1. Startseite
  2. Bayern
  3. Wo Bayern draufsteht, soll auch Bayern drinstecken

Landwirtschaft

16.05.2012

Wo Bayern draufsteht, soll auch Bayern drinstecken

Der Preisdruck bei der Milch sorgt die Bauern.
Bild: Bernhard Weizenegger

Eine Zukunftskommission will Bauern stärken: Mehr Regionalität und neue Märkte sind das Ziel.

48 Cent kostet bei Aldi derzeit eine Tüte fettarme Milch. Ein Preis, über den Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes und bis vor Kurzem Chef des Bayerischen Bauernverbandes, nur den Kopf schütteln kann. „Die Bauern brauchen eine Politik, die die Einzelhändler stärker kontrolliert.“ Denn es seien immer die gleichen vier Firmen, die die Preise drücken würden, sagte Sonnleitner bei einer Podiumsdiskussion der „Zukunftskommission Landwirtschaft“, die sich damit beschäftigt, wie die bayerische Landwirtschaft gestärkt werden kann.

Schwergewichte in der Landwirtschaft

Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar für Landwirtschaft, der ebenfalls auf dem Podium saß, hat dafür einige Ideen. So schlägt er vor, den Blick auf neue Märkte zu werfen. „Wir brauchen in der Landwirtschaft Schwergewichte, die exportieren.“ Man müsse die Kaufkräfte nutzen, die in Indien und China entstünden. Das sei wichtig, da der Marktdruck in Deutschland zunehme – durch Discounter, die die Preise drücken.

Zudem hält Fischler es für eine gute Idee, wenn der Freistaat das Thema Regionalität stärker betonen würde. Bayern könnte eine Spitzenregion für regionale Produkte werden. „Es wäre sicher kein Fehler, wenn der Freistaat in diesem Punkt vorpreschen würde“, sagt Fischler. Wichtig sei nur: Wo Bayern draufsteht, müsse auch Bayern drinstecken. So sieht das auch Sonnleitner: Die „Trendmarke Bayern“ müsse etabliert werden. „Viele Menschen wollen regionale Produkte“, sagte er. Und sie seien bereit, dafür mehr Geld auszugeben.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Seehofer fordert Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie

Neben dem Preisverfall für ihre Produkte haben die Bauern aber noch andere Probleme – und das ausgerechnet durch die Energiewende: „Für ein Windrad, das aufgestellt wird, werden fünf Hektar landwirtschaftliche Fläche aus der Nutzung genommen“, klagt Bauernpräsident Sonnleitner.

Ministerpräsident Horst Seehofer, der ebenfalls an der Diskussion teilnahm, weiß, dass es mit der Energiewende Probleme gibt. „Wir müssen einen Ausgleich finden zwischen Ökonomie und Ökologie“, so Seehofer. „Ich habe aber Angst, dass wir das bundesweit verstolpern.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren