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Flüchtlinge

30.03.2017

Landsberger gründet eine Gewerkschaft für Flüchtlingshelfer

Raffael Sonnenschein im Berliner Regierungsviertel. Er möchte eine bundesweite Gewerkschaft für Flüchtlingshelfer schaffen.
Bild: Veto

Raffael Sonnenschein aus Landsberg engagiert sich ehrenamtlich für Flüchtlinge. Warum der Mann eine bundesweite Organisation aufbauen will.

Als 2015 jeden Tag tausende Flüchtlinge in Deutschland ankamen, haben viele Menschen zunächst geholfen. Bald jedoch schlossen sich die Freiwilligen auf lokaler Ebene zusammen. Nur so konnte die Verteilung von Kleidern, die Unterstützung bei Behördengängen oder Arztbesuchen effektiv organisiert werden. So lief es auch in Landsberg am Lech. Dort gründete Raffael Sonnenschein im April 2016 zusammen mit Mitstreitern den Verein „Integrationshilfe LLäuft“. Doch Sonnenschein hat weit ehrgeizigere Ziele: Sein Bündnis „Veto – Gewerkschaftsbund der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer Deutschlands“ – soll die Interessen der Helfer bundesweit vertreten.

Ohne Freiwillige funktioniert die Integration von Einwanderern nicht

Gegner und Befürworter der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel dürften sich zumindest in einem Punkt einig sein: Ohne das Netz von Freiwilligen würde die Integration der Einwanderer, die langfristig bei uns bleiben, nicht funktionieren. Doch auch Sonnenschein hat natürlich registriert, dass die Stimmung in vielen Regionen gekippt ist: Die massive Zuwanderung wird nicht selten als Bedrohung wahrgenommen. Viele Bürger wehren sich. Meist friedlich. Aber es gab und gibt auch immer wieder gewalttätige Übergriffe gegen Flüchtlingsunterkünfte. Damit geht einher, dass auch Flüchtlingshelfer angefeindet, ja beleidigt und sogar bedroht werden.

Veto will gegensteuern. Sonnenschein fordert Anerkennung und bessere Bedingungen für die Tätigkeit der Ehrenamtlichen, die ja schließlich mit ihrem Engagement „einen unschätzbaren Mehrwert“ für die Gesellschaft bringen würden. So müsse unter anderem eine Beschwerdestelle für Flüchtlingshelfer geschaffen werden. Zudem sollten Vereine und Betriebe gefördert werden, die besondere Integrationsleistungen erbringen.

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Organisation fordert sofortigen Abschiebestopp für Flüchtlingskinder

Doch es gibt eine zweite, politische Ebene: Veto – nach eigenen Angaben verfügt die Organisation über 40 Mitstreiter – fordert beispielsweise einen sofortigen Abschiebestopp für Kinder von Flüchtlingen, die in Deutschland geboren wurden und großzügige Nachzugsregeln für die Zusammenführung von Familien.

Der Weg für Veto, bundesweite Bedeutung zu erlangen, dürfte noch weit sein. Sonnenschein spricht von immerhin 2000 Helfern, die die Organisation bereits unterstützen. Und das soll erst der Anfang sein. „Bundesweit gibt es rund 500 000 Flüchtlingshelfer. Und das sind auch Wähler“, sagt der Initiator.

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