicht.“ Er habe also Agnes Malich mündlich eine Ermahnung angekündigt und diese dann schriftlich formuliert. Bücker: „Es war ein Schreiben, in dem stand, dass Frau Malich das lassen solle.“ Dass er sie im Orchestervorstand angeschrieben habe und nicht deren männliche Kollegen, sei ganz klar begründet: „Ich habe mich auf die Öffentlichkeitsarbeit der Frontfrau bezogen.“

Für André Bücker wird nun, da er die Ermahnung nach DOV-Aufforderung nicht zurückziehen wollte („Warum auch? Ich stehe dazu!“), der Deutsche Bühnenverein juristisch eintreten. Dieser habe – laut Bücker – bereits erklärt, man könne gar nicht auf die Rücknahme einer Ermahnung klagen. Sie sei arbeitsrechtlich eben nicht relevant. Agnes Malich, die stellvertretende Konzertmeisterin der Philharmoniker, wollte sich gestern nicht zu dem Fall äußern. Sie sagte nur: „Das ist ein schwebendes Verfahren, ich muss damit rechnen, dass es weitergeht.“

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