Sportakrobatik

10.04.2014

Mit Mut zum Risiko

Formationen des SAV Augsburg-Hochzoll sind bei den Titelkämpfen erfolgreich – auch wenn ein Glitzerstein kurzzeitig Sorgen macht

Sechs Formationen des Sportakrobatik Vereins Augsburg-Hochzoll zeigten bei der Bayerischen Meisterschaft in Friedberg beeindruckende Leistungen und wurden dafür mit zwei Meistertiteln, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen belohnt. In sieben Stunden zeigten sieben Vereine aus ganz Bayern mehr als 60 Übungen, die nach Schwierigkeit, Technik und Artistik von zwei Kampfgerichten bewertet wurden.

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Als erste Formation des SAV stellte sich das Schülerpaar Antonella Baur und Samira Seifert der Herausforderung. Die beiden turnen seit Mai 2013 zusammen und präsentierten zwei beeindruckende Übungen mit sicheren Elementen. Sowohl die Balance-, als auch die kombinierte Kür zeigten sie ohne Stürze, sodass die Kampfrichter nur kleinere Unsauberkeiten, wie nicht gestreckte Zehenspitzen oder Knie finden konnten. In beiden Übungen setzten sie sich gegen die Konkurrenz durch und sind nun Bayerischer Meister im Mehrkampf der Klasse „Schüler“.

Mit ähnlichem Erfolg starteten Svenja Vollbracht, Lisa Edelmann und Gloria Baur als Damen Trio in der Klasse „Jugend“. Diese drei Akrobatinnen hatten in den letzten Monaten eine besondere Hürde überwinden müssen. Bis vergangenes Jahr waren sie noch im Wettkampf-Nachwuchs-Programm gestartet und mussten nur eine Übung vorbereiten. Mit dem altersbedingten Wechsel in die neue Klasse sind die Anforderungen auf drei Küren gestiegen: eine Balance-Übung, eine Dynamik-Übung und eine Kombination aus den beiden. Besonders die dynamischen Version enthielt einige riskante Salti. Doch mit den letzten Anweisungen des ehemaligen Landestrainers Alexander Graßmann und einer Portion Selbstbewusstsein und Mut zeigten sie eine ausdrucksstarke Übung, die Trainer und Eltern besonders stolz machte. Für ihre Leistungen kamen sie im Mehrkampf auf Platz zwei und sicherten sich die Silbermedaille.

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Die dritte Formation bildeten Julia Müller und Doreen Ramljak. Seit April 2013 ein sportliches Paar traten sie nun ihren wahrscheinlich letzten gemeinsamen Auftritt an. Beide turnten konzentriert, sauber und harmonierten sehr gut mit der Musik. Diese Leistung wurde mit einer Bronze-Medaille belohnt.

Julia Weimer und Jamie Nold gingen als vielversprechendes Damenpaar an den Start. Sie zeigten eine sehr sichere Übung, die punktgenau mit der Musik zu Ende ging. Diese Sicherheit geriet nur ein einziges Mal kurz ins Wanken: Jamie warf ihre Partnerin Julia so schwungvoll in die Bauchwaage, dass es kurzzeitig nach einem Sturz aussah, den Jamie mit viel Kraft in den Armen verhinderte. Einige Stunden später hielten sie lächelnd eine Bronze-Medaille in den Händen. Nicht ganz so viel Glück hatte das Paar Selina Lutz und Julia Kolesnikov. Die beiden hätten eine sehr gute Leistung abgeliefert, wenn es keinen Sturz beim Handstand auf den Händen des Unterpartners gegeben hätte. Somit landeten die beiden auf Platz fünf.

Die große Überraschung gelang dem Nachwuchs-Trio mit Gloria Schell, Sabrina Wilbold und Miyuki Nguyen. Die drei waren die jüngsten Teilnehmer und zum ersten Mal in dieser Formation bei den bayerischen Titelkämpfen dabei. Obwohl Miyuki kurz vor ihrem Auftritt noch Sorge hatte, ein fehlender Glitzerstein auf ihrem Turnanzug könne ihr Punktabzug einbringen – so pedantisch geht das Kampfgericht aber natürlich nicht vor –, war alle Sorge fehl am Platz.

Die drei turnten souverän und nahezu fehlerfrei. Stunden später war dann klar: Sie hatten sich gegen ihre älteren Konkurrenten durchgesetzt und waren „Bayerischer Meister“ in der Nachwuchsklasse A1 geworden.

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