Newsticker

Dänemark schließt Grenzen für deutsche Urlauber
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Vor Mordprozess ausgerissen: Polizei schnappt 17-jährige Angeklagte

Ansbach

14.04.2015

Vor Mordprozess ausgerissen: Polizei schnappt 17-jährige Angeklagte

Wegen Mordes an einem 54-Jährigen Obdachlosen muss sich ein 36 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Ansbach verantworten. Eine Mitangeklagte tauchte vor Prozessbeginn unter.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Eine 17-Jährige soll als Mitangeklagte in einem Mordprozess vor Gericht. Aus Angst büxt sie auf dem Weg dorthin aus. Das Verfahren platzt zunächst und wird am Montag fortgesetzt.

Die Polizei hat eine 17-Jährige geschnappt, die sich nach dem Mord an einem Obdachlosen als Mitangeklagte vor Gericht verantworten sollte und unmittelbar vor Prozessbeginn ausgerissen war. Damit kann das Verfahren um die sogenannte Gunzenhausener Bahnleiche nun doch fast wie geplant stattfinden: Der am Montag zunächst geplatzte und auf den Herbst verschobene Prozess wird nur eine Woche später (20.4.) neu aufgenommen, wie das Landgericht Ansbach am Dienstag mitteilte.

Die Angeklagte war aus Angst untergetaucht 

Die wegen Körperverletzung mitangeklagte 17-Jährige war am Sonntag auf der Bahnfahrt von einem Jugendhilfeheim in Passau, wo sie zuletzt untergebracht war, zu ihrer in Gunzenhausen lebenden Mutter untergetaucht. Als Grund dafür gab sie nach ihrer Festnahme an, vor der gesamten Situation Angst gehabt zu haben. Bei der Neuauflage des Prozesses wird sie nicht noch einmal ausreißen können: "Sie ist am Montagabend von der Polizei in Gunzenhausen aufgegriffen worden und befindet sich nun in Untersuchungshaft", berichtete ein Gerichtssprecher.

17-Jährige soll mit zwei weiteren Angeklagten auf das Opfer eingeprügelt haben

Dort hatte die Jugendliche nach der Tat im Juni 2014 schon einmal fast ein halbes Jahr verbracht, bevor der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft der 17-Jährigen schwere Körperverletzung vor: Sie soll gemeinsam mit einem weiteren Mitangeklagten sowie dem 36 Jahre alten Hauptangeklagten auf das Opfer eingeprügelt haben. 

Anschließend trat der Haupttäter laut Anklage so heftig auf den am Boden Liegenden ein, dass der Mann starb. Um den Tod als Suizid erscheinen zu lassen, habe der ebenfalls obdachlose Mann die Leiche aufs Gleis gelegt. Ein Zug überrollte den Toten. dpa/lby

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren