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Zecken in Bayern
15.02.2019

FSME-Gefahr: Risiko in Süddeutschland ist besonders hoch

Die FSME-Fälle nehmen bundesweit zu. Experten raten daher vor allem Menschen, die in einem Risikogebiet leben, jetzt zur Impfung.
Foto: Tobias Hase, dpa (Archiv)

Die Zahl der FSME-Infizierten im Freistaat bleibt auf konstant hohem Niveau. Wie die Fallzahlen anderswo sind und für wen eine Impfung besonders wichtig ist.

Bayern steht nicht mehr an der Spitze: Den Negativrekord der meisten FSME-Infizierten hat jetzt Baden-Württemberg aufgestellt. 271 Menschen sind dort im vergangenen Jahr laut Robert-Koch-Institut (RKI) infolge von Zeckenbissen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt. Noch nie wurden so viele FSME-Fälle in einem Bundesland gezählt - und das seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001.

Doch auch im Freistaat ist die Gefahr, sich mit FSME zu infizieren, weiterhin sehr groß. Zwar haben sich im vergangenen Jahr weniger Bayern angesteckt als in den Vorjahren. Die Zahl der Erkrankungen bleibt aber mit 224 Fällen auf einem enorm hohen Niveau. Bei den FSME-Fallzahlen für die Bundesländer handelt es sich um erste Angaben des Robert-Koch-Instituts.

Genaue Zahlen für einzelne Regionen gibt es für das vergangene Jahr daher noch nicht. Sie werden am 14. Februar 2019 bekannt gegeben. Einige Landkreise unserer Region zählen aber schon seit Jahren zu den Risikogebieten. In unserer Karte ist dargestellt, wie viele Fälle von FSME-Erkrankungen es seit Einführung der Meldepflicht 2001 und bis einschließlich 2017 gegeben hat.

FSME: Experten raten zur Impfung

Angesichts der anhaltenden Gefahr in Bayern und Baden-Württemberg warnen Experten vor FSME und raten dringend zur Schutzimpfung. Gerade jetzt zu Jahresbeginn sei die richtige Zeit, sich für eine FSME-Impfung zu entscheiden, rät etwa die Techniker Krankenkasse. Um den vollen Impfschutz zu genießen benötigt nämlich jeder Patient insgesamt drei Impfungen. Und zwischen den einzelnen Terminen muss eine gewisse Zeit liegen.

Je nach Wirkstoff vergehen laut RKI zwischen fünf Monaten und einem ganzen Jahr, bis alle drei Impftermine wahrgenommen werden können. Auffrischen lassen sollte man den Schutz vor FSME mit weiteren Impfungen alle drei bis fünf Jahre. In FSME-Risikogebieten und für besonders gefährdete Menschen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Impfkosten.

FSME-Risikogebiete in Bayern

Besonders wichtig ist eine FSME-Schutzimpfung für alle Menschen, die in gefährdeten Regionen leben und für diejenigen, die aus beruflichen Gründen besonders gefährdet sind wie Forstarbeiter, Landwirte oder Laborpersonal. In unserer interaktiven Karte sind mit Stand Januar 2019 alle FSME-Risikogebiete im Freistaat in der Übersicht zu finden.

 

Auch bundesweit ist die Zahl der FSME-Erkrankten in den vergangenen vier Jahren enorm angestiegen - von 220 Fällen im Jahr 2015 auf 584 Fälle im Jahr 2018.

Allein die Erkrankungsfälle in Bayern und Baden-Württemberg machen 85 Prozent aller bundesweit gemeldeten FSME-Fälle aus. In diesen beiden Bundesländern im Süden Deutschlands liegen auch 123 der 142 Risiko-Landkreise.

Auch in mitteldeutschen Bundesländern besteht ein gewisses FSME-Risiko. So hat es im vergangenen Jahr in Hessen 25 FSME-Infizierte gegeben, in Thüringen und Sachsen jeweils 12 FSME-Fälle. Auch in Nordrhein-Westfalen haben sich nach einem Zeckenbiss 13 Menschen mit FSME angesteckt.

Die Einwohner anderer Bundesländer im Norden Deutschlands bleiben dagegen von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) weitgehend verschont. In Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hat es 2018 nur jeweils einen Erkrankten erwischt. Im Stadtstaat Bremen gab es nicht einen einzigen FSME-Fall. Wie sich die Zahl der FSME-Erkrankungen bundesweit entwickelt hat, zeigen wir in unserer Grafik.

 

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