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Allgäu

30.10.2014

Schon 165 Fälle: Wer steckt hinter den gelockerten Radmuttern?

Im Allgäu werden immer wieder Fälle von gelockerten Radschrauben an Autos gemeldet.
Bild: Symbolbild: ADAC (dpa)

Im Allgäu häufen sich seit rund einem Jahr die Fälle von gelockerten Radschrauben an Autos - insgesamt waren es bereits 165. Hinweise auf einen Täter gibt es bisher allerdings nicht.

Eine rätselhafte Serie beschäftigt seit dem vergangenen Jahr die Polizei im Allgäu: Immer öfter berichten Betroffene von lockeren Radmuttern an ihren Autos - überwiegend am linken Vorderrad. In einzelnen Fällen kommt es zu Unfällen, weil sich ein Rad während der Fahrt gelöst hatte. Eine Horrorvorstellung für viele Autofahrer.

Bislang wurde noch kein Täter auf frischer Tat ertappt

Und die Serie reißt nicht ab: Allein in diesem Jahr wurden der Polizei in Kempten bereits 85 Fälle gemeldet, bei denen Radmuttern scheinbar gelockert wurden, sagt Polizeisprecher Christian Owsinski. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2013, als die Serie begonnen hatte, wurden 82 Vorfälle gemeldet. Häuften sich die Fälle im Vorjahr zunächst im Raum Buchloe/Kaufbeuren, so war in diesem Jahr vor allem das Unterallgäu betroffen. Wer oder was dahintersteckt, das sei der Polizei bis heute unklar.

"Es gibt keinerlei Spuren, die einen Zusammenhang der Fälle belegen", sagt Owsinski. Weder Ort, Zeit noch die Art und Weise, wie die Radmuttern gelockert wurden, stimmten in den gemeldeten Fällen überein. "Bis heute ist noch nirgends ein Täter beobachtet oder auf frischer Tat ertappt worden", erklärt Owsinski.

Schon 165 Fälle: Wer steckt hinter den gelockerten Radmuttern?

Straftaten oder Nachlässigkeiten beim Radwechsel?

Die Polizei stelle sich deshalb die Frage, ob es sich bei allen 85 bislang gemeldeten Fällen auch tatsächlich um Straftaten handelt. Oder ob in einigen Fällen nicht der Autofahrer selbst "der Übeltäter" gewesen sein könnte. Etwa durch Nachlässigkeit beim Reifenwechsel. "Durch die Berichterstattung sind die Menschen sensibler geworden und schauen ganz besonders nach." Es sei bereits häufiger vorgekommen, dass Betroffene von gelockerten Radmuttern berichteten – kurz nachdem sie selbst ihre Reifen gewechselt hatten.

Warum die Radmuttern meist am linken Vorderrat gelöst waren, führt der Polizeisprecher auf "physikalische Umstände" zurück. Vor allem das linke Vorderrad neige dazu, sich schnell zu lockern. "Es kann sein, dass das Rad vor dem Wechsel nicht richtig gesäubert wurde oder die Schrauben nicht richtig angezogen waren", sagt Owsinski. Oder wenn nach einem Radwechsel und etwa 50 zurückgelegten Kilometern der Sitz der Schrauben nicht – wie vorgeschrieben – kontrolliert wurde. Gelockerte Radschrauben bemerkt man laut Polizei vor allem beim Kurvenfahren und durch ungewöhnliche Geräusche.

Doch auch wenn die Polizei mittlerweile nicht ausschließlich von Straftaten ausgeht, einige Fälle seien dann doch "etwas sonderbar". Beispielsweise wenn auf demselben Parkplatz gleich vier Autofahrer von gelockerten Radschrauben an ihren Reifen berichteten.

Radmuttern zu lockern ist "kein Kavaliersdelikt"

Auch im Polizeipräsidium Schwaben Nord wurden schon Fälle angezeigt, in denen Radmuttern bei Autofahrern gelockert wurden. "Allerdings nicht in so großer Anzahl", sagt Pressesprecher Stefan Hackl. Es komme zwar ab und an vor, sei aber eher die Ausnahme. Meistens steckten Streiche hinter solchen "Aktionen".

Wie gefährlich solche "Streiche" allerdings ausgehen können, davor warnt Kemptens Polizeisprecher Owsinski: "Das sind keine Kavaliersdelikte." Man werde auch weiterhin alle Fälle von gelockerten Radmuttern aufnehmen und bearbeiten. "So lange, bis wir wissen, was wirklich dahintersteckt." AZ

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