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Hitzefrei in Bayern

27.06.2019

Wann gibt es an Schulen in Bayern Hitzefrei?

Beim Thema Hitzefrei hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. Ob es Hitzefrei gibt, liegt aber nicht an einer bestimmten Temperatur.
Bild: Sebastian Kahnert, dpa (Symbol)

Nachmittagsunterricht macht im Sommer wenig Freude - schon gar nicht wenn Freibad oder Eisdiele locken. Schüler ersehnen Hitzefrei. Aber gibt es das in Bayern noch?

Die sommerliche Hitze verlangt uns in dieser Woche so einiges ab. In der Region werden Rekordtemperaturen von bis zu 34 Grad erwartet. Gerade Schülern dürfte es angesichts der Hitze schwer fallen, konzentriert dem Unterricht zu folgen. Hitzefrei wünschen sich da wohl die meisten, denn im Freibad oder am See lassen sich die sommerlichen Temperaturen besser nutzen als in Klassenzimmern. Aber was muss passieren, damit es überhaupt Hitzefrei gibt? Alle wichtigen Fakten im Überblick.

Wann gibt es in Bayern Hitzefrei?

Schüler in Bayern haben keine Garantie auf Unterrichtsausfall an extrem warmen Tagen. Im Gegenteil: "Eine gesetzliche Regelung existiert nicht", heißt es aus dem bayerischen Kultusministerium. Auch eine bestimmte Temperaturgrenze, ab welcher der Schultag früher endet, ist nicht festgelegt. Das bedeutet nicht, dass Hitzefrei völlig unmöglich ist.

Wer darf bestimmen, ob der Unterricht ausfällt?

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Schulleiter können für ihre Schule individuell selbst entscheiden, ob sie Hitzefrei geben. Sie tragen die Gesamtverantwortung für die Schule und müssen das Wohlbefinden der Schüler sicherstellen. Damit haben Direktoren grundsätzlich durchaus die Möglichkeit, den Unterricht an Tagen mit besonders heißen Temperaturen vorzeitig zu beenden.

Wie kommt es zur Entscheidung für oder gegen Hitzefrei?

Ob ein Schulleiter Hitzefrei gibt, muss er im Einzelfall entscheiden und gut abwägen. Dabei spielen gleich mehrere Faktoren in die Entscheidung hinein. Zum einen berücksichtigt er die Klimaverhältnisse in den Klassenzimmern, muss aber auch sicherstellen, dass die Schüler bei früherem Unterrichtsende wieder sicher nach Hause kommen. Bieten sich Alternativen zum Unterrichtsausfall wie etwa die Möglichkeit, den Unterricht in kühleren Räumen oder im Freien abzuhalten, gibt es meist kein Hitzefrei für die Schüler.

War früher mehr Hitzefrei?

Hitzefrei ist in den vergangenen Jahren seltener geworden. Mancherorts geben Schulämter sogar die dringende Empfehlung an Schulen aus, keinen Unterricht ausfallen zu lassen. Grundsätzlich bemühen sich Schulleiter mittlerweile verstärkt um Alternativen zum Unterrichtsausfall. Um die gesundheitlichen Folgen der Hitze in Grenzen zu halten, organisieren Schulen teils Klimaanlagen, Wasserspender, Unterricht an schattigen Plätzen im Freien oder Sportunterricht im Freibad.

Eine andere Ursache für immer weniger Hitzefrei ist die mittlerweile häufiger angebotene Ganztagesbetreuung. Weil immer mehr Eltern berufstätig sind, liegt die Aufsichtspflicht auch am Nachmittag bei den Schulen. Daran ändern auch extrem sommerliche Temperaturen nichts. Und von Hitzefrei würden dann nur noch diejenigen Schüler profitieren, die nicht in der Ganztagesbetreuung sind. Auch deshalb entscheiden sich Direktoren im Zweifelsfall eher gegen Hitzefrei.

Wer betreut die Kinder, wenn sie Hitzefrei haben?

Wenn Kinder ohne Ganztagsbetreuung Hitzefrei haben, bedeutet das für berufstätige Eltern meist zusätzlichen Stress: Denn es stellt sich die Frage, wie die Kinderbetreuung so plötzlich zu organisieren ist. In vielen Fällen können sich Eltern von ihrem Chef freistellen lassen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Schulausfall so kurzfristig erfolgt, dass betroffene Eltern die Betreuung nicht anderweitig organisieren können und es auch sonst keine Möglichkeit zur Betreuung gibt.

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