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Bayern
30.07.2018

Urlaubszeit und Hitze führen zu weniger Blutspenden in Bayern

Nach der Grippewelle und der Hitze sorgt nun die Urlaubszeit für einen Rückgang der Spendebereitschaft in Bayern.
Foto: Jan Woitas/Illustration, dpa (Symbolbild)

Von einem Engpass an Blutspenden ist noch nicht die Rede, das BRK und die Haema-Institute in München und Regensburg bemerken aber einen deutlichen Rückgang.

Weniger Blutspenden verzeichnen die bayerischen Blutspendedienste wegen der Urlaubszeit und der hohen Temperaturen. "Es sind schon etliche Spenderliegen leer geblieben", sagte der Sprecher des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Christian Kohl, der Deutschen Presse-Agentur.

Haema-Institute sprechen von "Durststrecke" bei Blutspenden

Demnach werden in Bayern etwa 2000 Blutspenden jeden Tag benötigt, die das BRK vor allem an bayerische Kliniken verteilt. Weil das Wetter in der ersten Julihälfte durchwachsen war, sei die tägliche Mindestzahl in dieser Zeit immer erreicht worden. "Jetzt sind wir allerdings unter Plan", betonte Kohl. Von einem Engpass wollte er aber nicht sprechen.

Anders stellt sich die Situation bei den Haema-Instituten in München und Regensburg dar: "Wir haben ein ganz schwieriges Jahr", sagte Sprecherin Marion Junghans. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Blutspenden um rund 20 Prozent zurückgegangen. Die "Durststrecke" halte seit dem Frühjahr an.

Das BRK ruft Urlauber auf, vor der Abreise Blut zu spenden

"Erst war die Grippewelle, von der viele Stammspender betroffen waren, dann war fast durchgehend gutes Wetter, was generell zu einem Rückgang der Spendebereitschaft führt, und jetzt kommt die Urlaubszeit", sagte Junghans.

Das BRK rief Urlauber dazu auf, vor der Abreise noch zur Blutspende zu gehen. Blutspenden sind etwa 40 Tage haltbar. "Wir können daher keinen allzu großen Puffer aufbauen", betonte Kohl. Auch an heißen Tagen sei eine Blutspende grundsätzlich kein Problem. "Man sollte zuvor aber ausreichend trinken und essen", riet Kohl.

Blutspende: In Augsburg erscheinen im Schnitt 99 Spender zu den Terminen

Auf Anfrage sagte der Sprecher des BRK-Blutspendedienstes die bayernweiten Zahlen gelten auch für Augsburg und die Region. Die tägliche Mindestzahl an Spenden wird aktuell nicht erreicht, daher habe man den Puffer anbrechen müssen. "Wir merken jetzt seit letzter Woche, das wir das Tagesaufkommen nicht mehr schaffen", so Kohl. "Von einem Notstand sind wir noch entfernt."

Dennoch ist der Blutspendedienst auf ein kontinuierliches Engagement angewiesen. Christian Kohl erklärt: "Wir müssen immer für eine Großschadenslage vorbereitet sein". Dazu zählt beispielsweise ein großer Verkehrsunfall mit vielen Verletzten.

Prinzipiell ist die Spendebereitschaft in der Stadt immer etwas geringer als auf dem Land. "Zu den Blutspendeterminen erscheinen in Augsburg Land durchschnittlich 112 Spender, in der Stadt sind es im Terminschnitt 99 Leute", erläutert Kohl. Zum Vergleich: Bayernweit sind es durchschnittlich 120 Spender, die zu einem Termin erscheinen.

In Augsburg gehen außerdem Kohl zufolge 30 Prozent der Erstspender erneut zum Blutspenden, im Landkreis Augsburg sind es 40 Prozent. Trotz der Hitzewelle kommen immer noch viele Spender, der BRK-Sprecher geht jedoch davon aus, dass die sommerlichen Temperaturen auch einige vom Blutspenden abhalten. (AZ/dpa/lby)

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