Kanu-Weltmeisterschaft

10.10.2018

„Eiskanal wird ein Juwel“

Am Eiskanal werden derzeit die Betonhindernisse saniert.
Bild: Fred Schöllhorn

Der neue WM-Koordinator Steve Bathelt stellt sein Projekt vor. Er muss die Olympia-Strecke von 1972 WM-tauglich machen

Auch wenn große Teile des Eiskanales derzeit kein Wasser führt, herrscht auf der Anlage am Hochablass Betriebsamkeit. Die Betonhindernisse in der Strecke werden saniert und der dichte Baumbewuchs am Gelände ausgelichtet. Mit der Kanuweltmeisterschaft, die 2022 in Augsburg stattfindet, haben diese Arbeiten aber eigentlich noch nichts zu tun, auch wenn die Vorarbeiten für das sportliche Großereignis schon begonnen haben.

„Die Aufträge für die Betonsanierung wurde schon vergeben, da stand noch gar nicht fest, dass die WM nach Augsburg kommt“, sagt Robert Zenner, Leiter des Sport– und Bäderamtes. Und die Baumarbeiten sind sowieso notwendig. Das Lindensterben hat auch dem Wald am Eiskanal zugesetzt, zudem muss die Verkehrssicherheit gewährleistet und der Baumbestand verjüngt werden.

Das Mega-Projekt „Kanu-WM 2022“ startete hingegen fast unbemerkt. Im September stellte das Sport- und Bäderamt Steve Bathelt, 35, ein. Bathelt, war zuvor Sportkoordinator der Stadt Jena und ist jetzt in Augsburg für die Realisierung von Sportgroßveranstaltungen und des Sport- und Bäderentwicklungsplanes zuständig. Seine erste Aufgabe: er muss als Beauftragter der Kanu-WM den Eiskanal WM-tauglich machen und planen, wie er danach auch nachhaltig zu nutzen ist.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Eine Mammutaufgabe, wie seine Präsentation vor dem Sportausschuss zeigte. In der ersten Septemberwoche 2022 soll die WM in Augsburg stattfinden, so plant die Stadt Augsburg. Der Internationale Kanuverband (ICF) muss dem Termin aber noch zustimmen. Bis dahin hat Bathelt viel zu koordinieren. „Vier Jahre sind ein enges Zeitkorsett. Es klingt viel, ist aber sehr sportlich.“ So muss er ein Sicherheitskonzept erstellen. Die komplette Sanierung und denkmalgerechte Anpassung der Gebäude, der Trainings- und Wettkampfstrecken und der Außenanlagen koordinieren. Und sich zum Beispiel auch in das Vertragsrecht für die Wasserversorgung einarbeiten. Zwischen 18 und 20 Millionen Euro soll das Projekt kosten.

Derzeit ist Bathelt damit beschäftigt, zusammen mit den beiden Kanuvereinen AKV und Kanu Schwaben das Raumprogramm zu erstellen. „Es geht darum festzulegen, was für die WM notwendig ist und wie der Bedarf der Vereine nach der WM ist“, sagt Bathelt. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2020 beginnen und Anfang April 2022 abgeschlossen sein. Eventuell soll dann im Sommer sogar noch ein Weltcup als WM-Generalprobe stattfinden. „Zweieinhalb Monate sind ein sehr kleiner Puffer“, sagt Bathelt.

Ansonsten schwärmt er von seiner neuen Aufgabe: „Ich bin guter Dinge, dass wir die nächsten vier Jahre ein tolles Projekt entwickeln. Der Eiskanal wird ein Juwel, ein Denkmal, das auch nach der WM von den Augsburgern gelebt werden kann.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20KER00126.tif
Radfahren

RSG Augsburg will nicht den Anschluss verlieren

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen