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Mixa sorgte für Aufsehen

29.06.2012

Zahl der Kirchenaustritte in Augsburg zurückgegangen

Zahl der Kirchenaustritte in Bayern nahezu halbiert.
Bild: dpa

Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche in Bayern hat sich 2011 im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. Auch in Augsburg ging die Zahl zurück.

34.376 Menschen kehrten im Freistaat laut Statistik der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ihrer Kirche den Rücken - 2010 waren es noch mehr als 60.000. Anfang des Jahres 2010 hatte der Missbrauchsskandal seinen Höhepunkt erreicht. Zudem hatte der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa mit Vorwürfen, er habe Heimkinder geschlagen, für Aufsehen gesorgt.

Augsburg: Zahl der Kirchenaustritte auf niedrigstem Stand seit 2007

Auf dem Gebiet der Diözese Augsburg gehören laut Bistum 1.351.703 Menschen der katholischen Kirche an, das sind 58,8 Prozent der Gesamtbevölkerung (2010: 1.360.575). Die Zahl der Kirchenaustritte sei auf den niedrigsten Stand seit 2007 zurückgegangen: Sie sank nach Angaben des Bistums um 44,8 Prozent auf 6.663 (2010: 12.065). Die Zahl der Eintritte und Wiederaufnahmen stieg im gleichen Zeitraum um 1,2 Prozent auf 487 (2010: 481).

Die Zahl der Taufen ist 2011 zugleich geringfügig um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (2011: 10.637, 2010: 10.550). Rückgänge gibt es bei den Erstkommunionen (2011: 13522) und Firmungen (2011: 13.510). Die Zahl der Bestattungen ging 2011 um 1,2 Prozent auf 14.399 zurück. In der Diözese Augsburg waren 2011 649 Welt- und Ordenspriester tätig (2010: 659).

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Augsburger Generalvikar: Austritte sind schmerzhaft

Generalvikar Harald Heinrich freut sich über den Rückgang der Kirchenaustritte: "Das ist eine sehr positive Entwicklung", sagte er. Auf der anderen Seite sei es jedoch "sehr schmerzhaft, dass dennoch über 6000 Menschen im vergangenen Jahr die Kirche verlassen haben".

Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zeigte sich "sehr froh" über den Rückgang der Austrittszahlen. Dennoch fülle ihn jeder Kirchenaustritt mit Sorge, teilte er am Freitag mit.

Laien: Keine Entwarnung wegen Widerstand im Bistum Augsburg

Der Rückgang der Austrittszahlen im Vergleich zum Krisenjahr 2010 darf nach Ansicht der Reformbewegung "Wir sind Kirche" von den katholischen Bischöfen nicht als "Entwarnung" gedeutet werden. Es gebe zahlreiche aktuelle Konfliktfelder, die in den Zahlen noch gar nicht erfasst seien, sagte Sprecher Christian Weisner am Freitag in München. Als Beispiel nannte er den Widerstand gegen eine Strukturreform im Bistum Augsburg. Zudem laufe der Dialogprozess mit den Laien, den die Bischöfe 2010 eingeläutet hatten, nur sehr schleppend an. dmai/dpa

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