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Mysteriöse Karten entschlüsselt

18.09.2009

Polizei hebt 20 Waffendepots aus

Waffenliebhaber hortete Bomben und Handgranaten
Bild: DPA

Ein Waffenliebhaber hat in mehr als 20 Erdlöchern in Deutschland und Österreich selbst gebastelte Bomben, Handgranaten, Sprengstoff und Waffen gehortet.

Das Bayerische Landeskriminalamt hat mehr als 20 Waffendepots in Bayern, Sachsen, Thüringen und Brandenburg sowie Österreich ausgehoben. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatten die Beamten nach monatelanger Arbeit chiffrierte Landkarten entschlüsselt, die nun zu den Waffenverstecken führten.

In den Erddepots hat die Sondergruppe unter anderem zehn Liter zündfähigen Sprengstoff, mehrere selbstgebastelte Handgranaten und andere Sprengkörper wie Bomben sichergestellt.

Die mit Zahlencodes verschlüsselten, handgeschriebenen Landkarten seien im Mai vergangenen Jahres bei einem 53-jährigen Obdachlosen in Bayreuth sichergestellt worden, nachdem dieser auf zwei Beamte geschossen hatte. Die Polizisten waren auf den Mann zugegangen, als dieser gerade ein Fahrrad stehlen wollte. Ein Beamter wurde dabei schwer verletzt, der Obdachlose beging daraufhin Selbstmord.

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Die Polizisten fanden im Besitz des Obdachlosen die Karten, einen selbst gebauten Schussapparat und explosives Schwarzpulver. Die Landkarten hatten die Beamten vor eine schwierige Aufgabe gestellt. "Den entscheidenden Hinweis zur Entschlüsselung lieferte ein Polizeibeamter aus Mittelfranken, der auf einer der Karten einen Wanderweg erkannt hat", wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums erläuterte. Anhand dieses Wanderweges habe die Polizei das erste Erddepot gefunden und die anderen Karten entschlüsseln können.

Die Motive des Obdachlosen sind noch weitgehend unklar, es gibt jedoch keine Hinweise auf einen politischen oder terroristischen Hintergrund der Waffen-Bunkerung. Die Polizei vermutet bei dem Täter lediglich eine Affinität zu Waffen. Zudem sei bei ihm 2001 eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden.

"Er hat in Kontakt mit der Polizei in den vergangenen Jahren häufig eine Art Verfolgungswahn vor Polizei und Ämtern gezeigt", sagte der Sprecher. Die Polizei ermittelt immer noch in diesem Fall, da unklar sei, woher der 53-Jährige das Wissen und die Teile zur Waffenfertigung bezogen habe.

(ddp)

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