Newsticker
Priorisierung bei Corona-Impfungen endet am 7. Juni
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Sozialverband: Arm im reichen Bayern: CSU-Arbeitnehmer erwarten Kompromiss

Sozialverband
08.08.2019

Arm im reichen Bayern: CSU-Arbeitnehmer erwarten Kompromiss

Altersarmut ist deutschlandweit ein Problem – auch im reichen Bayern.
Foto: dpa

Exklusiv Der Sozialverband VdK fordert tiefgreifende Reform des deutschen Rentensystems. Jede vierte Rentnerin in Bayern sei von Armut bedroht.

Der Sozialverband VdK fordert ein gerechteres Rentensystem für alle Menschen in Bayern: Auch im vermeintlich reichen Freistaat dürfe man sich an Altersarmut nicht gewöhnen, verlangte die VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher: „Bayern ist schön, aber teuer. Und für bestimmte Bevölkerungsgruppen unbezahlbar.“

Laut Mascher ist etwa jede vierte Rentnerin in Bayern von Armut bedroht. Viele Senioren, die aufgrund ihrer niedrigen Rente Anspruch auf Grundsicherung hätten, würden zudem aus Scham erst gar keinen Antrag stellen. Sie könne deshalb nicht nachvollziehen, wenn etwa Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) behaupte, dass Altersarmut in Bayern kein wirkliches Problem sei. „Man muss da schon genauer hinschauen“, findet Mascher.

Armutsgefahr bei künftigen Rentner-Generationen

Laut VdK liegt die Bestandsrente in Bayern im Schnitt bei 1179 Euro für Männer und 680 Euro für Frauen. Die Schwelle zur Armutsgefährdung in Bayern liege laut Statistischem Bundesamt aber schon bei 1114 Euro. Doch auch für künftige Rentner-Generationen zeichne sich bereits eine große Armutsgefahr ab: So bekämen im Freistaat mehr als 76.000 Menschen trotz einer Erwerbstätigkeit als „Aufstocker“ Sozialleistungen, die später nicht bei der Rente angerechnet werden: „Diese Menschen laufen schnurstracks in die Armut – trotz Vollzeitbeschäftigung“, warnt Mascher.

VdK-Päsidentin: Alle sollen in das Rentensystem einzahlen

VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert „substanzielle und System verändernde Änderungen“ im Rentensystem. So müssten, wie etwa in Österreich, „alle erwerbstätigen Menschen, egal ob Beamter oder Angestellter, Selbstständiger oder Managerin, einzahlen“.

Damit könnten „die Renten steigen, ohne dass die Beiträge angehoben werden müssen.“ Notwendig sei zudem eine Abschaffung der Renten-Abschläge bei Erwerbsminderung, eine Grundrente für alle ohne Bedarfsprüfung oder eine Anrechnung der Pflege von Angehörigen für die Rentenhöhe.

In der Debatte um die Einführung einer Grundrente signalisiert der Chef der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerunion (CSA), Volker Ullrich, Kompromissbereitschaft: „Wir können nicht auf die Prüfung der Bedürftigkeit verzichten, aber ich erwarte einen Kompromiss beim Wie der Prüfung. Sie muss ohne größeren Aufwand möglich sein.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren