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Familie bekommt 3000 Euro
21.09.2009

Für El Masris Frau und Kinder ist gesorgt

Khaled El Masri. Bild: Roland Furthmeier

Wenn der Vater schon im Gefängnis sitzt, dann soll wenigstens die Familie nicht allzu sehr darunter leiden. Dieses Ziel hat sich das Jugendamt im spektakulären Fall des Deutsch-Libanesen Khaled El Masri gesetzt, der in Untersuchungshaft sitzt. Von Roland Ströbele

Neu-Ulm - Wenn der Vater schon im Gefängnis sitzt, dann soll wenigstens die Familie nicht allzu sehr darunter leiden. Dieses Ziel hat sich das Jugendamt im spektakulären Fall des Deutsch-Libanesen Khaled El Masri gesetzt, der nach dem brutalen Überfall auf den Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) in Untersuchungshaft sitzt.

Nach Einschätzung von Juristen kann er auch nicht so schnell zu seiner Frau und den sechs Kindern zurückkehren. Im Jugendamt werden nun Überlegungen angestellt, wie der Familie über die bislang gewährte Unterstützung hinaus geholfen werden kann.

Schon seit gut zwei Jahren wird der in einem Mehrfamilienhaus in Senden wohnenden Familie von Amts wegen geholfen. Mitarbeiter der sozialpädagogischen Familienhilfe schauen zwei bis drei Mal in der Woche bei der Familie vorbei und beraten Eltern wie auch die sechs Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren. Die Mutter kann dies alleine nicht bewältigen, weil sie trotz ihres jahrzehntelangen Aufenthaltes in Deutschland so gut wie kein Wort deutsch spricht. Tillmann Lassernig, Leiter des Jugendamtes Neu-Ulm, spricht von einer "ausgelagerten Erziehungsberatung", die vor Ort die notwendige Hilfe leistet und auch die Eltern in wichtigen Behördenfragen unterstützt. Khaled El Masri selbst war es, der vor rund zwei Jahren um diese Hilfe gebeten hatte. Das Angebot reicht von der Hausaufgabenbetreuung bis zur Planung einer sinnvollen Freizeitgestaltung.

Wenn nun der Deutsch-Libanese, der bis zu seiner Verhaftung am Freitag vor einer Woche arbeitslos war, sich nicht mehr um die Familie kümmern kann, wird das Jugendamt seine Hilfe ausbauen. Details dazu sollen in einem für die kommenden Woche anberaumten Gespräch zwischen Vertretern des Jugendamtes, Sozialarbeitern und El Masris Frau erörtert werden.

Am Hungertuch werden die Frau und ihre Kinder nicht nagen müssen. Ihre wirtschaftliche Situation ist geregelt. Die Frau bekommt nach den Berechnungen des Jugendamtschefs monatlich rund 3000 Euro für sich und ihre Kinder. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus etwa 250 Euro Hartz IV für jedes Kind plus annähernd 170 Euro Kindergeld je Kind sowie 359 Euro Hartz IV für die Eltern.

Dem 46-Jährigen wird dieses Geld während seines Gefängnisaufenthaltes natürlich gestrichen. Auch um die Wohnung in Senden muss sich die Familie nicht sorgen. Die monatliche Miete wird durch staatliches Wohngeld beglichen.

El Masri wird für den Überfall auf den Neu-Ulmer OB wohl längere Zeit hinter Gittern sitzen müssen.

(Roland Ströbele)

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