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27.04.2015

Tränen der Freude und des Abschieds

Haunstetter Handballerinnen holen hoch emotionalen Sieg vor dem Augsburger Publikum. Team ändert in den letzten Sekunden noch Taktik des Trainers

In buchstäblich letzter Sekunde haben die Handballerinnen des TSV Haunstetten im letzten Zweitligaheimspiel der Saison einen Sieg eingefahren. Das Team von Trainer Herbert Vornehm setzte sich gegen den TV Beyeröhde vor 600 Zuschauern in der heimischen Albert-Loderer-Halle mit 26:25 durch. Vor und nach dem Spiel wurde es dabei noch einmal sehr emotional.

Die Halle erhob sich, die Spielerinnen klatschten und Trainer Vornehm stand mit einem riesigen Blumenstrauß auf dem Feld. Lydia Kurstedt, 29, die seit vielen Jahren für die Haunstetterinnen im Einsatz ist, beendet zum Ende der Saison ihre aktive Karriere. Gegen den TVB bestritt sie ihr letztes Heimspiel. Den Tränen nahe nahm sie den Blumenstrauß von ihrem Coach entgegen, hielt noch einmal kurz inne und konzentrierte sich dann aber voll auf die große Aufgabe. Schließlich sollte im letzten Heimspiel der Saison noch ein Sieg her.

Die Partie begann allerdings zerfahren, die Haunstetterinnen ließen klare Torchancen aus und waren in der Verteidigung zu inkonstant. Nach 17 Minuten stand es 8:8. Der Schlüssel zum Erfolg lag an diesem Abend nicht wie gewohnt im starken Angriff, sondern stand im Haunstetter Tor. Sabrina Müller entschärfte in den entscheidenden Situationen immer wieder Würfe des TVB, die Zuschauer rieben sich angesichts der starken Paraden die Augen. Müller hielt den TSV auch im Spiel, als das Team um Regisseurin Patricia Horner mit zwei Spielerinnen in Unterzahl agieren musste. Die Westfalen erzielten in dieser Phase nur ein Tor und mussten selbst einen Gegentreffer durch die überragend aufspielende Sarah Irmler hinnehmen. Nach der 15:15-Halbzeitpause ging der ausgeglichene Schlagabtausch weiter. Zehn Minuten vor Ende stand ein 24:24 auf der Anzeigetafel.

Nun merkten die Zuschauer, dass der TSV noch einen entscheidenden Ruck brauchte. Alles erhob sich und trieb die Roten an, weiter zu kämpfen. Auf beiden Seiten wurde nun zahlreiche Chancen vergeben und so stand es bei Ballbesitz Haunstetten 40 Sekunden vor Ende der Partie 26:26. Trainer Vornehm entschied sich für eine Auszeit. „Ich habe gesagt, wir riskieren nicht mehr alles, wir sind auch mit einem Unentschieden zufrieden“, so der 55-Jährige. Doch seine Schützlinge hatten einen anderen Plan und der lief über Jungstar Irmler. Die Spielerinnen ließen die Uhr bis auf 15 Sekunden herunterlaufen, um dann den entscheidenden Pass auf die 17-jährige Jugendnationalspielerin zu spielen. Diese fasste sich ein Herz, stieg hoch und hämmerte den Ball in den Winkel – 26:25. „Am Anfang hab ich gar nicht realisiert, dass der Ball im Tor gelandet ist, aber das Gefühl danach war einfach der Hammer“, sprudelte es danach aus Irmler heraus.

Damit war der Erfolg in trockenen Tüchern. „Die Mädels haben sich auch mal so einen Sieg verdient“, freute sich Trainer Vornehm über den Ausgang des Spiels. Die Mannschaft lag sich in den Armen und bei Lydia Kurstedt flossen endgültig Tränen der Freude und des Abschieds über die Wange. Sie wird dem TSV aber als Jugendtrainerin erhalten bleiben. „Ich werde diesem Verein, der mir so viel ermöglicht hat, immer treu bleiben“, sagte sie.

TSV Haunstetten Müller, Wengenmeir; Bohnet, Niebert, Horner (2), Frank (1), L. Kurstedt, Drasovean (1), Duschner (6), Hochmair (3), Cappek, Irmler (8), Hänsel, A. Kurstedt (1/1), Schmid (5/2)

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