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Gesundheit

12.09.2018

Macht Bewegungsmangel die Bayern krank?

Die Barmer-Studie attestiert: „Bewegungsmangel macht Bayern krank.“
Bild: Carsten Rehder, dpa (Symbol)

Viele Krankheiten ließen sich verhindern - unter anderem durch mehr Bewegung. Eine internationale Studie kritisiert auch den hohen Alkoholkonsum der Deutschen.

Die Berufstätigen in Bayern sind zwar weniger und kürzer krankgeschrieben als der durchschnittliche Bundesbürger, mit im Schnitt 15,6 Krankheitstagen stagniert die Zahl aber auf einem hohen Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt die Barmer Ersatzkasse in ihrem aktuellen Gesundheitsreport für den Freistaat. Am häufigsten führen Erkältungen und Rückenschmerzen zu den Krankschreibungen. Die Barmer betont aber auch: „Bewegungsmangel macht Bayern krank.“

Bei den Fehlzeiten gibt es kein Stadt-Land-, dafür aber ein starkes Nord-Süd-Gefälle. „In Nordbayern werden die bundesweiten Fehlzeiten zum Teil deutlich überschritten“, sagt die Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern, Claudia Wöhler. Gründe hierfür nennt sie keine, da die Krankenkasse ihre Daten nur anonymisiert auswerte, aber keine Ursachenforschung betreibe. Die gesündesten Bayern leben demnach in Starnberg, gefolgt von den Menschen in Lindau am Bodensee.

Augsburg auf Platz 2 bei psychischen Erkrankungen

Den höchsten Krankenstand weisen die Versicherten in den Kreisen Weißenburg-Gunzenhausen und Lichtenfels auf. Aus dem Kreis Weißenburg-Gunzenhausen werden auch die meisten Muskel-Skelett-Erkrankungen gemeldet. Dagegen besetzt die Stadt Nürnberg einen traurigen Spitzenplatz bei psychischen Erkrankungen und Erkältungen. Bei den psychischen Erkrankungen folgt Augsburg gleich auf Platz zwei. Psychische Probleme, aber auch Erkrankungen der Atemwege führen nach Berechnungen der Barmer zu den längsten Krankschreibungen. Frauen fehlen in Bayern häufiger in der Folge psychischer Erkrankungen – Männer wegen Rückenschmerzen.

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Die Weltmeisterin im Speerwurf und Barmer-Gesundheitsbotschafterin Christina Obergföll betont, wie wichtig es ist, die Menschen in den Betrieben zu mehr Bewegung zu motivieren. Immer mehr Unternehmen seien auch bereit, ein betriebliches Gesundheitsmanagement aufzubauen. Denn sowohl für psychische als auch für Muskel-Skelett-Erkrankungen gebe es Möglichkeiten der Vorsorge. An Maßnahmen, die zu mehr Bewegung und damit zu weniger Rückenschmerzen führen, so Obergföll, würden sich immer mehr Beschäftigte beteiligen. „Doch es ist noch Luft nach oben“, sagt Landesgeschäftsführerin Wöhler. Allerdings müsse immer auch eine nachhaltige Änderung der Lebensgewohnheiten unterstützt werden.

Die Deutschen trinken sehr viel Alkohol

Die Lebensgewohnheiten vieler Deutscher kritisiert auch die WHO. In einer Untersuchung kommt die Weltgesundheitsorganisation zu dem Schluss, dass die Europäer länger und gesünder leben. So sei die durchschnittliche Lebenserwartung binnen fünf Jahren um ein Jahr gestiegen. Kinder, die heute in Deutschland zur Welt kommen, werden im Schnitt 81 Jahre alt, sagte WHO-Expertin Claudia Stein der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings seien Übergewicht, Rauchen und Alkohol in vielen Staaten ein großes Problem, auch hierzulande. „In Deutschland liegt der Alkoholkonsum sehr hoch“, sagt Stein und ergänzt: Wer über 15 Jahre alt ist, trinke in der europäischen Region im Schnitt 8,6 Liter reinen Alkohol pro Jahr – „in Deutschland sind es aber elf Liter“. Positiv entwickeln sich für Stein die Impfraten in Deutschland: Sie liegt bei Masern inzwischen bei 97 Prozent. „Masern sind eine potenziell tödliche Krankheit“, betont Stein.

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