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Corona-Krise
12.03.2020

Entscheidung am Freitag: Schließt Bayern wegen des Coronavirus alle Schulen?

Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Schulen in Bayern wegen des Coronavirus demnächst komplett geschlossen werden.
Foto: Marcus Merk

Schon jetzt sind in Bayern mehr als 100 Schulen zur Eindämmung des Coronavirus geschlossen. Söder schließt nun weitreichende Maßnahmen nicht aus.

Obwohl sich das Coronavirus auch in Deutschland immer weiter ausbreitet, haben die meisten Schulen und Kindergärten noch geöffnet. In Bayern allerdings könnte sich das jetzt sehr schnell ändern: „Ich schließe nicht aus, dass wir Schulschließungen haben werden“, betonte Ministerpräsident Söder nach einer Konferenz mit seinen Kollegen aus den anderen Bundesländern in Berlin. Bereits an diesem Freitag wollte die Staatsregierung eine Entscheidung treffen. Aus Regierungskreisen war bereits am Morgen zu erfahren: Bayern schließt ab Montag wegen des Coronavirus alle Schulen.

Dabei gehe es nicht nur um die Schulen, sondern auch um Kindergärten und Kindertagesstätten. Bundesweite Schulschließungen zur Eindämmung des Coronavirus soll es nach den Worten von Bildungsministerin Anja Karliczek momentan aber noch nicht geben: „Wir versuchen, einen Normalbetrieb so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.“ Auch der Deutsche Lehrerverband sprach sich gegen Schulschließungen aus.

Söder prüft, ob in Bayern bald alle Schulen geschlossen werden

Auf Nachfrage präzisierte Söder, dass er von einer generellen Schließung aller Schulen in Bayern spreche. Es gebe auch andere Länder, die das auf dem Schirm hätten, betonte er. Aber jedes Land habe eine andere Situation und handele „nach bestem Wissen und Gewissen“. Karliczeks Absage an flächendeckende Schließungen finde er „sehr überraschend“, kritisierte Söder. Da gebe es in den Ländern ganz andere Erfahrungen. Überdies sei die CDU-Politikerin nicht zuständig.

Bereits jetzt sind in Bayern mehr als 100 Schulen zur Eindämmung des Coronavirus geschlossen, unter anderem im Landkreis Augsburg und in Lindau. Die Verunsicherung steige, betonte Söder. Er habe die Fachminister deshalb gebeten, sich darauf vorzubereiten, dass wir „eventuell eine solche Maßnahme treffen müssen“. Entsprechende Tendenzen seien da, betonte Söder. Man müsse dann allerdings auch die Auswirkungen eines solchen Schrittes bedenken und die Entscheidung mit einer Notfallbetreuung für bestimmte Gruppen verbinden, etwa die Kinder von Pflegekräften.

Coronavirus: Werden Schulen geschlossen, müssen Prüfungen nachgeholt werden

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig, schließt „weitreichende Schulschließungen“ ebenfalls nicht mehr aus. Für Schüler dürfe es dadurch aber keine Nachteile geben. „Deshalb sagen wir zu, dass Abiturprüfungen grundsätzlich stattfinden.“ Wenn Schulen geschlossen würden, würden die Prüfungen nachgeholt. Abschlüsse aus diesem Schuljahr würden von den Ländern gegenseitig anerkannt. „Ich befürchte, dass wir schneller und klarer entscheiden müssen, als das in der Vergangenheit der Fall war“, sagte Söder. „Wir können uns bei dem Thema nicht wegducken.“ Als erste Großstadt schließt Halle von diesem Freitag an alle Schulen und Kindertagesstätten, zunächst bis zum 27. März.

In Österreich werden zur Eindämmung des Coronavirus ab Montag alle Oberstufenschüler nach Hause geschickt, ab Mittwoch wird dann auch der Unterricht für alle anderen Schüler eingestellt. Es werde aber für diese die Möglichkeit der Betreuung in den Schulen geben, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die Schulschließungen dauern zunächst bis zum 3. April, dem Beginn der Osterferien. Irland, Dänemark, Slowenien, Polen, Tschechien und Norwegen haben ebenfalls alle Schulen und Kindergärten vorübergehend geschlossen.

Die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise finden Sie immer auch hier in unserem Live-Blog.

Lesen Sie dazu auch:  Coronavirus: An diesen Schulen in Bayern fällt der Unterricht aus

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.03.2020

War leider zu erwarten. Eine eher mutlose Entscheidung. Hauptsache man hat nichts richtig gemacht.

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13.03.2020

Schlagworte helfen jetzt nicht weiter!
Inwiefern meinen Sie, dass das eine mutlose Entscheidung ist?

Raimund Kamm

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13.03.2020

Das Argument ist: Bei der spanischen Grippe hat es auch geholfen? Ernsthaft jetzt?

Die Kinder werden sich bei einer Schließung der Schule nicht zuhaue aufhalten - sie werden raus gehen und Freunde treffen... Wo ist jetzt der Vorteil? Wir leben nun mal nicht mehr im Jahr 1918/20 sondern 200 Jahre später...

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13.03.2020

Zu einem ist 1918/1920 nur 100 Jahre her. Zum anderen sind damals die Kinder eher raus. Bisher wurde immer bemängelt, dass die Kinder zuviel vor TV und Spielconsolen hocken. Stichwort: Bewegunsgmangel. Zudem sind die Kinder wenn dann in kleine Gruppen und nicht teilweise Hunderte auf engsten Raum und z.B. im Bus unterwegs.
Ob die Schulsschließung Sinn macht kann man durchaus diskutieren.
Was eher schlimm ist, dass viele Eltern und Alleinerziehende ein Betreuungsproblem kriegen werden. Vielleicht wurden deshalb auch die Schulen und Kigas bisher nicht geschlossen.

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12.03.2020

Hoffentlich ist sich die Politik bewusst, was das für zig tausende Alleinerziehende bedeutet, die trotz ihrer widrigen Situation erwerbstätig sind.

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