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Gespaltene CSU

25.11.2011

Seehofer zu Guttenberg-Kritik: "Völlig daneben"

Karl-Theodor zu Guttenberg.

CSU-Chef Horst Seehofer ist von zu Guttenbergs Auftreten alles andere begeistert. Seehofer prangert dessen Stil an.

Eine mögliche Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg in die Politik spaltete nicht nur die Wähler, sondern auch die eigene Partei CSU.  Und mit manch einem in der CSU hat es sich zu Guttenberg offenbar verscherzt. Zumindest zeigte sich Parteichef Horst Seehofer höchst verärgert. Am Rande seines Tschechien-Besuchs nennt er Guttenbergs Parteienkritik "völlig daneben". Es sei kein guter Stil, wenn alles und jeder herabgesetzt werde, um selbst erhöht zu werden.

Scharfe Kritik an zu Guttenberg

So scharfe Kritik an Guttenberg wie in Tschechien hat Seehofer öffentlich noch nie geäußert. Bislang sandte der Parteichef in- und außerhalb der Partei unterschiedliche Botschaften aus. Öffentlich betonte der CSU-Chef in den vergangenen Monaten mehrfach, Guttenberg gehöre zur Familie. Intern dagegen sagt Seehofer auch andere Dinge. So machte der Vorsitzende nach Angaben von Parteifreunden kein Geheimnis aus seiner Kritik an der Bundeswehr-Reform.

In einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion betonte Seehofer am Mittwoch nach Teilnehmerangaben, dass die Partei derzeit gut aufgestellt und nicht auf Guttenberg angewiesen sei. Manche CSU-Politiker glauben, dass Guttenberg in diesem Jahr ohnehin in Schwierigkeiten gekommen wäre - wenn er die ungeliebte Bundeswehr-Reform hätte selbst vertreten müssen.

Seehofer ist zudem umringt von einem Kreis potenzieller Kronprinzen und -prinzessinnen, die sämtlich von Guttenberg überstrahlt wurden. Ein Comeback-Versuch würde sie demzufolge nicht übermäßig begeistern.

Comeback-Chancen selbst verkleinert

Guttenberg war vor neun Monaten wegen der Plagiatsaffäre als Verteidigungsminister zurückgetreten. Es hatte sich herausgestellt, dass er zahlreiche Passagen seiner Doktorarbeit von anderen Autoren übernommen hatte, ohne dies kenntlich zu machen. Seine Comeback-Chancen in der CSU hat er nun gerade selbst erheblich verkleinert: Er spricht der CSU in einem Interview mit der "Zeit" den Anspruch ab, Volkspartei zu sein und liebäugelt mit einer neuen Partei - die der Union Konkurrenz machen würde. "Ich glaube, ... dass eine solche Gruppierung am ehesten in der Mitte Erfolg haben könnte, nicht an den Rändern des politischen Spektrums."  dpa/AZ

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