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CDU/CSU
19.06.2016

CDU und CSU: Ein schwieriges Verhältnis von Anfang an

Konflikte zwischen CSU und CDU gab es auch schon, bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer über die Flüchtlingspolitik stritten (Archivbild).
Foto: Michael Kappeler, dpa

Das Verhältnis der Schwesterparteien CDU und CSU ist nicht erst Flüchtlingskrise schwierig. Die beiden Parteien verbindet eine Geschichte voller Konflikte. Ein Überblick.

CDU und CSU nennen sich Union - doch die Wurzel der heutigen Konflikte reicht zurück bis in die Gründungsphase 1945. In den Nachkriegsjahren wurde in der CSU heftig diskutiert, ob sie sich der CDU anschließen oder als bayerische Kraft etablieren sollte. 1949 der erste große Paukenschlag: Die CSU lehnte das Grundgesetz ab, weil sie die Verfassung als zu zentralistisch sah. 

In den siebziger und achtziger Jahren war das Verhältnis besonders schlecht - CSU-Chef Franz Josef Strauß hielt CDU-Chef Helmut Kohl für unfähig. Im Herbst 1976 drohte Strauß bei der ersten Kreuther CSU-Klausur, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag aufzulösen. Der Rückzieher folgte wenig später. 

Als Strauß bei der Bundestagswahl 1980 gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) antrat und verlor, beklagte sich die CSU anschließend bitter über fehlende Unterstützung durch die CDU. 

Auch der Euro war ein Streitthema zwischen CSU und CDU

In den neunziger Jahren war das Hauptstreitthema sowohl CSU-intern als auch zwischen CSU und CDU der Euro und die europäische Einigung. CSU-Ministerpräsident Edmund Stoiber machte in München Front gegen das "Esperanto-Geld", während Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) zu einem Gründervater der europäischen Währung wurde.

Seit jeher schwierig ist das Verhältnis der CSU zu Angela Merkel, die im Jahr 2000 zur CDU-Chefin gewählt und 2005 Kanzlerin wurde. Viele in der CSU beklagten noch Jahre später, der in der DDR aufgewachsenen Merkel fehle jegliches Gespür für Bayern. CSU-Chef Horst Seehofer bekämpfte Merkels anfänglich neoliberalen Kurs erbittert - und verlor 2004 deswegen seinen Posten als CDU/CSU-Vizefraktionschef. 

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Aber schon ein Jahr später saß er neben Merkel am Kabinettstisch. Unter ihr als Kanzlerin wurde Seehofer Bundesminister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dennoch gilt der Streit von 2004, als Seehofer von Merkel eine sozialere Gesundheitspolitik forderte, als erster großer Bruch. Ihr Zerwürfnis in der Flüchtlingspolitik seit 2015 ist allerdings viel einschneidender. dpa

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