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Oberallgäu

24.06.2020

Tödlicher Traktorunfall: Vater des 13-jährigen Fahrers wird bestraft

Das Amtsgericht Sonthofen verhängte gegen den Vater des Unfallfahrers eine Bewährungsstrafe.
Bild: Symbolfoto: Martina Diemand

Fast ein Jahr ist es her, dass zwei Kinder bei einem Unglück in Balderschwang starben. Jetzt hat der tragische Fall ein juristisches Nachspiel.

Ein schrecklicher Unfall im vergangenen Sommer in Balderschwang (Landkreis Oberallgäu) hat jetzt ein juristisches Nachspiel. Am Abend des 13. Juli vergangenen Jahres war ein damals 13-Jähriger mit einem Traktor gefahren und verunglückt. In der Frontschaufel des Fahrzeugs saßen drei Kinder. Ein zehn Jahre alter Bub und eine 13-Jährige starben bei dem Unfall, als sie aus der Frontschaufel fielen und überrollt wurden. Das dritte Kind wurde verletzt.

Der Traktorfahrer war am Unglückstag noch nicht strafmündig. Gegen seinen 48-jährigen Vater hatte die Staatsanwaltschaft Kempten zunächst Anklage zum Amtsgericht Sonthofen erhoben. Auf Anregung des Gerichts nahm die Behörde die Anklage allerdings zurück und beantragte einen Strafbefehl gegen den Vater als Halter des Traktors. In dem Strafbefehl wird dem Vater fahrlässige Tötung und „vorsätzliches Zulassen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis“ vorgeworfen.

Tödlicher Traktorunfall in Balderschwang: So hat das Gericht entschieden

Das Gericht verhängte eine viermonatige Haftstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Zudem wurde die Auflage erteilt, dass der Vater 3000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen muss. Der Mann hätte sich nach Ansicht des Gerichts erkundigen müssen, was sein Sohn mit dem Traktor vorhabe.

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Den ihm zugestellten Strafbefehl kann der 48-Jährige jetzt akzeptieren oder innerhalb von zwei Wochen dagegen Einspruch einlegen. Falls der Mann Einspruch einlegen sollte, würde eine Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Sonthofen stattfinden. Das Unglück an jenem Samstagabend nahe der Lenzenalpe hatte die Menschen weit über die Grenzen Balderschwangs hinaus erschüttert. Nach dem Unfall an jenem Abend hatte sich ein Kriseninterventionsteam um die traumatisierten Kinder gekümmert, die das Unglück überlebt hatten. Die von einer Familie aus dem Vorarlberger Riefensberg bewirtschaftete Lenzenalpe ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Traktor infolge einer Unachtsamkeit des minderjährigen Fahrers vom Weg abkam und mit einem Baumstamm kollidierte. Durch den Aufprall wurden die beiden Kinder aus der Schaufel geschleudert.

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