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Dillingen

16.11.2019

„Applaus, Applaus“ für die Dillinger Regens-Wagner-Schule

Auch die Schulband erhielt bei der Feier der Regens-Wagner-Schule großen Applaus. Und sie spielte auch "Applaus, Applaus" von den Sportfreunden Stiller.
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Auch die Schulband erhielt bei der Feier der Regens-Wagner-Schule großen Applaus. Und sie spielte auch "Applaus, Applaus" von den Sportfreunden Stiller.
Bild: Berthold Veh

Plus Die Generalsanierung hat fast fünf Millionen Euro gekostet. Neben dem Abschluss des Umbaus feiert die Schule auch ihr 50-jähriges Bestehen. Direktor Remmele erklärt, warum sich dort „Himmel und Erde berühren"

Der Auftakt zum Festakt der Regens-Wagner-Schule ist mitreißend. Die Schüler-Tanzgruppe Hot Chilis zeigt eine Choreografie zu den Abba-Hits Mamma Mia und Waterloo und erhält von den Gästen viel Beifall. Später sagt dann die Schulband auf ihre Weise, was sie von der Generalsanierung der Regens-Wagner-Schule hält. Sie stimmt den Ohrwurm „Applaus, Applaus“ der Sportfreunde Stiller an und wandelt den Text dem Anlass entsprechend ab. „Applaus, Applaus für meine Schule – jetzt ist alles neu, und wir danken euch so sehr“, heißt es da. Und dieser Beifall für die fast fünf Millionen Euro teure Generalsanierung kommt von Herzen.

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120 Schüler werden unterrichtet

Gleichzeitig feiert die Regens-Wagner-Schule am Freitagvormittag ihr 50-jähriges Bestehen. Etwa 120 Schüler mit geistiger Behinderung werden in der Bildungseinrichtung unterrichtet, informiert Schulleiter Ulrich Seybold auf Anfrage. Hinzu kommen 13 Buben und Mädchen in der Schulvorbereitenden Einrichtung. Der stellvertretende Gesamtleiter von Regens Wagner Dillingen, Matthias Kandziora, Michael Weinbrenner vom Architekturbüro Haindl und Kollegen, Ministerialdirigent Walter Gremm vom Bayerischen Kultusministerium und Ulrich Seybold blicken auf die fast zweieinhalbjährige Sanierungszeit zurück. Seybold macht die Belastung während des laufenden Schulbetriebs anschaulich, indem er die Aufnahme vom Lärm eines Bohrhammers abspielt.

Die Beleuchtung war nicht ausreichend

Angefangen hatte das Projekt, als ein Mitarbeiter des „Sonderpädagogischen Dienstes Sehen“ feststellte, dass die Beleuchtung für Schüler mit Sehproblemen in den Klassenzimmern zu schlecht sei. Wie es sich herausstellte, war es mit dem Aufhängen von neuen Lampen nicht getan. Wie Seybold erläutert, wurde die ganze Elektrotechnik der Regens-Wagner-Schule erneuert, die Akustikdecken sind ebenso neu wie die Schallschutzfenster. Architekt Weinbrenner teilt mit, dass das Brandschutzkonzept verändert wurde. Zwei neue Außentreppen seien errichtet worden. Jetzt müssten nur noch die Außenanlagen neu gestaltet werden.

„Applaus, Applaus“ für die Dillinger Regens-Wagner-Schule

Zu den Gratulanten zählt auch Oberbürgermeister Frank Kunz. Dillingen habe Regens Wagner und den Franziskanerinnen zu verdanken, dass sich die Kommune „Stadt der Caritas“ nennen dürfe. Er dankt den Lehrern der Regens-Wagner-Schule für ihre Arbeit. „Sie geben jungen Menschen das Rüstzeug für ein selbstbestimmtes Leben in Zukunft mit auf den Weg.“

Es geht um das Wohl der Kinder und Jugendlichen

Ministerialdirigent Gremm stellt die sonderpädagogische Förderung junger Menschen als eine wichtige Aufgabe heraus. Die Regens-Wagner-Schule zeige „eindrucksvoll, was es heißt, Kinder und Jugendliche lebensbezogen und inklusiv zu fördern“. Schulleiter Seybold nennt das Motto des Jubiläumsjahres: „Zum Wohl – 50 Jahre Regens-Wagner-Schule – Förderzentrum geistige Entwicklung.“ Dies sei doppeldeutig, denn es gehe nicht nur ums Anstoßen, sondern vor allem um das Wohl der den Lehrern anvertrauten Kinder und Jugendlichen. „Förderschule und Inklusion müssen sich nicht ausschließen“, sagt Seybold. Die Förderschule könne eine Grundlage bieten, damit Menschen am Leben der Gesellschaft teilhaben können.

Von einem Leben, "wie Gott es gut findet"

Für den geistlichen Impuls sorgt der Direktor der Regens-Wagner-Stiftungen, Rainer Remmele, der zusammen mit den Stadtpfarrern Wolfgang Schneck und Manuel Kleiner die umgebauten Räume und die Menschen, die darin ein- und ausgehen, segnet. Er erinnert an Jakob, der im Traum einst eine Treppe zum Himmel gesehen und diesen Ort nach dem Aufwachen mit einem Stein markiert habe. Die Regens-Wagner-Schule in Dillingen sei für die Schüler ebenfalls ein himmlischer Ort, an dem sie so sein dürfen, wie sie sind, sagt Remmele. Für die Kinder und Jugendlichen bedeute dies: „Da lernen wir ein Leben, wie Gott es gut findet.“ Ein Leben, wo jeder seinen Platz habe. Danach danken Schüler für diesen „himmlischen Ort“ und bauen mit symbolischen Bausteinen ihre Schule auf.

Was die erste Schulleiterin zur Entwicklung sagt

Unter den Festgästen sind auch die erste Schulleiterin, Schwester Michaela Speckner, und ihre Nachfolger Schwester Maria Grosman und Gerhard Schweiger, der die Generalsanierung angestoßen hat. Speckner hatte vor 50 Jahren im sogenannten Häusle, das nicht mehr existiert, angefangen und dort 16 Kinder mit einer geistigen Behinderung unterrichtet. Die Eröffnung des neuen Schulgebäudes vor 40 Jahren am derzeitigen Standort sei ein ergreifendes Erlebnis – eine Öffnung nach außen gewesen, sagt Schwester Michaela. Sie freue sich, „wie gut sich das alles entwickelt hat.“

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