14.12.2017

Luthe geht in Monaco leer aus

Statt Trainingsklamotten schicker Anzug: (von links) Jonas Ermes („In Safe Hands“), Haider Hassan, Stefan Kiefer (beide DFL-Stiftung) und Andreas Luthe („In Safe Hands“).
Bild: In Safe Hands

Warum der Torhüter dennoch zufrieden ist mit seinem Projekt

Vergangene Woche fehlte Andreas Luthe bei einigen Trainingseinheiten des FC Augsburg. Der 30-jährige Torhüter hatte aber eben keine Lust auf Wind, Schnee, Regen und Temperaturen um die null Grad, auch wenn sein Reiseziel nach Sonne und Flanieren klingt: Monaco.

Nein, Luthe war quasi geschäftlich in das kleine Fürstentum an der französischen Mittelmeerküste gereist. Sein Verein „In Safe Hands“, den Luthe 2015 zusammen mit Jonas Ermes, seinem ehemaligen Bochumer Torwartkollegen und einem seiner besten Freunde, gegründet hat, war beim „Peace and Sport Award“ in Monaco als einer von drei Anwärtern in der Kategorie „Nichtregierungsorganisation“ nominiert. „In Safe Hands“ versucht vor allem Flüchtlingskinder über den Fußball und andere Projekte in die Gesellschaft zu integrieren.

Die Organisation „Peace and Sport“ wurde 2007 vom ehemaligen französischen Judoka Joel Bouzou gegründet. Sie fördert weltweit Projekte von Einzelsportlern und Organisationen, die über den Sport Frieden und Integration vorantreiben wollen. Ihr Schirmherr ist Prinz Albert II. Deshalb findet in Monaco alljährlich die Preisverleihung statt.

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Am Ende reichte es für Luthe und seinen Verein nicht zur Auszeichnung. Der Preis ging an die Organisation „Horn Of Africa Development Initiative“ aus Kenia, die seit 2003 mit Sport versucht, kenianischen Jugendlichen friedliche Werte zu vermitteln. Es wurde nur der Sieger ermittelt.

Auch wenn „In Safe Hands“ leer ausging, war Luthe keinesfalls enttäuscht. „Überhaupt nicht“, sagt der Torhüter. „Es war eine gute Erfahrung. Wir waren mit Abstand die kleinste Organisation. Dass wir überhaupt nominiert worden sind, war ein absoluter Gewinn.“

Denn Luthe und sein Kollege Ermes nutzten die Möglichkeit, um mit großen internationalen Organisationen in Kontakt zu treten. Wie mit der „FC Barcelona Stiftung“, die Millionen Kinder in 50 Ländern weltweit erreicht.

Luthe und seine Mitstreiter wollen sich damit gar nicht vergleichen. Sie versuchen in Deutschland ihre Aktivitäten auszubauen. Deshalb war Luthe auch der Kontakt zu den deutschen Vertretern (DFL Stiftung, Borussia Dortmund und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), die in Monaco anwesend waren, so wichtig.

„In Safe Hands“ ist derzeit in Köln, Bochum und in Augsburg aktiv. Luthe wird dabei vom FCA unterstützt. Bisher bot er in Haunstetten in Zusammenarbeit mit dem dortigen TSV unter anderem wöchentlich ein Fußballtraining mit Kindern (zwischen sieben und 14 Jahren) an. Seit kurzem hat er einen zweiten Standort in Augsburg-Oberhausen: auf der Anlage des Nachwuchsleistungszentrums des Bundesligisten. Robert Götz

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