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München
13.07.2019

Regenbogen-Party: 155.000 Menschen feiern Christopher Street Day

155 000 Menschen haben am Samstag bei der Politparade des Münchner Christopher Street Days (CSD) gefeiert.
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155 000 Menschen haben am Samstag bei der Politparade des Münchner Christopher Street Days (CSD) gefeiert.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Grauer Himmel, buntes Treiben: Der Christopher Street Day in München lockte trotz Regens wieder zehntausende Besucher an.

Bei der Politparade des Christopher Street Days (CSD) in München wurde trotz schlechten Wetters und Platzregens gefeiert. "Dann tanzen wir eben im Regen", rief eine Teilnehmerin am Samstag. Erwartet hatten die Veranstalter im Vorfeld des CSD rund 175 000 Teilnehmer und Zuschauer und damit so viele wie 2018. "Witterungsbedingt" seien zwar weniger Feiernde dabei gewesen, der CSD ist aber nach den Angaben der Veranstalter auch 2019 ein "Riesenerfolg". 

Insgesamt haben 15 000 Menschen an der Parade von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen teilgenommen, 140 000 haben dabei zugeschaut, wie Polizei und Veranstalter meldeten. 

Knapp 60 Wägen waren bei der Politparade zu sehen, darunter Firmen, Parteien und Vereine. Diskutiert wurde unterdessen über den Wagen des Hotels "Deutsche Eiche". Unter dem Aufruf "Boykottiert homophobe Länder" war ein Bild von zwei Männern zu sehen, denen ein Galgenstrick um den Hals gelegt wird. Ergänzt wurde das Banner um eine Aufzählung von Staaten, in denen Homosexuellen die Todesstrafe droht. Die Veranstalter des CSD hatten mit dem Bild kein Problem, sondern erklärten den Wagen zum "wichtigen Zeichen auf einer politischen Veranstaltung".

Der Spagat zwischen politischer Veranstaltung und Straßenparty ist Jahr für Jahr Thema beim CSD. Es sei wichtig, auf dem Münchner CSD bereits Erreichtes zu feiern, ohne politische Forderungen aufzugeben, sagte ein Sprecher des CSD. Dies würde man immer wieder betonen und mit politischen Forderungen unterlegen.

Im strömenden Regen schlug Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter auf der Bühne am Marienplatz ähnliche Töne an: Man sei zwar weit gekommen, dies könne aber nicht das Ende "unseres Weges" sein.

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Unterdessen gab es wie bereits 2018 Ärger um den Wagen der Gruppierung "Lesben und Schwule in der Union" (LSU). Bei der Politparade sei der Wagen von einer Gruppe Menschen blockiert worden, wie die Polizei mitteilte. Anschließend seien die involvierten Personen kontrolliert worden. Ob es Festnahmen oder Anzeigen gab, konnte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Im Vorjahr war der Wagen der Gruppe ebenfalls blockiert worden. Damals waren die CSU-Politiker dafür kritisiert worden, nicht genug für Minderheiten einzutreten und sich an Hetze zu beteiligen.

Die Parade leitete das Abschlusswochenende des CSD ein. Beim CSD-Straßenfest am Samstag und am Sonntag präsentieren die Veranstalter ein Programm aus Kultur und politischen Beiträgen. Am Samstagabend tritt die israelische Sängerin Netta Barzilai auf, die 2018 den Eurovision Song Contest in Lissabon gewann.

Der CSD findet in diesem Jahr unter dem Motto "50 Jahre Stonewall" statt. Er bezieht sich dabei auf die Ereignisse des 28. Juni, bei denen sich Homosexuelle aufgrund einer Polizeirazzia in der New Yorker Schwulenbar "Stonewall Inn" Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. Die Bar ist in der Christopher Street und damit Namensgeber für den CSD. Die Ausschreitungen in New York gelten als Beginn der modernen LGBT-Bewegung.

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Foto: Peter Kneffel, dpa
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