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Freizeit

22.03.2019

Auf zum Premiumwandern im Donauwald

Klaus Erber erklärt den Wegepaten, wen sie informieren müssen, wenn etwa die Brücke morsch ist.

Bald wird die Strecke eröffnet. Doch damit das ganze premium bleibt, sind Wegepaten wichtig. Jetzt wurden sie geschult.

Die Sonne scheint, es wird warm, die Vögel fangen an zu zwitschern. Ja, es wird Frühling. Langsam bekommt man wieder Lust, raus an die frische Luft zu gehen und Sonne zu tanken. Da fällt den meisten gleich eine Wanderung ein: Laut dem deutschen Wanderinstitut wandert jeder Zweite. Dieses Erlebnis will auch Donautal-Aktiv mit dem Wanderweg „Donauwald“ (wir berichteten) anbieten. Von Günzburg bis nach Schwenningen entsteht der erste zertifizierte Premiumwanderweg in Bayrisch Schwaben. Für dieses Projekt sollen jetzt Wegepaten geschult werden, die verschiedenste Aufgaben übernehmen.

Die Wegepaten kamen bei der Wanderung durch den Wald miteinander ins Gespräch.

Kirsten Wild, Projektmanagerin des Premiumwanderweges Donauwald, erklärt, dass sich 30 Wegepaten auf den Aufruf in der Zeitung gemeldet haben. „Ich war sehr positiv überrascht“, sagt Wild. Sie hat nicht mit der großen Resonanz gerechnet. Nachdem der Weg von einer Geografin entwickelt wurde, sollen nun die Paten die Möglichkeit haben, den Wanderweg mitzugestalten. „Der Wanderweg soll die Region noch erlebbarer machen“, sagt Wild. Weiter erklärt sie, dass die Wegepaten für die Meldung von Beschädigungen und Reparaturen zuständig sind. Die können sie Donautal-Aktiv und den jeweiligen Kommunen mitteilen, damit die Probleme behoben werden. Zudem sind die Warte dafür verantwortlich, dass die Wege zu jeder Zeit sicher und sauber sind, damit die Wanderer ohne Probleme ihren Ausflug genießen können.

Die Ehrenamtlichen sind auch für die Beschilderung verantwortlich

Klaus Erber, Vorsitzender des Deutschen Wanderinstituts, schult die Wegepaten für die bevorstehenden Aufgaben. Die Ehrenamtlichen werden unter anderem dafür verantwortlich sein, dass die Beschilderungen für jeden sichtbar sind. Neben den Schulungen ist Erber auch für das Deutsche Wandersiegel Premiumweg verantwortlich. Kriterien für den Erhalt des Zertifikates sind zum Beispiel die Qualität der Wege, das Leitsystem für die Wanderer, das Naturbild und der Einfluss von Lärm und Müll. Eines der wohl wichtigsten Merkmale eines Premiumweges sind die Wegweiser. „Er ist so gut beschildert, dass sich niemand verirren kann“, sagt Erber. Diese Schilder werden von dem Deutschen Wanderinstitut überprüft und freigegeben.

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Als er seinen theoretischen Teil der Schulung im Kannenkeller in Lauingen beendet hat, beginnt Erber mit dem praktischen Part. Bei warmem Sonnenschein, Vogelgezwitscher und dem Anblick der aufbrechenden Knospen starten die Wanderer ihren kleinen Rundgang. Nachdem die zukünftigen Paten einen gerade gelandeten Storch bewundert haben, startet Erber mit seiner Schulung. Dabei erklärt der Experte, wie die Markierungen anzubringen sind, damit der Weg durch Wald und Wiese leicht zu finden ist. Zudem verdeutlicht er den Ehrenamtlichen, auf was sie bei ihrer Arbeit als Pate achten müssen.

Aus einem Hobby macht eine Frau ein Ehrenamt

Zwischen den Naturbegeisterten ist Claudia Baumann, sie geht jede Woche mit ihrer Nordic-Walking-Gruppe laufen und wurde durch den Zeitungsartikel auf die Patenschaft aufmerksam. „Ich laufe gerne, und da bietet es sich an“, sagt Baumann. Die 57-Jährige verbindet somit ihr Hobby mit dem Ehrenamt und hat sichtlich Spaß dabei. Ein weiterer begeisterter Wanderer ist Joachim Lutz, er ist ausgebildeter Wanderwegewart und bei Donautal-Aktiv angestellt. Der 67-Jährige wird Ansprechpartner sein und bei Fragen den 30 Paten zur Verfügung stehen. „Ich habe den Premiumweg in Teilen schon probegelaufen“, sagt Lutz.

Es geht nicht nur durch den Wald – unterwegs gibt es auch spektakuläre Aussichten wie den wunderschönen Blick auf Lauingens Altstadt.

Angelika Tittl, stellvertretende Geschäftsführerin von Donautal-Aktiv, sagt, dass das Projekt sich derzeit im Aufbau befindet. Tittl erklärt, dass der Premiumwanderweg von den Landkreisen Dillingen und Günzburg sowie den Kommunen finanziert wird. Zudem werden die Kosten zu 50 Prozent aus Leader Fördergeldern finanziert. So unterstützt das Förderprojekt unter dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“ den zertifizierten Wanderweg. Die Strecke wird circa 60 Kilometer lang sein und von Günzburg bis nach Schwenningen gehen.

Die Touristen sollen neben dem Weg auch die Region kennenlernen

Ziel des Projektes ist es, dass Touristen die Möglichkeit haben, neben dem Wanderweg auch die Region kennenzulernen. Deshalb wird es Wegweiser zu den Kommunen geben. So können die Wanderer in ihrem Ankunftsort in den örtlichen Gastronomien sich stärken oder in den Unterkünften zur Ruhe kommen können. Damit wird das Ziel, die lokale Wirtschaft zu stärken, von Donautal-Aktiv verfolgt. In den nächsten Monaten werden mit Absprache von den jeweiligen Grundstücksbesitzern die Zielwegweiser angebracht, sodass, laut Tittl, der Premiumwanderweg am Donnerstag, 3. Oktober, diesen Jahres eröffnet werden kann.

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