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Schach

09.01.2018

Außenseiter düpiert die Favoriten

Der in den Bundesligaspielen noch sieglose Augsburger Arnaudov gewinnt das Turnier der Großmeister

Das zehntägige Schachturnier unter dem Titel „Senator-Max-Gutmann-Memorial-Großmeisterturnier“ fand in einem Außenseiter einen überraschenden Sieger. Nicht der bisherige dreifache Titelträger aus Litauen Eduardas Rozentalis, nicht der nach der Vorrunde führende Erstligaspieler des FC Bayern München, Michael Fedorovsky, und auch nicht der derzeit wohl profilierteste deutsche Schachtrainer und Schachlehrer, Michael Prusikin, trugen am Ende den Sieg davon. Es wurde der im laufenden Spieljahr 2017/18 in den Punktspielen noch sieglose Petar G. Arnaudov vom BC Augsburg.

Die drei anderen verzeichneten gegenüber Arnaudov sogar ein Spielstärkeplus zwischen vierzig und achtzig Elopunkten. Zudem spielt der 31-jährige Bulgare im Zweitliga-Meisterteam des BCA Augsburg „lediglich“ an Brett fünf also hinter Prusikin und Spitzenspieler Rozentalis, von denen er sich aber offensichtlich einiges abgeschaut hat.

Petar G. Arnaudov tauchte als namenloser Fidemeister vor ca. zehn Jahren bei einem Friedenfestturnier des SK 1924 Kriegshaber erstmals in Augsburg auf. Die Aufmerksamkeit des Organisators der internationalen Augsburger Meisterturniere brachte ihm die Einladung zum Meisterturnier 2008/09 ein.

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Bei diesem erspielte er sich seine dritte Qualifikationsnorm zum Erwerb des Titels „Internationaler Meister“ und im Oktober 2013 hatte er bereits den Großmeistertitel in der Tasche. Er war volle sechs Spieljahre Spitzenspieler des Schachklubs 1908 Göggingen in diversen bayerischen Schachligen, ehe er in der Saison 2015/16 das Spitzenbrett seines Vereins an Eduardas Rozentalis abtreten musste.

Nun gelang ihm der Coup, seinen Nachfolger als Spitzenspieler, seinerseits als Turniersieger der Gutmann-Großmeisterturniere zu „beerben“. Der große Sieg gelang Arnaudov übrigens in seinem fünften Auftritt in Augsburg.

Seine Premiere 2008/09 hinter den Großmeistern Eckhard Schmittdiel und Karel van der Weide war dabei das bisherige High-light, denn es folgten die Plätze vier, fünf, nochmals drei, ehe ihm jetzt der große Wurf gelang.

Von den Ergebnissen der letzten Runden sind eigentlich nur die Paarungen Prusikin gegen Arnaudov und Arnaudov gegen Fedorovsky interessant. Am 9. Spieltag gab sich Prusikin schon nach wenigen Zügen gegen Arnaudov mit einer Punkteteilung zufrieden, während im Turnierfinale Arnaudov Fedorovsky in fünf Stunden klar die Grenzen aufzeigte.

Im B-Turnier verzeichnete der internationale Meister Velislav Kukov einen Start-Ziel-Sieg. Er gab lediglich vier halbe Punkte gegen den zweiten Eckhard Schmittdiel und Fidemeister Anton Bilchinski ab. (jmp)

Die Abschlusstabelle A-Turnier

1. Arnaudov 7 Punkte, 2.Prusikin 6,5, 3. Rozentalis 4,5, 4.Fedorovsky 4,5, 5. Stankovic 4, 6.Strugnell 3,5

Die Abschlusstabelle B-Turnier

1. Kukov 8 Punkte, 2. Schmittdiel 7, 3. Bilchinski 5,5, 4. Mack 4,5, 5. Lochte 3,5, 6. Jagdhuber 1,5

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